Der erste Eindruck zählt bekanntermaßen und daran ist unsere Körpersprache maßgeblich beteiligt

Jeder von uns sendet non-verbale Signale, die unser Gegenüber ein vorläufiges Urteil über uns fällen lassen. Wir landen in einer Schublade. Stecken wir in der richtigen, war unser Auftritt gelungen. Hat man uns jedoch in eine Schublade gesteckt, in die wir gar nicht wollen – schüchtern, arrogant oder gar inkompetent – ist schwer sich dort wieder herauszuarbeiten.

Besser also, wir steuern den Eindruck unseres Gesprächspartners gleich in die richtige Richtung. Und da wir in den ersten Sekunden wenig Gelegenheit zum Reden haben, ist es umso wichtiger, ganz bewusst mit unserer Körpersprache umzugehen. Auch während eines Gespräches ist es von großer Bedeutung, welche Signale wir durch unsere Körpersprache senden.

Im Umgang mit Geschäftspartnern können Sie schon verloren haben, noch bevor Sie ein Wort gesagt haben. Nutzen Sie also das Potenzial, dass Ihnen durch die Körpersprache zusätzlich gegeben ist.

Der erste Eindruck: Ihr Äußeres

Wenn wir auf einen Menschen treffen, ist der erste Eindruck ausschlaggebend. Und dieser wird in erster Linie durch unser Äußeres geprägt, denn gesprochen haben wir zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch keine einzige Silbe.

Achten Sie also auf ein gepflegtes Äußeres. Dazu gehört eine ordentliche Kleidung, die nicht zu extravagant sein sollte. Ihr Parfum sollte ebenso wenig aufdringlich sein. Das gilt übrigens auch für den Schmuck. Kleiden Sie sich Ihrem Stil entsprechend. Immerhin sollen Sie authentisch bleiben. Passen Sie sich jedoch dem Business, in dem Sie tätig sind an. Arbeiten Sie in einer konservativen Branche, wie beispielsweise in Banken und Versicherungen, sind Anzug und Krawatte selbstverständlich. Haben Sie es jedoch mit Handwerkern zu tun, sind Sie mit diesem Outfit vollkommen fehl am Platze. Man würde Sie vermutlich nicht ernst nehmen.

Kleiden Sie sich also gepflegt und ordentlich aber angemessen. Und wie so oft gilt auch hier „Weniger ist mehr“. Übertreiben Sie es also nicht mit Accessoires.

Die Begrüßung

Auf den ersten Eindruck, der durch Ihr Äußeres geprägt wird, folgt unmittelbar die Begrüßung. Auch diese trägt maßgeblich zu dem Bild bei, dass sich Ihr Gegenüber unweigerlich von Ihnen machen wird, wenn Sie sich das erste Mal begegnen.

Einen laschen, feuchtwarmen Händedruck schätzt niemand. Auch das Gefühl, sich die Finger zu brechen, wenn man Ihnen die Hand gibt, kommt nicht besonders gut an. Finden Sie also ein Mittelmaß.

Um auf einen anderen sympathisch zu wirken, gehen Sie entschlossen und festen Schrittes auf ihn zu und halten einen Abstand von etwa einer Armlänge. Treten Sie dichter an ihren Gesprächspartner heran, entsteht schnell das Gefühl einer Bedrohung – er wird automatisch einen Schritt zurückweichen. Achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung und sehen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen. Halten Sie Blickkontakt und lächeln Sie. Begrüßen Sie Ihn mit freundlicher Stimme und einem souveränen Händedruck – wie gesagt: nicht zu fest und nicht zu schlapp.

Frauen müssen stärker als Männer darauf achten, dass Sie mit Ihrer Stimme nicht zu hoch gehen. Denn viele Frauen neigen dazu, zu „flöten“. Häufig wirkt das nicht nur unangenehm sondern kann auch dazu führen, dass man vom anderen weniger ernst genommen wird. Bemühen Sie sich und gehen Sie lieber eine Oktave tiefer.

Halten Sie den Blickkontakt

Vielen Menschen fällt es schwer, anderen in die Augen zu schauen. Doch im Umgang mit Geschäftspartnern ist ein stetiger Blickkontakt eine der wichtigsten Regeln, die Sie befolgen sollten. Sie signalisieren dadurch die uneingeschränkte Aufmerksamkeit und Interesse an Ihrem Gegenüber. Erst recht, wenn es schwierig wird und Sie sich in Konfliktgesprächen befinden, ist der Blickkontakt das A und O. Weichen Sie nicht aus, wenn man Ihnen eine unangenehme oder heikle Frage stellt. Denn ein zugewandter Blick zeugt von Sicherheit. In einem Gespräch mit mehreren Teilnehmern müssen Sie mit jedem einzelnen Blickkontakt halten – und das möglichst ausgeglichen, damit sich niemand vernachlässigt fühlt.

Distanz wahren: Respektieren Sie das „Revier“ Ihres Gegenübers

Wie nah Sie einem Gesprächspartner kommen können, hängt grundsätzlich von der Beziehung zwischen Ihnen ab. Doch für alles gibt es Regeln. Sogar für die so genannte «gesellschaftliche Distanz». Demnach müssen Sie zu Ihrem Gesprächspartner einen Abstand von mindestens 1,5 Metern halten. Das gilt übrigens auch bei Tisch.

Respektieren Sie das Revier Ihres Gegenübers und dringen Sie nicht in dessen Zone ein. Jeder hat seinen Bereich – eine unsichtbare Grenze, die es einzuhalten gilt. Wenn Sie Unterlagen ausbreiten, achten Sie darauf, diese nicht in den Bereich Ihres Gesprächspartners zu stapeln. Wenn Sie etwas aus Ihrer Tasche nehmen, gehört diese nicht auf den Tisch des Gegenübers.

Den richtigen Abstand zu wahren, ist besonders wichtig, wenn es sich um Erstkontakte handelt. Kennen Sie Ihren Gesprächspartner besser, kommt es auf den exakten Abstand nicht mehr so sehr an.

Gestik

Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie wild sie mit Händen und Füßen gestikulieren, während Sie einen Vortrag halten. Für die Zuhörer kann das unter Umständen sehr anstrengend werden, denn es wirkt hektisch und lässt auf Unsicherheit schließen. Nutzen Sie Ihre Hände gar nicht, erzeugen Sie das Gegenteil. Dann nämlich wirken Sie nicht nur langweilig und gehemmt.

Ein positives Klima schaffen Sie jedoch, indem Sie zustimmend mit dem Kopf nicken, eine aufrechte und offene Körperhaltung einnehmen. Vermeiden Sie auch nervöses Herumspielen beispielsweise mit dem Kugelschreiber oder an der Brille.

Richtig sitzen

Wenn Sie Ihrem Gesprächspartner gegenübersitzen, achten Sie darauf, Ihre Füße nicht um die Stuhlbeine zu wickeln. Negativ wirkt auch eine abgewandte Körperhaltung sowie verschränkte Arme vor der Brust. Achten Sie daher auf eine offene Körperhaltung und neigen Sie den Oberkörper leicht in Richtung Ihres Gegenübers. Das wirkt offen und aufmerksam. Darüber hinaus verkörpert diese Haltung Sympathie. Wenn Sie es beeinflussen können, achten Sie darauf, dass Sie mit Ihrem Gesprächspartner über Eck sitzen.

Richtig stehen

Stehen Sie Ihrem Gesprächspartner gegenüber, achten Sie auch hier auf eine lockere und offene Haltung. Verschlingen Sie nicht die Beine miteinander. Stehen Sie bequem und mit den Füßen schulterbreit auseinander. Halten Sie sich nicht an Tischen oder Stühlen fest und verschränken Sie nicht die Arme. Auch Gestik unterhalb der Gürtellinie sind tabu. Wenn Sie die Hände zu Hilfe nehmen, spielt sich alles oberhalb der Gürtellinie ab. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie es mit dem Gestikulieren nicht übertreiben. Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie wirken und auftreten, machen Sie den Selbsttest. Lassen Sie sich mit einer Videokamera aufnehmen, während Sie einen Vortrag halten. Das Ergebnis wird Sie überraschen, doch es übt ungemein.

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