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Interview
Alexander Böhm ist
der Macher des Internet-Magazins alexTV. alexTV bringt
jeden Samstag einen Wochenrückblick über News,
Unterhaltung und Trends - nicht im Fernsehen, sondern
allein im Internet.
NEBENJOB-ZENTRALE:
Vielen Dank, Alexander Böhm, dass Sie sich die
Zeit nehmen, uns unsere Fragen zu beantworten. Vor ein
paar Jahren hat kaum jemand hier bei uns in Deutschland
von einer eigenen Videoshow gesprochen. Wann und wie
sind Sie auf die Idee für Ihr Magazin "alexTV"
gekommen?
Alex Böhm:
Für Sie nehme ich mir doch gerne die Zeit.

Nun, der Begriff alexTV ist schon eine ganze Weile älter.
Angefangen hat eigentlich alles damals, als ich ein
kleiner Junge war, ca. 8 Jahre, und mein Vater mir meine
erste Kamera (damals noch eine Hi-8) in die Hand drückte.
Dieser "Klopper" begleitete mich über
viele Jahre in denen ich viele erste Erfahrungen mit
Kameras und überhaupt mit dem Thema "Video"
sammeln konnte. Doch dann, als ich nun auch älter
wurde, wollte ich mir mit 15 meine eigene Mini-DV Kamera
zulegen, denn ich war einfach begeistert von den technischen
Möglichkeiten und, wie schon erwähnt, vom
Filmen. Also legte ich mir eine solche Kamera zu und
fing an erste "Blödel-Videos" mit einen
Freund zu drehen. So unglaublich es klingen mag, aber
schon damals habe ich versucht, aufgenommenes Material
einem möglichst guten Feintuning zu unterziehen,
sprich Effekte (Schriften, Überblender, Intros
usw.) einzubauen die einer möglichst hohen Qualität
entsprechen. Das Problem dabei war dann nur, der Schnitt-PC,
also konnten auch die Videos nur so gestaltet werden,
was die Hardware hergab.

Und dies war wieder eine neue "Film-Phase"
in meinem Leben. Lustige Videos mit Freunden drehen,
nachbearbeiten und ins Internet stellen. Es fehlte jedoch
nur was, richtig, ein Name! Also entschloss ich mich
den Videos doch einfach mal den "Sender" alexTV
zu geben, weil ich selber Alexander heiß und weil
damals der Name TV recht chic aussah für Internetvideos
im größeren Stil. So ging es dann erstmal
weiter, doch nach gut 1 1/2 Jahren dachte ich mir: "Das
kann es nicht sein, so langsam bist du doch aus dem
"Quatsch-Alter" raus, Alex... wie wär's
denn mal, wenn du den Leuten etwas neues bietest, etwas,
das jeden anspricht und nicht nur die "Jüngeren"...
etwas unterhaltsames, etwas informatives... etwas, dass
du jede Woche neu machen kannst..." Und dann schoss
es wie ein Blitz durch meinen Kopf: "Ja, Infotainment!",
es war DAS Stichwort für mich. Nur wie verpackt
man das ganze jetzt am besten? Ich überlegte: "alexTV
- Die Soap... nein... alexTV - Die Show... auch nicht...
alexTV - Info-Kanal... hilfe nein... alexTV - Das Magazin...",
und RUMMS sagte es, es passte wie die Faust auf's Auge.
Gut, im Nachhinein denkt man sich, warum bin ich da
nicht früher drauf gekommen, ist doch ein recht
simpler Ausdruck bzw. eine recht simple Bezeichnung.
Das mag sicherlich stimmen, aber ich glaube nicht, dass
jeder gleich auf Anhieb den Namen in seinem Kopf finden
würde. ;)

Nun, nach der "Formatfindung" und Namensgebung
entdeckte ich nebenbei ein damals (2006) noch relativ
junges Videoportal namens Sevenload. Ich dachte mir:
"Hey, weg von YouTube und co.! Wage es doch einfach
mal dein Magazin hier in dieses sehr zielstrebige Portal
reinzustellen." Gesagt, getan! Ich stellte die
erste Folge des Magazins bei Sevenload online. Zu meinem
Erstaunen kamen schon nach wenigen Tagen hunderte interessierte
User auf das Magazin und es hagelte praktisch nur an
positivem Feedback und dem Verlangen nach weiteren Ausgaben.
Und seitdem entwickelt sich das Magazin ständig
weiter und weiter und Sevenload ist bis heute noch die,
meiner Meinung nach, passendste Plattform für dieses
Format!
NEBENJOB-ZENTRALE:
Welche Inhalte bietet alexTV?
Alex Böhm:
alexTV bietet für die Usergemeinde einiges. Auf
alexTV generell bezogen heißt das, fast täglich
neue News aus aller Welt, die man zur Abwechslung mal
nicht im Fernsehen oder in Zeitungen findet, Infos über
Aktionen/Events, Links zu ungewöhnlichen, lustigen
und auch überraschenden Bereichen des Internets,
die eigentlich jeder mal gesehen haben sollte und eine
stetig wachsende Community im Forum, denn persönlicher
Kontakt zu den alexTV Zuschauern und auch Fans ist mir
sehr wichtig.

Auf das Magazin bezogen bedeutet das folgendes:

Jede Woche der "kuriose Newsflashback" (welcher
wieder News beinhaltet, die man sonst nicht im Fernsehen
oder in Zeitungen sehen/lesen kann), "Top 10"
Listen mit beispielsweise den 10 verrücktesten
eBay Auktionen oder mit den 10 schönsten Plätzen
zum Entspannen, "LautGedacht" wo ich mich
mit aktuellen Situationen (sei es politisch, wirtschaftlich
oder einfach nur aus dem Lifestyle heraus) ironisch
und kritisch-humorvoll auseinandersetze, "Ach so!"
klärt den User über bestimmte Dinge aus dem
alltäglichen Leben auf, wie z.B. "Warum feiern
wir Ostern?", "Was bedeutet eigentlich Siebenschläfer?"
und und und, Die Kategorie "Filmtipp!" um
persönliche Film-Favoriten aus dem Kino auch vielleicht
dem Zuschauer etwas schmackhaft machen zu können,
außerdem noch "aTV Musik", ein besonderer
Bereich mit dem ich versuche den Zuschauern in unregelmäßigen
Abständen das Leben mit selbstgeschriebenen und
selbst(nach)produzierten Songs etwas zu versüßen.
Last but not least "Aktionen", wie z.B. gerade
aktuell "Das große Sevenload Schachduell"
oder schon ein paar Tage älter, "Alex und
Rob in Offenburg bei der Flashfactory".

All diese Kategorien treten im Magazin unterschiedlich
auf. Es gibt keine festgelegte Reihenfolge, was wann
wie erscheint, es ist praktisch jede Woche eine Überraschung
für den Zuschauer, was ihn denn das nächste
Mal erwartet!
NEBENJOB-ZENTRALE:
Hatten Sie irgendwelche Vorkenntnisse, um Ihr Magazin
zu produzieren, oder sind Sie "einfach so"
durchgestartet?
Alex Böhm:
Vorkenntnisse hatte ich mir über die Zeit eigentlich
nur im Bereich Kamera (sprich Kamerajustierung, Kameraführung
usw.), Studiobau (Green-/Bluebox, Auslichtung usw.)
und Postproduktion (Schnitt, Effekte, Rendering usw.)
angesammelt, jedoch mit der Magazin-Idee selber, bin
ich "einfach so" durchgestartet.
NEBENJOB-ZENTRALE:
Ihr Magazin wird sich sicherlich nicht innerhalb
von wenigen Stunden vorbereiten lassen. Wie lange brauchen
Sie, um eine Folge alexTV auf die Beine zu stellen?
Alex Böhm:
Eine oft gestellte Frage, aber zurecht, denn es ist
ja meistens so, dass viele Leute denken, ach, der stellt
sich mal eben vor die Kamera, nimmt das ganze auf, überspielt
es und gut ist. Aber, was wirklich hinter der Kamera
los ist, das mögen viele komischerweise nicht wahr
haben. Das Magazin in dem Falle nimmt mal eben locker
20 Stunden an Arbeit weg. Dieser Wert setzt sich aus
folgenden Faktoren zusammen:

Freitag (Drehtag des Magazins) - 3 (und mehr) Stunden
drehen (das "und mehr" gilt, wenn man für
bestimmte Aufnahme durch "halb Deutschland"
fahren muss), Samstag (Schnitttag) - Im Durchschnitt
verbringen ich jeden Samstag 6 - 8 Stunden durchgehend
am PC um das Magazin so sauber wie möglich zu schneiden.

So und wo bleiben die anderen Stunden? Tja, ganz einfach,
die restlichen Tage, Sonntag bis Donnerstag. Jeden Tag
wird überlegt und das Internet durchforstet, was
als Nächstens kommen könnte. Außerdem
werden aktuelle Situationen aus aller Welt studiert
und analysiert ob vielleicht etwas passendes dabei ist.
Wie ein Freund mal sagte: "Das Rad des Magazins
steht nie still - es läuft und läuft und läuft!".
NEBENJOB-ZENTRALE:
Was brauchen Sie für die Produktion Ihres
Magazins? Ist eine besondere Ausrüstung erforderlich?
Alex Böhm:
Für die Produktion brauche ich eine Kamera, eine
Greenbox, einen Tisch, einen Apple (24 Zoll iMac), ein
Videoportal und Zeit (und zwischendurch immer mal wieder
etwas zu Essen ;)).

Besondere Ausrüstung wäre eigentlich nicht
erforderlich, denn theoretisch könnte jeder ähnliches
auf die Beine stellen, auch mit "billigem"
Equipment. Voraussetzung dabei ist das entsprechende
Know How. Jedoch würde das Ergebnis qualitativ
weitaus schlechter ausfallen.

Man könnte die Frage aber umstellen, und zwar auf
"Haben Sie eine besondere Ausrüstung?",
denn darauf kann ich, schon fast stolz, antworten "Ja!".
Eine TV-reife Kamera (Canon XL 2) und einen extrem zuverlässigen
Schnittcomputer (Apple 24 Zoll iMac mit Intel Core 2
Duo (2,16 Ghz), 1 GB RAM und 1,5 TB an Plattenkapazität),
alles was ein junges Videofanherz begehrt.
NEBENJOB-ZENTRALE:
Was die meisten Leser bei uns interessiert: In
den letzten Monaten sind eine Vielzahl von neuen Videoproduktionen
mit den verschiedensten Themenbereichen in Serie gegangen.
Lässt sich daraus ableiten, dass mit Videoproduktionen
für Internet mittlerweile Geld zu verdienen ist?
Alex Böhm:
Also ich denke, dass dies in naher Zukunft gut möglich
sein wird, momentan kann ich jedoch nur aus eigener
Erfahrung sprechen und sagen, dass Videoproduktionen
im Internet soweit aus "Eigeninitiative" entstehen.

Die steigende Anzahl an Videoproduktionen kann aber
auch mehrere andere Gründe haben, es gibt viele
Selbstdarsteller im Internet, die sich denken: "Ach
wie toll, was der macht, kann ich ja schon lange!"
und zeigt dann minderwertiges Material nur um sich zur
Show zu stellen.

Es gibt aber wiederum auch Leute, die (ähnlich
wie ich) den Menschen "da draußen" etwas
zeigen wollen, was sie selbst im Fernsehen vermissen
und sich so sagen, ok, im Fernsehen wird so etwas nie
gezeigt, dann mach ich doch solch eine Info/Comedy/Doku/Trash-Sendung
selber.
NEBENJOB-ZENTRALE:
Gibt es Ihres Wissens nach Produzenten, die von
ihren Web-Produktionen leben können?
Alex Böhm:
Nein, da habe ich
leider noch nichts drüber gehört oder gelesen,
geschweige denn jemanden kennen gelernt. Aber ich kann
es mir persönlich auch irgendwie nicht vorstellen.
NEBENJOB-ZENTRALE:
Was ist alexTV für Sie - eine Passion oder eine
Möglichkeit, um Geld verdienen?
Alex Böhm:
Ich sag es klipp und klar: Für mich ist es eine
wahre Leidenschaft, schon seit langer Zeit und ich bin
der festen Überzeugung das dies auch weiter so
bleiben wird und wenn es Geld dafür nebenbei gibt,
eine schöne Sache, denn Tatsache ist, solch ein
Magazin kostet mich auch Geld und das manchmal auch
nicht gerade wenig, dass soll aber auch nicht heißen,
dass wir hier von "unmenschlichen" TV-Produktionskosten
reden, das ist (vorerst) utopisch.
NEBENJOB-ZENTRALE:
Wie sehen Sie die Zukunft für Web-Videoproduktionen
im Allgemeinen und alexTV im Besonderen?
Alex Böhm:
Um ehrlich zu sein, kann ich dazu keine genaue Antwort
geben. Ich mache das Magazin nun schon seit einem halben
Jahr und ich hätte damals am Anfang nie gedacht,
dass es mal so weit kommen wird, wie es momentan der
Fall ist (Sevenload, Burda usw.). Von daher bleibt mir
einfach nur zu sagen, dass ich gespannt in die Zukunft
blicke und für Neues und vielleicht auch Innovatives
immer offen bin.

Eines bleibt mir aber noch zu sagen: Web-Videoproduktionen
werden in Zukunft sehr stark in den Vordergrund rücken,
auch wenn einige denken, das Fernsehen wird bald abgelöst
(und die TV Stationen meist versuchen die Web-Videoproduktionen
"niederzumachen"), es wird eher eine Ergänzung
zum Fernsehen sein, denn Web-Videoproduktionen sind
Inhalte die jeder dann abrufen kann, wann es "gebraucht"
wird..
NEBENJOB-ZENTRALE:
Was würden Sie sich für sich und Ihr Projekt
am meisten wünschen?
Alex Böhm:
Also, ich "träume" ja davon, das Magazin
so ausbauen zu können, dass es den Stil von "Welt
der Wunder" oder "Galileo" annimmt, jedoch
lockerer und unterhaltsamer. Mein Motto dabei: "Der
Zuschauer soll sich einfach vor den PC setzen und entspannt
zuschauen können und das geht nur, wenn der Inhalt
möglichst "leicht verdaulich" präsentiert
wird."
NEBENJOB-ZENTRALE:
Noch einmal herzlichen Dank, Alex Böhm, dass Sie
sich Zeit für uns genommen haben. Wir wünschen
Ihnen und alexTV das Allerbeste für die Zukunft.


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