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Kontogebühren für Nebenjobber: Diese Ersparnisse sind möglich

 

Wer einen Nebenjob hat, der erhält den Lohn für die geleistete Arbeit in aller Regel per Überweisung – entweder zum Monatsende oder zur Monatsmitte - auf sein Konto (in den allermeisten Fällen handelt es sich um ein Girokonto). Wann genau das Geld eintrifft, regelt der Vertrag. Was für den Nebenjobber eigentlich erfreulich ist (denn wer bekommt nicht gerne Lohn für seine Arbeit?), könnte ihn allerdings im schlechtesten Fall sogar Geld kosten. Der Grund: Sobald ein Bankinstitut einen regelmäßigen Geldeingang feststellen kann, könnte dieses die Vermutung hegen, dass es sich nicht mehr um ein kostenfreies Bankkonto handeln muss – schließlich bekommt der Kontoinhaber ja Geld und könnte demzufolge auch Gebühren bezahlen. Welche Optionen es gibt, diese Kosten zu umgehen oder alternativ steuerlich geltend zu machen, verrät dieser Beitrag.

cash

Abbildung 1: Gehalt in Cash? Das gibt es nur in den allerwenigsten Fällen. Stattdessen wird auch das Gehalt aus dem Nebenjob meist per Überweisung auf das Girokonto geschickt.

 

Der Geldeingang bestimmt die Kontogebühr

Wie bereits erwähnt, ist es bei einigen Bankinstituten so, dass die Gebühren sich danach staffeln, was die Bank an regelmäßigem Geldeingang verzeichnet. Dabei haben es deutsche Bankkunden noch vergleichsweise gut, denn im Europa-Vergleich liegen sie in puncto Kontoführungsgebühren im Mittelfeld. Spitzenreiter ist einem Vergleich auf dieser Seite zufolge Italien. Hier kostet das Bankkonto seinen Besitzer am meisten. Zu schummeln gibt es an dieser Stelle nur reichlich wenig, denn selbst wer angibt, kein regelmäßiges Einkommen zu haben, kann dies spätestens dann nicht mehr leugnen, wenn regelmäßig ein Geldeingang zu verzeichnen ist. 

Via Konto-Vergleich zum günstigsten Anbieter

Wer nach einem günstigen Konto sucht, sollte unbedingt den voraussichtlichen Geldeingang schätzen, um valide Zahlen zu den Kontoführungsgebühren zu erhalten. Ein weiterer Tipp ist ein Girokonto-Vergleich, denn Kontoführungsgebühren sind ein wichtiges Vergleichsmerkmal bei der Wahl eines Girokontos. Neben kostenfreien Konten gibt es andere Modelle, die 1,90, 4,90 oder gar 10,90 Euro monatlich kosten. Achtung: Selbst wenn ein Girokonto keine Grundgebühr ausweist, könnte der Umgang mit dem Konto teuer werden. Neben dem Blick auf die Kontoführungsgebühren ist es ebenso wichtig auf etwaige Gebühren für Buchungen, Abhebungen oder andere Kontoleistungen zu achten.

 

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Insgesamt können nämlich spürbare Unterschiede bestehen, die bares Geld kosten. Das Portal Konto.org, das bei der Wahl des besten Girokontos hilft, hat diesbezüglich umfangreiche Vergleiche und Berechnungen angestellt. Das Ergebnis: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Konto liegen Kostenunterschiede von 100,09 Euro im ersten Jahr und 60,6 Euro in jedem Folgejahr. Diese Zahlen wurden für einen monatlichen Geldeingang von 450 Euro, ein durchschnittliches Guthaben von 900 Euro und einem Kreditkartenumsatz von 500 Euro pro Jahr ermittelt.

Kontoauszug

Abbildung 2: Wichtig beim Girokontovergleich ist der Blick auf alle möglichen Kontogebühren. Nur weil null Euro an Kontoführungsgebühren ausgewiesen sind, heißt das nicht, dass Abhebungen am Schalter, das Ausdrucken von Kontoauszügen oder Buchungen kostenfrei sind. 

 

Das Konto ohne Gehaltseingang kann eine Option sein

Für einige Bankinstitute fallen die Konten von Studenten, Geringverdienern und Minijobbern in die Rubrik jener, die über kein Gehalt (also kein nennenswertes Gehalt) verfügen. Das wiederum bedeutet für die Kontoinhaber auch: Sie kommen in den Genuss eines kostenfreien Kontos, für das keine Kontoführungsgebühren erhoben werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, abzuklären, ob es Gehaltslimits für Konten ohne Gehaltseingang gibt. Damit könnte beispielsweise das unregelmäßige Einkommen eines Studenten noch in die Rubrik „kostenfrei“ fallen, während ein regelmäßiger Mini- oder Nebenjob kostenpflichtig würde. Vorsicht ist hingegen bei gut bezahlten Werkstudentenjobs geboten. Sie könnten etwaige Einnahmegrenzen übersteigen.

Kündigungsrecht bei Gebühreneinführung oder -erhöhung

Wussten die Betroffenen nicht bereits im Vorfeld über eine Erhebung von Kontoführungsgebühren Bescheid (steht das also nicht ausdrücklich so in den Vertragspapieren beschrieben), haben Verbraucher ein Kündigungsrecht, wenn ihnen plötzlich die Erhebung oder Erhöhung von Gebühren ins Haus flattert. Dabei gilt die Einspruchsfrist, die auf dem jeweiligen Schreiben dokumentiert ist als bindend. Wer nicht zustimmt, willigt damit quasi stillschweigend ein.

Steuererklärung

Abbildung 3: In der Steuererklärung lassen sich Kontoführungsgebühren pauschal mit 16 Euro absetzen - für beruflich bedingte Kontobewegungen. Auch die Gebühren für die Kreditkarte lassen sich steuerlich geltend machen.

 

Kontoführungsgebühren lassen sich pauschal absetzen

Um Kontoführungsgebühren von der Steuer absetzen zu können, gilt in Deutschland ein Pauschalbetrag von 16 Euro. Dieser Pauschalbetrag lässt sich für „beruflich bedingte Überweisungen“ absetzen, heißt es im Steuer-Ratgeber. Übersteigen die Ausgaben diesen Betrag, ist nur noch ein Teil abzugsfähig. Abzugsfähig sind übrigens auch Gebühren, die für die Kreditkartennutzung anfallen – allerdings nur, wenn prozentual angegeben werden kann, wie hoch die private und wie hoch die berufliche Nutzung der Kreditkarte ist. Weitere Steuertipps für die Steuererklärung 2020 wurden in diesem Beitrag zusammengefasst.

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