Nebenjob „Finanzagent“: Vorsicht – Betrug!

Finanzagent
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Bei diesem vermeintlichen Nebenjob zahlen Sie richtig drauf

Schon seit geraumer Zeit macht der Nebenjob als Finanzagent negative Schlagzeilen: Die Zahl der Geschädigten, die gutgläubig auf ein unseriöses Jobangebot für Finanzagenten eingegangen sind, steigt rasant. Wie das Bundeskriminalamt im September 2010 bekannt gab, hat sich die Zahl der Anzeigen gegen Finanzagenten, die ihr Konto für Internet-Kriminelle zur Verfügung gestellt haben, von 971 Fällen im Jahr 2008 auf 2.394 Verdachtsfälle im Jahr 2009 mehr als verdoppelt.

Wer auf der Suche nach einem Nebenjob ist, hat wahrscheinlich bereits mehr als einmal ein Stellenangebot, in dem Finanzagenten gesucht werden, gesehen – denn es gibt massenweise solcher Jobangebote in den verschiedensten Variationen. Das liegt daran, dass der Ersatzbedarf an Finanzagenten hoch ist, denn innerhalb weniger Tage fliegt der Schwindel auf und der Finanzagent ist für die kriminellen Auftraggeber unbrauchbar geworden. Dieser vermeintliche Nebenjob ist also keine Tätigkeit, die lange ausgeübt werden kann – und schon gar nicht legal.

Lassen Sie unbedingt die Finger von diesem Nebenjob: Wer sich als „Finanzagent“ betätigt, hat schwerwiegende zivilrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen zu tragen. Zahlreiche Pressebeiträge in Print und TV sowie Beiträge in Foren berichten darüber, dass es bereits viele Geschädigte gibt, die aus Gutgläubigkeit leichtsinnig zum Geldwäscher wurden.

Wie sieht ein Stellenangebot für einen Finanzagenten aus?

Die Angebote für einen Nebenjob als Finanzagent kommen per eMail oder werden auf Websites ausgeschrieben. Der Job ist scheinbar einträglich, leicht und von zu Hause aus zu erledigen. Für viele wirkt das Angebot auf den ersten Blick seriös – so wird Jobsuchenden beispielsweise vorgegaukelt, dass sie mit der Zurverfügungstellung ihres Kontos ein (meist international tätiges) Unternehmen darin unterstützen, schnelleren Zahlungsverkehr zu ermöglichen, Kosten für Auslandüberweisungen einzusparen oder sensible Kundendaten zu schützen.

Damit das Ganze richtig seriös wirkt, wird oftmals sogar ein schriftlicher Vertrag zwischen Arbeitgeber und Finanzagent geschlossen – dieser Arbeitsvertrag allerdings ist ein reines Fantasiekonstrukt und hat keine rechtliche Grundlage.

Ihre Aufgabe: Was sollen Sie als Finanzagent machen?

Um es ganz unmissverständlich auf den Punkt zu bringen: Ihre „Aufgabe“ als Finanzagent besteht darin, Geldwäsche für organisierte Internetbetrüger zu betreiben - und natürlich machen Sie sich damit strafbar.

Als Finanzagent stellen Sie Ihr privates Konto für Finanztransaktionen zur Verfügung. Sie nehmen Zahlungen entgegen, die allerdings nicht aus legalen Geschäften, sondern aus kriminellen Geschäften im Internet stammen.  Beispielsweise stammen die eingehenden Gelder aus betrügerischen eBay-Geschäften oder aus Phishing-Angriffen im Online-Banking.

Das auf Ihrem Konto eingehende Geld müssen Sie unter Abzug Ihrer Provision möglichst umgehend abheben und anschließend das Bargeld über ein Bargeldversandunternehmen ins Ausland weitertransferieren. Es ist auch denkbar, dass Sie illegal erlangten Gelder schnell an die Täter im Ausland weiter überweisen sollen und so die Transferwege verwischen.

Geld verdienen: Was wird Ihnen versprochen?

Die Bezahlung für die Tätigkeit als Finanzagent erfolgt „leistungsbezogen“ in Form von einer Provision, die zwischen 5 und 10 Prozent der Geldsummen, die über Ihr Konto fließen, liegt. Auf diese Art werden Ihnen mehrere Hundert Euro Verdienst im Monat versprochen.

Vorsicht - das ist nur scheinbar leicht verdientes Geld. Denn dass Sie Ihr Konto für kriminelle Transaktionen zur Verfügung stellen, wird nicht lange unbemerkt bleiben. Außerdem werden Sie die Konsequenzen, die Ihrer Tätigkeit als Finanzagent folgen, in vollem Umfang tragen müssen.

Die Folgen Ihrer Tätigkeit als Finanzagent

Eines vorweg: Leichtgläubigkeit, Naivität und auch Geldnot schützen Sie nicht vor einer Strafe. Das Fatale bei einem „Nebenjob“ als Finanzagent ist, dass Sie zunächst zwar Opfer sind, weil Sie auf ein unseriöses Nebenjob-Angebot hereingefallen sind. Dadurch jedoch, dass Sie das bei Ihnen eingehende Geld weiter überweisen bzw. transferieren, machen Sie sich zum Mittäter. Und damit kommen weitreichende Konsequenzen auf Sie zu.

Zunächst einmal ist es so, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die ursprüngliche Überweisung von den Opfern des Internet-Betruges widerrufen wird. Weil Sie als Finanzagent nun aber diese unrechtmäßig erworbenen Geldbeträge weiter überwiesen haben, bleiben Sie auf dem dadurch entstehenden Schaden sitzen. Denn die Geschädigten Phishing-Opfer oder eBay-Käufer können Schadensersatzansprüche gegen Sie stellen – und werden das aller Wahrscheinlichkeit nach auch machen.

Zu dieser zivilrechtlichen Folge kommt die strafrechtliche Konsequenz. Wer sich als Finanzagent betätigt, betreibt Geldwäsche und macht sich damit strafbar. Es dauert nämlich nicht lange, bis Ihr neuer Nebenjob von der Polizei bemerkt wird: Normalerweise dauert es nur wenige Tage, bis ein neuer Finanzagent Besuch von der Kriminalpolizei bekommt. Gegen Sie wird ein Strafverfahren wegen Geldwäsche und unerlaubten Erbringens von Finanzdienstleistungen eingeleitet. Da Sie außerdem Provision für Ihre Tätigkeit einbehalten haben, kann es möglich sein, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wegen unerlaubt erbrachter Finanzdienstleistungen verwaltungsrechtlich gegen Sie vorgehen wird – denn der Beruf des Finanzagenten ist genehmigungspflichtig.

Fazit: Gehen Sie keinesfalls auf ein Stellenangebot ein, in dem ein Nebenjob für einen Finanzagenten angeboten wird - es handelt sich um Betrug!

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