Besonders für glückliche Paare ist es eine traumhafte Vorstellung: Das eigene Geschäft gemeinsam mit dem Lebenspartner zu gründen.

Eine „24-Stunden-Partnerschaft“ entsteht – das gemeinschaftliche Startup unter Lebensgefährten ist kein Ausnahmefall. „24-Stunden-Paare“ sollten sich darauf einstellen, dass das gemeinsame Leben und Arbeiten die Beziehung sowohl positiv als auch negativ beeinflussen kann.

Aus Liebenden werden also gleichzeitig Geschäftspartner. Bei aller Liebe sollten beide Partner ihr Geschäft auf eine solide rechtliche Basis stellen, um Enttäuschungen oder Fehlentwicklungen vorzubeugen.

Denn auch wenn zur Zeit der Gründung der Himmel noch voller Geigen hängt, muss das leider nicht immer so bleiben.

Schließen Sie Verträge über Mitarbeit, Privatkredite etc.

Egal, ob verheiratet oder nicht – wenn der Partner im Geschäft des anderen mitarbeitet, sollte ein Arbeitsvertrag abgeschlossen werden. Und dabei ist es egal, ob man im Bistro des Partners kellnert, die laufende Buchhaltung erledigt, im Fitness-Studio Hand anlegt oder oder oder… Besonders, wenn die Mitarbeit nicht unentgeltlich erfolgt, können Sie auf einen Arbeitsvertrag mit Ihrem Ehepartner oder Lebenspartner im Hinblick auf das Finanzamt gar nicht verzichten.

Wenn der Himmel voller Geigen hängt ist es selbstverständlich, dass man dem Partner während der Gründungphase mit Rat, Tat und unter Umständen auch Geld zur Seite steht. Auch wenn es unpersönlich und bürokratisch erscheint: Gut beraten ist, wer einen Vertrag über die Mitarbeit oder über die Zurverfügungstellung finanzieller Mittel abschließt.

Ohne Vertrag ist es für einen Partner, der nicht als Geschäftspartner am Unternehmen beteiligt ist, im Falle einer Trennung sehr schwer, im Nachhinein einen Ausgleich für die Zurverfügungstellung seiner Arbeitskraft oder die Rückzahlung der finanziellen Mittel zu erstreiten. Denn allein der Umstand, dass ein Lebenspartner den anderen durch seine unentgeltliche Arbeitskraft oder durch materielle Zuwendungen bei der Vermögensbildung unterstützt, reicht nicht aus, um vor Gericht einen finanziellen Ausgleich dessen zu bekommen. Nur in dem Fall, dass der Partner so viel Engagement im Geschäft des anderen eingebracht hat, dass er quasi als der zweite Chef anzusehen ist, machen die Richter eine Ausnahme.

Diese Rechtsformen bieten sich bei einer Geschäftsgründung mit dem Lebenspartner an

BGB-Gesellschaft und Gesellschaftervertrag

Wenn zwei, drei oder mehr Personen sich zur Erfüllung einer gemeinsamen Aufgabe zusammen schließen, so entsteht automatisch eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts – die sogenannte BGB-Gesellschaft. Im Grunde unterscheidet sich die BGB-Gesellschaft nur unerheblich von Einzelunternehmung. Zur Gründung einer BGB-Gesellschaft ist kein Eintrag im Handelsregister und auch kein Notar oder Anwalt erforderlich. Die Gründung ist formlos möglich – auch ein Gesellschaftervertrag muss nicht zwingend schriftlich abgeschlossen werden. Eine mündliche Vereinbarung zwischen den (Geschäfts-)Partnern genügt. Dennoch empfiehlt sich ein schriftlicher Gesellschaftervertrag, um späteren Missverständnissen oder gar Streitigkeiten vorzubeugen. Im Vertrag wird der Zweck des Unternehmens und die wichtigsten Rechte und Pflichten der Partner festgehalten.

Normalerweise wird der Gewinn der BGB-Gesellschaft zu gleichen Teilen an die Gesellschafter ausgezahlt (und unterliegt der persönlichen Einkommensteuer). Die Haftung für Verluste erfolgt ebenfalls persönlich und mit dem gesamten Betriebs- und Privatvermögen. Allerdings können alle Vereinbarungen zwischen den Teilhabern im Gesellschaftervertrag frei festgehalten werden.

GmbH, Mini-GmbH (UG) oder Ltd. als Alternative

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist keine Personengesellschaft wie ein Einzelunternehmen oder die GbR, sondern eine Kapitalgesellschaft. Der entscheidende Vorteil einer GmbH liegt in der Haftung, denn falls die Geschäftsgründung fehlschlägt und unterm Strich Schulden abzutragen sind, haften der oder die Gesellschaftgründer nicht mit Ihrem gesamten Vermögen (also auch dem privaten), sondern lediglich mit ihrer Gesellschaftseinlage.

Allerdings hat bei allen Vorteilen im Hinblick auf die Haftung die Gründung einer GmbH auch Nachteile – und das sind vor allem die Formalitäten. Allein schon die Gründung einer GmbH ist nicht so einfach und formlos möglich wie die einer Personengesellschaft. Die GmbH muss im Handelsregister eingetragen werden, ein Mindest-Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro muss eingebracht werden, wie alle Kapitalgesellschaften ist die GmbH zur Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse verpflichtet.

Weiterhin bietet sich seit der Reform des GmbH-Rechts 2008 in Deutschland auch die Möglichkeit, eine so genannte “Mini-GmbH” zu gründen. Hierbei trägt das Unternehmen den Zusatz “UG (haftungsbeschränkt)”. Eine Mini-GmbH ist wie eine GmbH, allerdings reicht zur Gründung ein Stammkapital von einem Euro (deshalb auch oftmals die Bezeichnung “Ein-Euro-GmbH”). In den Folgejahren müssen nun Rücklagen gebildet werden, bis ein Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist.

Als Alternative zur deutschen GmbH kann die Gründung einer englischen “Limited Company” (abgekürzt Ltd.) in Betracht gezogen werden. Jeder Europäer kann in UK eine Limited gründen. Als Mindest-Stammkapital ist £ 1 vorgesehen. Die persönliche Haftung ist – wie bei der GmbH ausgeschlossen.

Wenn privat nichts mehr läuft: Was passiert bei einer Trennung?

Vielen scheint es zum Gründungszeitpunkt undenkbar, dass man einmal getrennte Wege gehen könnte. Wenn es dennoch zur Trennung kommt, sollten Sie die Möglichkeiten kennen. Auch wenn Sie diese Überlegung beim gemeinsamen Start in die Selbstständigkeit nicht konkret führen möchten: Gründungswillige Paare sollten sich frühzeitig Gedanken darüber machen, was im Fall einer Trennung passieren soll. Am besten sollten Sie sich bereits während der gemeinsamen Geschäftsgründung Gedanken darüber machen, ob und wie Sie sich geschäftlich auseinander setzen, wenn es privat nicht mehr läuft.

Im Falle einer Trennung gibt es mehrere Möglichkeiten

Im Falle einer Trennung stehen mehrere alternative Vorgehensweisen zur Verfügung. Wenn keiner von beiden den Betrieb allein weiterführen möchte, kann das gemeinsame Geschäft verkauft werden und der Erlös bzw. die Schulden auf beide Teile gleich verteilt werden. Dennoch sollten Sie bedenken, dass bei solchen Verkäufen, die ja meist relativ zügig realisiert werden sollen, der Verkaufspreis oft niedriger liegt, als er bei einem „freiwilligen“ Verkauf sein könnte.

Wenn das Geschäft von einem der beiden Partner weitergeführt werden soll, kann eine Vereinbarung über den Verkauf der Anteile des anderen getroffen werden. Und nicht zuletzt gibt es auch Paare, die sich ausgesprochen freundschaftlich trennen – warum sollte dann das gemeinsame Geschäft nicht auch freundschaftlich weitergeführt werden?

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