Kurzfristige Minijobs in nahtloser Folge, 450€-Minijob folgt auf kurzfristige Beschäftigung ODER (umgekehrt) kurzfristige Beschäftigung folgt auf 450€-Minijob – das müssen Sie dabei beachten

Wer sich auf unserer Seite bereits öfter einmal in unseren Ratgeber-Artikeln zum Thema Minijob schlau gemacht hat, wird hier vielleicht auch schon Artikel zur Thematik mehrere Minijobs gleichzeitiggelesen haben. Diesbezüglich stellen sich Nebenjobbern verschiedene Fragen, die wir auch bereits in verschiedenen Artikeln aufgegriffen haben.

Gerade in den Sommermonaten treten die Regelungen rund um die kurzfristige Beschäftigung bei vielen Minijob-Konstellationen in den Vordergrund. Zum besseren Verständnis etwas Grundsätzliches vorweg: Es gibt zwei Arten von Minijobs. Zum einen den Minijob auf 450 Euro Basis, der zeitlich nicht befristet ist, sondern dessen Beschränkung im monatlichen Maximalverdienst von 450 Euro liegt. Kurzfristige Minijobs (auch als kurzfristige Beschäftigung bezeichnet) dagegen haben keine Verdienstgrenze, die Deckelung liegt hier in der zeitlichen Befristung von zurzeit maximal 70 Tagen bzw. 3 Monaten über einen von vornherein befristeten Zeitraum von maximal einem Jahr.

Da uns in den vergangenen Tagen von verschiedenen Lesern die jeweils gleiche Frage gestellt wurde, greifen wir in diesem Ratgeber-Beitrag Fragestellungen rund um die zeitliche Aufeinanderfolge von Minijobs bei ein und demselben Arbeitgeber auf.

Darf ich mehrere kurzfristige Beschäftigungen in direktem Anschluss bei demselben Arbeitgeber ausüben?

Inhaltlich exakt diese Frage wurde uns in der vergangenen Woche von mehreren Lesern gestellt. Sie hatten über ein Jahr lang an ein bis zwei Tagen in der Woche einen kurzfristigen Minijob bei einem Arbeitgeber ausgeübt, die zulässigen 70 Arbeitstage wurden dabei nicht überschritten. Nun wollten beide Seiten die Zusammenarbeit gern weiterführen und das genauso wie gehabt über eine kurzfristige Beschäftigung abrechnen.


Allein schon aus dem Begriff „kurzfristig“ lässt sich schließen, dass sich ein solches Beschäftigungsverhältnis nicht einfach nahtlos fortsetzen lässt, denn dies würde einer Befristung zuwiderlaufen. Und tatsächlich ist es nicht legitim, nach Jahresablauf den Minijob einfach mit Hilfe eines neuen befristeten Arbeitsvertrages weiterzuführen.

Dies ist jedoch kein Grund, das Beschäftigungsverhältnis nun endgültig in den Wind zu schreiben. Eine Auszeit von zwei Monaten reicht bereits aus, damit die beiden aufeinanderfolgenden kurzfristigen Beschäftigungen bei demselben Unternehmen nicht zu einer sozialversicherungspflichtigen regelmäßigen Beschäftigung werden. Entspannen Sie sich also, relaxen Sie ein wenig und machen Sie sich anschließend wieder – natürlich mit einem neuen befristeten Arbeitsvertrag – ans Werk.

Ich habe einen 450-Euro-Minijob, den ich bereits seit längerem ausüben. Kann ich diesen Job beenden und anschließend beim selben Arbeitgeber einen kurzfristigen Minijob ausüben?

Auch das ist ohne eine zeitliche Pause zwischen den beiden Minijobs nicht möglich. Arbeitsverhältnissen. Wer zuvor als Minijobber auf 450-Euro-Basis gearbeitet hat, kann die gleiche Tätigkeit nicht übergangslos im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung für denselben Arbeitgeber ausüben. Nur in dem Fall, dass Sie nicht über 450 Euro monatlich verdienen, bliebe der Minijob sozialversicherungsfrei, denn in diesem Fall würden der 450-Euro-Minijob fortgeführt.

Anders sähe es aus, wenn Ihr Chef belegen kann, dass es sich bei den Tätigkeitsbereichen um völlig unterschiedliche Einsatzgebiete handelt. In diesem Fall würde davon ausgegangen, dass es sich bei der zweiten Beschäftigung um ein neues Arbeitsverhältnis handelt; diese beiden Jobs werden in diesem Fall als voneinander unabhängig betrachtet.

Ich habe bisher als kurzfristiger Minijobber gearbeitet und soll nun bei demselben Unternehmen einen Arbeitsvertrag für einen 450-Euro-Minijob bekommen. Ist das möglich?

Hier gilt – umgekehrt – das gleiche wie im Fall unter Punkt 2. Auf einen kurzfristigen Minijob kann nicht nahtlos ein 450-Euro-Minijob bei demselben Arbeitgeber folgen.

Auch hier gilt die Maxime, dass der Minijob nur dann sozialversicherungsfrei bleibt, wenn es sich um völlig unterschiedliche Arbeitsbereiche handelt.

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