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Abschlussarbeit schreiben, während der Nebenjob weiterläuft: So bekommst du beides unter einen Hut

17-08-2026 StudentJob Partner

Die Miete läuft weiter, auch wenn der Abgabetermin näher rückt. Viele Studierende schreiben ihre Abschlussarbeit deshalb zwischen Spätschicht, Wochenenddienst und Semesterendspurt. Das klingt anstrengender, als es sein muss. Mit einem realistischen Plan lassen sich Job und Arbeit gut vereinbaren, und an manchen Stellen hilft der Nebenjob sogar beim Schreiben. Wer es gewohnt ist, Schichten zu planen, plant auch Kapitel.

Erst der Kassensturz, dann der Zeitplan

Bevor du den Schreibplan aufstellst, lohnt ein ehrlicher Blick auf beide Kalender. Wie viele Stunden arbeitest du wirklich pro Woche, mit Anfahrt? Wann bist du am konzentriertesten, morgens oder eher spät? Und wie viele Wochen bleiben bis zur Abgabe? Aus diesen drei Antworten entsteht dein Wochenraster. Trag die Schreibzeiten als feste Termine ein, genauso verbindlich wie eine Schicht. Der Unterschied zum Vorsatz „ich schreibe am Wochenende“ ist enorm: Ein eingetragener Termin hat eine Uhrzeit, einen Ort und ein Ende. Ein Vorsatz hat nichts davon. Einmal pro Woche lohnt sich außerdem ein kurzer Realitätscheck von zehn Minuten: Was ist geschafft, was hat sich verschoben, was heißt das für die kommende Woche? So merkst du früh, wenn der Plan kippt, und kannst reagieren, solange noch Wochen übrig sind und keine Tage.

Schreibfenster, die zur Schicht passen

Nach acht Stunden Kellnern noch Literatur auswerten? Das funktioniert selten. Leg die großen Schreibblöcke auf Tage mit kurzen oder ganz ohne Schichten. Für die Abende nach der Arbeit eignet sich der Kleinkram: Quellen sortieren, Zitate prüfen, das Literaturverzeichnis pflegen. Solche Aufgaben brauchen wenig Konzentration und geben trotzdem das Gefühl, weitergekommen zu sein. Hilfreich ist eine Liste mit Fünf-Minuten-Aufgaben, die du in Wartezeiten abarbeiten kannst, in der Bahn etwa oder in der Pause. Kleine Schritte summieren sich über Wochen zu erstaunlich viel Text. Und so verlockend es klingt, jede freie Minute zu verplanen: Halte dir einen Tag pro Woche komplett frei, ohne Job und ohne Arbeit. Wer sieben Tage durcharbeitet, schreibt ab Woche drei langsamer, gereizter und fehleranfälliger. Der freie Tag ist kein Luxus, er hält das System am Laufen.

Reden hilft: dein Arbeitgeber weiß gern Bescheid

Wer Werkstudierende oder Minijobber beschäftigt, kennt Abgabephasen zur Genüge. Sag deshalb früh Bescheid, wann es bei dir ernst wird, und frag konkret nach: Lassen sich die Stunden für sechs Wochen reduzieren? Schichten tauschen? Urlaub rund um die Abgabe legen? Bezahlten Urlaub bekommst du übrigens auch im Minijob, der gesetzliche Anspruch gilt anteilig zu deinen Arbeitstagen. Rechtzeitig angesprochen findet sich fast immer eine Lösung. Eine kurzfristige Absage in der Abgabewoche kommt dagegen selten gut an, bei keinem Chef. Als Werkstudentin oder Werkstudent hast du ohnehin einen Rahmen, der Rücksicht auf das Studium nimmt: In der Vorlesungszeit gelten die bekannten zwanzig Wochenstunden als Obergrenze. Ob du diese Grenze in der Abgabephase überhaupt ausreizen willst, ist eine andere Frage. Viele fahren in den letzten sechs Wochen bewusst auf die Hälfte runter.

Das Budget für die Schlussphase

Eine Abschlussarbeit kostet Geld, ausgerechnet am Ende des Semesters. Software, Fachbücher, vielleicht ein Korrektorat, dazu Druck und Bindung der Pflichtexemplare. Gut, wenn der Nebenjob das Polster dafür liefert. Kalkuliere die Posten trotzdem vorher durch. Wer die Bachelorarbeit binden lassen möchte, entscheidet mit der Bindungsart nämlich auch über den Preis. Ein Hardcover kostet mehr als ein Softcover, viele Prüfungsämter erwarten für das Abgabeexemplar allerdings genau das. Für Zweitexemplare reicht oft die günstigere Variante. Bestell am besten alles in einem Auftrag: Bei vielen Anbietern sinkt der Stückpreis, sobald mehrere Exemplare zusammenkommen. Überleg dir dafür vorher, wer alles eines bekommen soll: Prüfungsamt, Betreuung, vielleicht der Praxispartner, dazu eines für dich. Eine Nachbestellung Wochen später bedeutet sonst neuen Aufwand und neue Versandkosten.

Die Abgabewoche um deine Schichten herum planen

In der letzten Woche zählt jeder Tag doppelt. Rechne rückwärts: Wann muss die Arbeit beim Prüfungsamt liegen? Wann müssen die gebundenen Exemplare bei dir sein? Wann muss das finale PDF stehen? Zwischen finalem PDF und Abgabe gehören mindestens drei Werktage Puffer, denn der Versand braucht Zeit und Feiertage fragen nicht nach deinem Abgabetermin. Praktisch für alle mit vollem Schichtplan: Wer die Masterarbeit binden lassen möchte, kann die Bestellung online auch spät abends nach Feierabend aufgeben. Nimm dir davor eine halbe Stunde für die Druckvorschau und blättere jede Seite durch, vom Deckblatt bis zum Anhang. Was dort stimmt, stimmt auch gedruckt. Denk zum Schluss an die digitale Abgabe, falls deine Hochschule eine verlangt: Datei im geforderten Format hochladen, Bestätigung speichern, fertig. Klingt banal, geht in einer vollen Woche aber erstaunlich oft unter.

Wenn es doch eng wird

Manchmal hilft der beste Plan nichts. Die Datenerhebung zieht sich, ein Kapitel kippt, der Job verlangt plötzlich mehr Stunden. Dann gilt eine Reihenfolge: zuerst mit der Betreuung sprechen, danach mit dem Arbeitgeber. Betreuende wissen, was das Prüfungsamt in begründeten Fällen ermöglicht, etwa eine Verlängerung bei Krankheit. Der Nebenjob allein zählt dabei selten als Grund. Genau deshalb lohnt sich der Puffer von Anfang an. Und falls du zwischen zwei schlechten Optionen wählen musst: Ein reduzierter Job lässt sich später wieder aufstocken. Ein verpasster Abgabetermin nicht.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Stunden Nebenjob sind während der Abschlussarbeit realistisch?

Das hängt von Thema, Job und Energielevel ab. Viele kommen mit zehn bis fünfzehn Wochenstunden gut zurecht, in der heißen Phase gern weniger. Wichtiger als die genaue Zahl ist ein fester Rhythmus, der dir planbare Schreibfenster lässt.

Habe ich im Minijob oder als Werkstudentin Anspruch auf Urlaub?

Ja. Der gesetzliche Urlaubsanspruch gilt auch für Minijobs und Werkstudententätigkeiten, anteilig zur Zahl deiner Arbeitstage. Sprich die Planung früh mit deinem Arbeitgeber ab, dann kannst du den Urlaub gezielt um den Abgabetermin legen.

Was kostet die Schlussphase ungefähr?

Je nach Bindungsart, Farbanteil und Zahl der Exemplare bewegen sich Druck und Bindung meist im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich. Dazu kommen eventuell Korrektorat, Software oder Fachliteratur. Ein Kassensturz einige Wochen vorher nimmt der Sache den Schrecken.

Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?

Häufig ja. Ausgaben rund ums Studium, darunter Druck und Bindung der Abschlussarbeit, lassen sich je nach Konstellation als Sonderausgaben oder Werbungskosten angeben. Die Einordnung hängt unter anderem davon ab, ob es dein Erststudium ist. Im Zweifel hilft eine Steuerberatung oder ein Lohnsteuerhilfeverein.

Was mache ich, wenn Schichtplan und Abgabetermin kollidieren?

Früh reden, auf beiden Seiten. Arbeitgeber können Schichten tauschen oder dich für die entscheidende Woche freistellen, die Betreuung kennt die Spielräume des Prüfungsamts. Warte mit beidem nicht bis zur letzten Woche, dann sind die Möglichkeiten am größten.



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