NEBENJOB ZENTRALE RATGEBER

Kassenbücher erfassen Bareinnahmen und -ausgaben eines Unternehmens. Bei einer nebenberuflichen Tätigkeit bist du in der Regel nicht genötigt, eines zu führen, es kann sich aber trotzdem lohnen, dich mit dem Thema Kassenbuchführung auseinanderzusetzen. 

Kassenbuch Führung für Nebenjobs

Allgemeines: 

Grundsätzlich sind alle Betriebe und Personen gesetzlich verpflichtet, ein Kassenbuch zu führen, die im Handelsregister eingetragen sind – also GmbHs, AGs etc. Außerdem betrifft die Regelung Selbstständige, die einen Gewinn von über 60.000 Euro im Jahr erwirtschaften. Diese sind von der sogenannten „Bilanzierungspflicht“ betroffen. Sie besagt, dass Unternehmen ihre Betriebsvermögen in der Eröffnungs- und Schlussbilanz beim Finanzamt angeben müssen. Für nebenberufliche Tätigkeiten besteht folgerichtig keine Pflicht, ein Kassenbuch zu führen, weil solche in aller Regel weniger als 60.000 Euro im Jahr abwerfen. Kleinstbetriebe und Nebenberufler geben ihre Gewinne stattdessen im Rahmen der Einnahmenüberschussrechnung an. 

Diese errechnet sich wie folgt: 

  • Gesamte Einnahmen ermitteln (Nettoeinnahmen und Umsatzsteuer gesondert ausweisen)
  • Ausgaben ermitteln (aufgeteilt in Nettoausgaben und Vorsteuer)
  • Gewinn errechnen = Gesamteinnahmen - Gesamtausgaben - Abschreibungen
  • Finanziellen Überschuss berechnen = Gewinn + Abschreibungen + Finanzierungen + Privateinlagen - Investitionen - Tilgungen - Privateinnahmen

Kassenbuch im Nebenberuf: 

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es für dich trotzdem verpflichtend sein, ein Kassenbuch zu führen. Beispielsweise ist das Erstellen eines solchen notwendig, wenn eine nebenberufliche Tätigkeit mit vielen Bargeldzahlungen verbunden ist. Dies ist bei einigen Tätigkeiten der Fall, die du als nebenberuflich Selbstständiger ausübst. 

In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, einen Blick auf die Definition von Nebenselbstständigkeit zu werfen. Sie liegt vor, wenn: 

  • Du zusätzlich zur ersten Erwerbstätigkeit eine zweite, selbstständige Erwerbstätigkeit aufgenommen hast, die du in Teilzeit erbringst. 
  • Die Einkünfte aus der Nebenerwerbsselbstständigkeit weniger als die Hälfte zu deinem Gesamteinkommen beitragen.
  • Du mit der zweiten, selbstständigen Erwerbstätigkeit Gewinn erzielen möchtest. 

Nebenberuflichkeit definiert sich also hauptsächlich über das erzielte Einkommen und die investierte Arbeitszeit.

Möchtest du das Angestelltendasein nicht aufgeben, sondern ein zweites Standbein im Nebenberuf aufbauen, ergeben sich hier lukrative Möglichkeiten. Nebenberuflichkeit bietet nämlich im Vergleich zur hauptberuflichen Selbstständigkeit Steuervorteile. Abgaben in Sachen Umsatz- und Gewerbesteuer kannst du beispielsweise verringern oder umgehen, wenn das Einkommen einen entsprechenden Wert nicht überschreitet. So musst du als Kleinstunternehmer Erstere nur zahlen, wenn der Umsatz im vorangegangenen Jahr über einer Grenze von 22.000 Euro lag und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro überschreitet. Bei der Gewerbesteuer liegt der Grenzwert bei 24.500 Euro im Jahr. Mehr Infos zu diesem Thema findest du hier

Möchtest du nun etwa nebenberuflich einen Kiosk oder ein kleines Restaurant betreiben, ist das Führen eines Kassenbuchs gesetzlich vorgeschrieben, weil bei diesen Unternehmungen viele Bargeldzahlungen anfallen.

Zeichnest du in diesem Fall nicht penibel deine Barverkäufe auf, legt das Finanzamt einen Wert fest, indem es dein Einkommen schätzt. Eine solche Schätzung fällt in aller Regel zu deinen Ungunsten aus. Notiere also sämtliche Zahlungseingänge sowie -ausgänge genau und hebe die zugehörigen Belege aufEin Kassenbuch muss immer exakt den Inhalt deiner Kasse widerspiegeln.

Aufbau des Kassenbuchs: 

Jeden einzelnen sogenannten Geschäftsvorfall, der mit Bargeld bezahlt wurde, solltest du auf diese Weise erfassen: 

  • Datum des Geschäftsvorfalls
  • Belegnummer beispielsweise in Form einer eindeutigen Rechnungsnummer
  • Buchungstext zur Beschreibung des Geschäftsvorfalls
  • Betrag und Währung der Einzahlung bzw. Auszahlung
  • Umsatzsteuersatz – meist 7 bis 19 Prozent. 
  • Höhe der Umsatzsteuer als absoluter Betrag
  • Aktualisierter Kassenbestand

Für die Finanzbuchhaltung kann es durchaus von Vorteil sein, wenn du eine Buchhaltungssoftware verwendest. Solche gibt es mittlerweile online für kleines Geld. Ein Buchhaltungsprogramm hilft dir zum Beispiel dabei, deine Rechnungen und Belege zu verwalten. 

Übrigens: Im Einzelhandel nutzt man allgemein elektronische Registrierkassen, die automatisch Geschäftsvorfälle aufzeichnen. So muss das Kassenbuch nur die sogenannte Tageslosung, also den Tagessaldo und Kassenbestand festhalten. 

Gehst du nur einem Minijob auf 450-Euro-Basis nach, musst du dir über die genannten Punkte ohnehin keine Gedanken machen. In diesem Falle zahlst du keinerlei Abgaben und bist auch nicht verpflichtet, deine Einnahmen oder Umsätze beim Finanzamt anzugeben. Das übernimmt der Arbeitgeber.

Fazit: 

In der Regel fallen für nebenberufliche Tätigkeiten keine Bargeldzahlungen an, die es nötig machen, dass du ein Kassenbuch führst. Allerdings solltest du deine jeweiligen Kosten und Einnahmen genau im Auge behalten. So erkennst du, welche steuerlichen Abgaben auf dich zukommen können. 

Teile diesen Artikel

Beliebte Beiträge