NEBENJOB ZENTRALE RATGEBER

Was du beachten solltest:

Voraussetzung, um etwaige Scherereien mit dem Finanzamt zu vermeiden, ist eine adäquate, geordnete Buchhaltung. 

Buchhaltung im Nebenjob

Selbstständigkeit

Während des Studiums und der Schulzeit wird man mit dieser Notwendigkeit, die das Arbeitsleben mit sich bringt, üblicherweise noch nicht konfrontiert. 

Als Student sucht man sich häufig einen kleineren Nebenverdienst, ob als Kellner, Werkstudent o.Ä., um etwaige Zusatzausgaben zu decken, die neben Miete und Studiengebühren anfallen. Da sich die Verdienste durch diese kleineren Jobs aber meist unterhalb der 450 Euro-Grenze bewegen, musst du diese auch nicht versteuern.  Möchtest du dir aber irgendwann neben Beruf oder Studium eine Einnahmequelle als selbstständiger Unternehmer aufbauen, die etwas mehr abwirft, ist es notwendig, dass du dich eingehender mit den rechtlichen Voraussetzungen dafür beschäftigst. 

Zuerst ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll, einen Blick auf die Definition von Nebenselbstständigkeit zu werfen. Sie liegt vor, wenn: 

  • Zusätzlich zur ersten Erwerbstätigkeit eine zweite, selbstständige Erwerbstätigkeit aufgenommen wird, die in Teilzeit erbracht wird. 
  • Die Einkünfte aus der Nebenerwerbsselbstständigkeit weniger als die Hälfte zum Gesamteinkommen der jeweiligen Person beitragen.
  • Eine Gewinnerzielungsabsicht aus der zweiten, selbstständigen Erwerbstätigkeit besteht.

Nebenberuflichkeit wird also hauptsächlich durch das erzielte Einkommen und die investierte Arbeitszeit definiert. Grundsätzlich muss in der nebenberuflichen sowie der hauptberuflichen Selbstständigkeit ein Gewerbe angemeldet werdenSelbst wenn du nur eine Website, einen Blog o. Ä. betreibst, müssen diese beim Finanzamt gemeldet sein, sobald du dadurch Einkommen (bspw. durch Werbeanzeigen) generierst. Das lässt sich aber innerhalb weniger Minuten erledigen und kostet nicht mehr als 30 Euro – die erste Hürde hättest du also somit überwunden. 

 

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Steuerrecht

Das führt nun zu der Frage, wie dein nebenberufliches Einkommen besteuert wird. Besonders wichtig sind für dich drei Steuerarten. 

  • Einkommenssteuer: Die Gewinne aus Neben- und Haupttätigkeit werden als Teil der Einkommenssteuererklärung versteuert. Der Steuersatz hängt hier von der Höhe des Gewinns ab und schwankt zwischen 30 und 40 Prozent. Dadurch, dass du ggf. Nachzahlungen oder Vorauszahlungen leisten musst, ist es absolut notwendig, frühzeitig einen Betrag in entsprechender Höhe zurückzulegen. Auf Stundungen solltest du, wenn möglich, verzichten. Für nebenberufliche Einkommen und Ausgaben sollte generell ein separates Girokonto geführt werden
  • Umsatzsteuer: Auch diese müssen Gründer monatlich ans Finanzamt überweisen. Hierbei wird die erhaltene Umsatzsteuer – Rechnungen, die du im Rahmen deines Geschäfts ausgestellt hast – mit der bezahlten Umsatzsteuer – Ausgaben, die du getätigt hast – verrechnet. Die Differenz wird an das Finanzamt abgeführt. Im Rahmen der Kleinunternehmerregelung kann man diese Steuer allerdings umgehen, wenn der eigene Jahresumsatz entsprechend niedrig ist. Genauere Infos dazu findest du hier
  • Gewerbesteuer: Diese Steuerart kommt in der Regel erst im späteren Verlauf deiner Unternehmung zum Tragen, sie muss nämlich erst gezahlt werden, wenn dein Gewinn 24.500 Euro im Jahr übersteigt. Falls du aber nicht aus dem Stegreif ein einzigartiges Geschäftskonzept aus dem Boden stampfst, wird diese Abgabe frühestens nach ein paar Jahren fällig, wenn überhaupt. 

Buchhaltung

Spätestens an dieser Stelle sollte dir also bewusst werden, dass du dein Wissen in Sachen Buchführung erweitern musst, falls du das noch nicht getan hast. Sonst könnte dich die anfallende Steuerlast kalt erwischen und deine Gründerambitionen im Keim erstickenNicht korrekte oder unvollständige Buchhaltung verursacht nämlich enorme Probleme und kann Strafen nach sich ziehen, die mitunter auch für Kleinunternehmer saftig ausfallen. Größere Firmen und Konzerne beschäftigen daher in aller Regel Buchhalter.  Das Einbeziehen von solchen verschlingt allerdings zusätzliche, am Anfang noch vermeidbare Kosten. Für jeden, der diese verringern möchte, gibt es mittlerweile günstige Alternativen online in Form von Softwarelösungen.  Das Nutzen von Buchhaltungssoftware bietet dir, neben dem erwähnten Kostenfaktor, auch weitere Vorteile. Gegenüber der händisch betriebenen Buchhaltung spart sie viel Zeit und ist tatsächlich weniger fehleranfällig, da sie meist Prüfroutinen beinhaltet, die Daten abgleichen sowie Fehler markieren. Auch neue Regelungen und geänderte Steuergesetze werden durch regelmäßige Updates einbezogen. Diese Art der Buchhaltung ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen geeignet, Voraussetzung zur Nutzung der Software sind selbstverständlich Grundkenntnisse in diesem Bereich, die du vorher erwerben solltest. Unabhängig vom Buchhalter sollte aber in jedem Fall ein Steuerberater hinzugezogen werden. Durch ihn wird eine ordnungsgemäße und fristgerechte Anmeldung der monatlichen Umsatzsteuer garantiert, die dem durchschnittlichen Unternehmer mangels Detailwissen häufig nicht möglich ist. 

Fazit

Du siehst also, der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert, neben der ohnehin schon anspruchsvollen Suche nach einem gewinnbringenden Geschäftskonzept, dass du dich zumindest rudimentär im Bereich Steuerrecht weiterbildest. 

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