Auch wenn es sich „nur“ um einen Nebenjob handelt: Es kommt des Öfteren vor, dass Bewerber im Anschluss an das Vorstellungsgespräch um einen Probearbeitstag gebeten werden.

Wer sich schon einmal um einen Nebenjob im Einzelhandel, in der Gastronomie oder im Hotelgewerbe beworben hat, wird diese Erfahrung vielleicht bereits gemacht haben und wissen, dass Probearbeiten nichts Negatives sein muss, sondern dass es – im Gegenteil – für beide Seiten einen positiven Effekt haben kann.

Es gibt doch eine Probezeit – ist ein Probetag nicht überflüssig?

Einmal für einen Tag auf Probe zu arbeiten, kann durchaus Sinn machen. Denn ob Sie nun im Mode-Einzelhandel, in der Bäckerei, im Supermarkt, in Cafés, Restaurants oder im Hotel arbeiten möchten – an diesem Tag können Sie als Nebenjobber und Ihr potentieller Arbeitgeber in der Praxis abchecken, ob die andere Seite das hält, was man sich von ihr verspricht. Auch Sie als Bewerber können natürlich nach dem Probetag sagen, dass Sie den Job lieber doch nicht antreten möchten. Rein rechtlich betrachtet ist der Probearbeitstag übrigens noch kein Probearbeitsverhältnis.

Was wird von Ihnen erwartet?

Die Tür zum neuen Nebenjob ist geöffnet – an Ihrem Probetag können Sie sie ganz aufstoßen. Gehen Sie diesen Tag unverkrampft an: Normalerweise werden Sie nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern wahrscheinlich bekommen Sie kleine Arbeitsbereiche zugewiesen, die sich auch von jemandem bewältigen lassen, der noch nicht in diesem Betrieb gearbeitet hat. Zeigen Sie, was Sie können, aber seien Sie dabei möglichst unbefangen, freundlich und natürlich. Denn außer Ihrem Talent bei der Erledigung von Arbeiten möchte man wissen, wie Sie sich ins Team einfügen.

Trotz aller Unbefangenheit ist eine angemessene Vorbereitung auf den Probearbeitstag wichtig. Eignen Sie sich ein wenig Hintergrundwissen zu Ihrem zukünftigen Arbeitgeber an – so haben Sie nicht nur einen besseren Überblick, sondern Sie werden sich zusätzlich auch selbstsicherer fühlen. Trotzdem dürfte natürliche Zurückhaltung von Ihnen als dem oder der „Neuen“ erwartet werden: Seien Sie nicht vorlaut oder schnodderig, sondern finden Sie die richtige Mischung von Selbstbewusstsein und Zurückhaltung.

Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie sie zu Hause auf und stellen sie diese. Damit zeigen Sie Ihr Interesse an diesem Nebenjob.

Im Hinblick auf die Kleidung wählen Sie eine Garderobe, in der Sie sich wohl fühlen und die gleichzeitig für den Nebenjob angemessen ist. Planen Sie auf jeden Fall genügend Zeit für den Arbeitsweg ein – denn wenn Sie gleich bei Ihrem ersten „Arbeitstag“ zu spät kommen, machen Sie einen denkbar schlechten Eindruck.

Wie sieht es mit der Bezahlung aus: Wird das Probearbeiten bezahlt?

Grundsätzlich muss jedes Arbeitsverhältnis entlohnt werden  etwas anderes lässt das Arbeitsrecht nicht zu. Denn wenn Sie gegenüber dem Arbeitgeber „weisungsbefugt“ sind und Sie eine Arbeitsleistung erbringen, besteht eine Vergütungspflicht. Selbst wenn Sie vereinbart haben, dass Sie ohne Bezahlung probearbeiten werden, ist diese Vereinbarung  rechtlich unwirksam.

Im Grunde ist das auch gut so, denn anderenfalls würde vielleicht die Idee Schule machen, dass Probearbeitstage zur Beschaffung von kostenlosen Arbeitskräften zweckentfremdet werden könnten.

Rein rechtlich gesehen ist es also nicht zulässig, Sie am Probearbeitstag nicht zu bezahlen. Oftmals allerdings wird ein einzelner Tag, an dem einem Mitarbeiter lediglich „über die Schulter geschaut“ und keine Arbeitsleistung erbracht wird, als „Schnuppertag“ oder als verlängerter Einstellungstest angesehen. Mehr als ein einzelner Probetag wird aber nur schwerlich als unbezahlter „Schnuppertag“ zu argumentieren sein.

Tipp Es wird unterschieden zwischen „Probearbeit“ oder einer „unverbindlichen Kennenlernphase“. Eine Kennenlernphase (auch als „Schnuppertag“ oder „Einfühlungsverhältnis“ bezeichnet) muss nicht entlohnt werden. Der Unterschied zum Probetag liegt darin, dass Sie im Rahmen einer Kennenlernphase weder zur Erbringung einer Arbeitsleistung verpflichtet sind noch dass Sie an Weisungen des Arbeitgebers gebunden sind.

Wenn Sie also Probearbeiten und nicht nur „mal reinschauen“, muss Ihre Arbeitsleistung dem Grundsatz nach auch bezahlt werden. Wenn Sie keine feste Vergütung vereinbart haben, gilt die für diese Arbeit generell übliche Vergütung.

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