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Minijob und Hauptjob – kann ich noch einen zweiten Minijob annehmen?

Von Nebenjob am 23-01-2014
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Hauptjob 2 Nebenjobs

Der zweite Minijob auf 450-Euro-Basis wird mit Ihrer Hauptbeschäftigung zusammengerechnet – und das hat Folgen

Für viele Arbeitnehmer ist es mittlerweile ganz normal, sich mit einem Nebenjob auf 450 Euro Basis sein Einkommen aus dem (sozialversicherungspflichtigen) Hauptjob aufzubessern. Nicht selten wird mit diesem einen Nebenjob die Verdienstgrenze in Höhe von 450 Euro monatlich gar nicht erreicht. Da liegt es nahe, einen weiteren Minijob anzunehmen, um die maximale Verdienstgrenze voll auszuschöpfen. Diese Frage, die uns einer unserer Leser im vergangenen Jahr stellte, steht beispielhaft für viele ähnliche Anfragen dieser Art:

Zitat...Ich habe einen Hauptjob und einen Nebenjob, mit dem ich nicht auf die 450 Euro komme. Ich verdiene circa 300 Euro. Dürfte ich noch einen Nebenjob auf 150 Euro Basis machen? Wenn das nicht geht, welche Möglichkeiten habe ich sonst noch?

Wer eine Hauptbeschäftigung hat, bei der er sozialversicherungspflichtig unter Vorlage einer Lohnsteuerkarte arbeitet, kann parallel dazu nur einen sozialversicherungsfreien Minijob ausüben. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob in diesem Nebenjob 200, 300 oder 400 Euro verdient werden – jeder weitere Nebenjob wird mit dem Hauptjob zusammengerechnet und ist sozialversicherungspflichtig in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Wichtig: Sie können nicht frei darüber entscheiden, welcher Ihrer Nebenjobs als Minijob behandelt wird und damit sozialversicherungsfrei bleibt. Es gilt die Regel, dass der zuerst aufgenommene Nebenjob als Minijob behandelt wird. Sie können also nicht einfach den neuen Nebenberuf (mit dem Sie unter Umständen mehr verdienen) zum sozialversicherungsfreien Minijob machen.

 

Wie sieht es mit dem zweiten Nebenjob in Bezug auf die Steuer aus?

Da Ihr zweiter Nebenjob (also quasi Ihr „Drittjob“) nicht mehr sozialversicherungsfrei ist, besteht auch keine Möglichkeit mehr, das Arbeitsentgelt pauschal mit 2 Prozent zu versteuern. Diese Nebenbeschäftigung wird unter Vorlage einer Lohnsteuerkarte abgerechnet – und diese Karte wird, sofern Sie Ihren Hauptjob (erwartungsgemäß) mit Lohnsteuerklasse I abrechnen lassen, die Lohnsteuerklasse VI haben.

 

Welche alternative Möglichkeit besteht, um neben einem Hauptjob zwei Nebenjobs günstig abzurechnen?

Dass Sie einen zweiten Minijob auf 450-Euro-Basis nicht sozialversicherungsfrei (und damit auch im Hinblick auf die Steuer vorteilhaft) ausüben können, heißt nicht, dass Sie auf den zweiten Nebenjob verzichten müssen. Denn alternativ haben Sie die Möglichkeit, einen kurzfristigen Minijob zusätzlich zum 450-Euro-Minijob auszuüben.

Dieser kurzfristige Minijob kennt keine Verdienstgrenze, ist ebenfalls sozialversicherungsfrei und wird nicht mit dem Minijob auf 450-Euro-Basis zusammengerechnet. Außerdem kann er unter bestimmten Voraussetzungen mit einer Pauschalsteuer in Höhe von 25 Prozent versteuert werden.

 


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Allerdings - und das ist die die Einschränkung: Der kurzfristige Minijob ist zeitlich auf 70 Arbeitstage bzw. drei Monate im Kalenderjahr (entsprechend einer Übergangsregelung noch bis zum 31.12.2018, anschließend werden es wieder 50 Arbeitstage bzw. zwei Monate sein) begrenzt. Sie können mit Ihrem Arbeitgeber für den kurzfristigen Minijob im Arbeitsvertrag beispielsweise festlegen, dass Sie beispielsweise an zwei Tagen pro Woche (für maximal 70 Arbeitstage) über einen vorher auf höchstens ein Jahr befristeten Zeitraum tätig sein werden. Danach muss das Beschäftigungsverhältnis beendet werden.

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