Ohne Frage haben Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung: Was für Beschäftigungsverhältnisse in Vollzeit gilt, ist ebenso im Nebenjob gültig

Es gibt leider immer noch einige Arbeitgeber, die die Krankmeldung ihrer Minijobber zwar zur Kenntnis nehmen, ihre Reaktion aber allenfalls in einem geäußerten Wunsch zur guten Besserung besteht. Dennoch gilt auch beim Thema Krankheit die Regel, dass alle Arbeitnehmer die gleichen Rechte haben – egal ob in Vollzeit oder in Teilzeit beschäftigt.

Sie haben also auch im Nebenjob ein Recht darauf, sich krank melden zu dürfen, ohne den Anspruch auf die Weiterzahlung Ihres Gehalts zu verlieren. Ebenso wenig darf Ihr Chef von Ihnen verlangen, dass Sie die Zeit, während der Sie nicht arbeitsfähig waren, ohne Entlohnung nacharbeiten.


Grundvoraussetzung für die Lohnfortzahlung ist allerdings, dass Sie dem Arbeitgeber eine gültige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Ihres Arztes vorlegen und dass Sie bereits mindestens vier Wochen im Unternehmen tätig waren, bevor Sie krank wurden.

Tipp Falls Sie zwei Jobs (Nebenjob und Hauptjob) haben, ist Ihr Arzt dennoch nicht zur Ausstellung einer zweiten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verpflichtet. In diesem Fall legen Sie dem Arbeitgeber Ihres Nebenjob eine Kopie vor – die Richtigkeit der Bescheinigung bestätigt im Zweifelsfall Ihre Krankenkasse.

Welche Ansprüche kann ich geltend machen, wenn ich krank bin?

Auch bei einem Nebenjob gilt also im Fall einer nicht selbst verschuldeten Krankheit, dass Sie ein grundsätzliches Recht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall haben. Ihr übliches Gehalt muss also ohne Abzüge weiter gezahlt werden – und das bis zu 42 Tage lang. Wenn Ihr Gehalt (beispielsweise wegen schwankender Einsatzzeiten) jeden Monat unterschiedlich ist, wird die Höhe der Entgeltfortzahlung durch die Bildung eines Durchschnitts ermittelt.

Wer länger als sechs Wochen krank ist, bekommt allerdings (anders als seine sozialversicherungspflichtig beschäftigten Kollegen) kein Geld mehr. Denn dadurch, dass Minijobber nicht krankenversichert sind, springt die Krankenkasse im Anschluss an die 42 Tage nicht mit der Zahlung von Krankentagegeld ein.

Tipp Sprechen Sie mit Ihrem Chef über dieses Thema. Vielleicht weiß er nicht, dass er seine Ausgaben durch die Weiterzahlung Ihres Gehalts zu einem großen Teil ersetzt bekommt. Arbeitgeber, die weniger als 30 Beschäftigte haben, führen nämlich jeden Monat eine Umlage genau für den Zweck der Lohnfortzahlung an die Bundesknappschaft ab.

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