Nebenjob oder Notwendigkeit zum Überleben?

Auf Großveranstaltungen, Open-Air-Events, auf Bahnhöfen, Flughäfen und in Innenstädten, überall dort, wo viele Menschen zusammen kommen – dort findet man sie – die so genannten Sammler. Denn was für viele in bestimmten Situationen zu lästigem Ballast und damit zum Wegwerf-Objekt wird, ist damit für andere zu einem Gewinn bringenden Sammelobjekt geworden – „Nebenjob“ Flaschensammeln.

Hartz IV und „Nebenjob“ mit Einwegpfand

Das Sammeln von Flaschen mit Pfand – diese „Branche“ hat sich für viele fast unbemerkt aus den Notwendigkeiten des Lebens heraus entwickelt. Fast könnte man es eine Schattenwirtschaft nennen – dennoch (oder gerade deswegen): Die Branche der Pfandsammler ist eine Wachstumsbranche. Leider – denn erst durch Hartz IV, Lohnkürzungen und Dumpinglöhne, Jobverlust, niedrige Renten und auf der anderen Seite eine Preisspirale, die sich unaufhaltsam nach oben bewegt, wurde möglich, dass Pfandsammeln zum einträglichen „Nebenjob“ und damit zur Rettung vieler wurde, die sich ansonsten nicht mit dem Abfall anderer beschäftigt hätten.

Beim Flaschensammeln ist die Konkurrenz ist groß

Mittlerweile sind viele professionelle Sammler auf dem lukrativen und hart umkämpften Markt tätig – und die Sammler gehören bei Weitem nicht mehr nur zu den so genannten „Randgruppen der Gesellschaft“. Die Reviere der Stadt sind in der Regel aufgeteilt und hart umkämpft – denn hier liegt das Geld im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße.


Kein alltäglicher Nebenjob

Nicht dass wir an dieser Stelle falsch verstanden werden: Niemand soll dazu animiert werden, das Sammeln von Pfandflaschen als alltägliche Nebentätigkeit zu verstehen. Denn auch wenn professionelle Sammler durch diese Tätigkeit mehrere hundert Euro im Monat hinzu verdienen können, ist diese Arbeit schwerer, als vielen von uns bewusst ist. Denn wer diesem „Nebenjob“ nachgeht, muss eine Menge Hemmungen überwinden: Flaschensammeln bedeutet quasi ein öffentliches Eingeständnis von Armut. Und doch gehört das Pfandsammeln leider inzwischen zum Stadtbild und – schlimm genug – viele der Sammler, die aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten kommen, sind auf diesen Nebenerwerb angewiesen.

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