Was bedeutet Leasing – und warum ist diese Finanzierungsform interessant für Selbstständige – und auch für Existenzgründer?

Viele Unternehmen nutzen Leasing als Finanzierungsmöglichkeit für das Firmenfahrzeug. Immer mehr Existenzgründer gehören in die Gruppe der Leasingnehmer.  Einfach ausgedrückt bedeutet Leasing, dass der Leasingnehmer ein zeitlich befristetes Nutzungsrecht an einer Ware erhält. Nach Ablauf des Vertrages hat der Leasingnehmer der Leasingnehmer das Recht, gegen eine vorher vereinbarte Restsumme die Ware käuflich zu erwerben.

Der Unterschied zur reinen Vermietung oder Verpachtung besteht also darin, dass der Leasinggegenstand nach Ablauf des Vertrages gekauft werden kann. Leasen lässt sich vieles, vor allem im Bereich der Wirtschaftsgüter, unter anderem beispielsweise Kopiergeräte, Baumaschinen, Produktionsmaschinen, Gabelstapler etc.. Eines der bekanntesten Leasingobjekte jedoch ist das Auto, insbesondere das Firmenfahrzeug bei Selbstständigen.

Durch Leasing bietet sich die Möglichkeit, den Firmenwagen zu finanzieren, ohne dabei einen Kredit bei einer Bank in Anspruch nehmen zu müssen. Die Leasingraten lassen sich steuerlich absetzen. Dennoch ist die Entscheidung für oder gegen eine Finanzierung über Leasing nicht immer einfach zu treffen…

Die zwei Leasing-Formen: Finance-Leasing und das Operation-Leasing.

Beim Finance-Leasing gibt es drei Beteiligte: Den Leasingnehmer, die Leasinggesellschaft und den Leasinggeber. Der Leasingnehmer wählt die Ware aus, die Leasinggesellschaft kauft die Ware beim Leasinggeber und vermietet sie an den Kunden (den Leasingnehmer). Dieser Vertrag ist während der festgelegten Laufzeit von keiner der beteiligten Parteien kündbar. Operation-Leasing bezeichnet kurzfristige und jederzeit kündbare Mietverträge zur Überlassung von Objekten.

Vorteile beim Leasing

Einfach gesagt, ist Leasing für ein Unternehmen eine Finanzierungsform, durch die schnell auf geänderte Marktsituationen reagiert werden kann – durch Leasing von Wirtschaftsgütern kann die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens gesichert werden. Zu den Vorteilen beim Leasing zählen im Einzelnen:

  • Investitionen sind im Extremfall ohne Einsatz von Eigenkapital bzw. ohne die Aufnahme eines Bankkredites möglich. Der Leasingnehmer zahlt also nicht für das Eigentum eines Objektes, sondern nur für dessen Nutzung.
  • Sofern die Grundmietzeit beim Leasing unter der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes liegt, ist es für Unternehmen möglich, sich schneller an technische Neuerungen anzupassen und diese zu nutzen. Allerdings darf dabei die 40/90-Regel nicht außer Acht gelassen werden.
  • Leasing erhöht den Liquiditätsspielraum eines Unternehmens, denn notwendige Investitionen können ohne Eigenkapital erfolgen. Die Zahlungen und Erlöse erfolgen parallel zur Nutzung des Leasingobjektes.
  • Die Raten – und zwar Zins und Tilgung – können monatlich als Betriebsausgaben geltend gemacht werden und sind bei Gewerbetreibenden zu 100 Prozent steuerlich absetzbar.
  • Leasingobjekte zählen nicht zum Gewerbekapital – dies wirkt sich vorteilhaft auf die Gewerbesteuerbelastung aus.

Nachteile beim Leasing

Obwohl Leasing sich vorteilhaft auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens auswirken kann, sollten Sie trotzdem die Nachteile beim Leasing nicht außer acht lassen und sorgfältig abwägen…

  • Leasing ist grundsätzlich teurer als Barkauf
  • Das Leasingobjekt ist nicht Ihr Eigentum, Sie können es nur zeitlich begrenzt nutzen
  • Die laufenden Kosten für Versicherung (zum Beispiel bei Fahrzeugen ist Vollkasko ein MUSS) und Wartung sind unter Umständen höher als wenn Sie frei entscheiden können, da die Versicherung-, Wartungs- und Pflegemaßnahmen durch den Vertrag vorgeschrieben werden.
  • Die Kosten für eventuell notwendige Reparaturen bei Rückgabe des Objektes nach Vertragsablauf sind für den Leasingkunden nur schwer kalkulierbar

Wie errechnen Sie die Kosten beim Leasing?

Der “Kaufpreis” für das Leasingobjekt setzt sich aus den Leasingraten, der Anzahlung oder anderen Sonderzahlungen und dem vertraglich festgeschriebenen Restwert nach Vertragsablauf zusammen.

“Gesamtkaufpreis” = Leasingraten + Anzahlung + Restwert

Die tatsächlichen Kosten für das Leasing ergeben sich aus der Differenz zwischen diesem Betrag (“Kaufpreis”) und dem offiziellen Richtpreis des Händlers.

Der Restwert als Stolperstein

Im Hinblick auf den Restwert sollten Sie folgendes beachten, damit Sie beim Leasing keine unangenehmen Überraschungen erleben:

  • Wenn zum Beispiel die Leasingraten gering ausfallen, wird dies dazu führen, dass der Restwert des Objektes ausgesprochen hoch angesetzt ist.  Das Objekt kann dann zum Ende der Vertragslaufzeit nur zu diesem überhöhten Kaufpreis erworben werden – was oftmals nicht lohnend ist. Ziehen Sie immer den “Gesamtkaufpreis” für das Objekt zu Rate – wie oben beschrieben. Ein realistischer Restwert sollte sich am Listenverkaufspreis des Händlers orientieren.
  • Wenn der Restwert dagegen niedrig ist, besteht die Möglichkeit, das Fahrzeug nach Vertragsablauf zu erwerben und durch den anschließenden Verkauf die Kosten für das Leasing auszugleichen.

Beachten Sie die 40/90-Regel

Damit Sie Ihre Leasingkosten steuerlich geltend machen können, müssen Sie die sogenannte „40/90-Regel“ unbedingt einhalten. 40/90 heißt, dass die Laufzeit mindestens 40 Prozent, höchstens aber 90 Prozent der betrieblichen Nutzungsdauer des Leasingobjektes (bei Fahrzeugen 5 Jahre) ausmachen darf.

Vergleichen lohnt sich

Ein Leasingvertrag ist nicht wie der andere – um tatsächlich durchs Leasing finanzielle Vorteile zu erzielen, lohnt sich auf jeden Fall ein Vergleich verschiedener Verträge. Dabei ist wichtig, dass Sie sich von verschiedenen Leasinganbietern Kostenvoranschläge machen lassen. Vergleichen Sie diese Kalkulationen mit einem eventuellen Neuanschaffungswert und einem normalen durch ein Bankinstitut finanzierten Kauf. Vergleichen Sie die Leasingraten anhand des Effektivzinses – dieser Zinssatz muss in einem Leasingvertrag angegeben sein.

Ziehen Sie beim Vergleich ebenfalls in Betracht, welche Laufzeit der Leasingvertrag hat und um welche Art Vertrag es sich handelt (man kann beim Leasing beispielsweise bis zur Vollamortisation ohne verbleibenden Restwert gehen).

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