Leserfrage Ich bin Hausfrau und Mutter und habe bisher einmal im Jahr während einer regelmäßig im Sommer stattfindenden Veranstaltung in meiner Heimatstadt ausgeholfen. Ich habe dort an 15 Tagen jeweils acht Stunden gearbeitet und 10,50 Euro in der Stunde verdient. Dieser Verdienst wurde mir bislang sozialversicherungsfrei ausgezahlt. Nun habe ich einen  450-Euro-Minijob angeboten bekommen. Hätte dieser Auswirkungen auf meinen alljährlichen Job auf der Veranstaltung?

Unsere Antwort

Nein, denn bei dem Job, den Sie auf der Veranstaltung ausüben, handelt es sich um eine sogenannte „kurzfristige Beschäftigung“ (oft auch auch als „kurzfristiger Minijob, „Saisonbeschäftigung“ oder „Aushilfe“ bezeichnet). Diese Minijob-Variante wird nicht mit einem Minijob auf 450 Euro Basis zusammengerechnet.

Ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis ist sozialversicherungsfrei. Bei der kurzfristigen Beschäftigung handelt es sich um ein im Vorfeld befristetes Arbeitsverhältnis.

Sie liegt dann vor, wenn

  • diese seit ihrem Beginn nicht mehr als drei Monate im Kalenderjahr erfolgt
    [diese Berechnung wird zugrunde gelegt, wenn die Beschäftigung an mindestens fünf Tagen in der Woche erfolgt]oder
  • wenn sie nicht mehr als 70 Arbeitstage innerhalb eines Jahres ausgeübt wird
    [diese Berechnung wird zugrunde gelegt, die Beschäftigung regelmäßig an weniger als fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird] UND
  • sie nicht berufsmäßig ausgeübt wird

Die Lohnsteuer für kurzfristig Beschäftigte kann unter Vorlage der Lohnsteuerkarte gezahlt werden.


Alternativ besteht die Möglichkeit, dass die Lohnsteuer von pauschal in Höhe von 25 Prozent des Arbeitslohnes durch den Arbeitgeber abgeführt wird, wenn die Aushilfe

  • maximal 18 Arbeitstage hintereinander beschäftigt wird nur gelegentlich arbeitet
  • nicht mehr als durchschnittlich 12 Euro pro Stunde verdient

Wichtig dabei ist, dass alle Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein müssen.

Mehr zum Thema „Häufig gestellte Fragen“

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.