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Leichte Verwaltung von Nebenjobbern - so geht's

Von L. Müller am 24-10-2018
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Handschlag

Die Beschäftigung von Nebenjobbern ist in vielen Unternehmen üblich geworden. Für einen Arbeitgeber bietet ihre Beschäftigung viele Vorteile: Eine gute Auftragslage kann mit zusätzlichen Arbeitskräften flexibel abgefangen werden, ohne dass zusätzliche Vollzeitkräfte in Anstellung kommen. Für jeden Nebenjobber bedeutet dies immer eine Chance auf einen schnellen und unkomplizierten Nebenverdienst, der zudem steuerfrei ist. Mit dem Wissen um die richtigen Tools und Regeln ist die Verwaltung von geringfügig Beschäftigten leicht gemacht.

 

Geringfügig Beschäftigte in Deutschland: Ein starker Faktor

In Deutschland hat sich die Anstellung von Nebenjobbern zu einer festen Größe etablieren können. Nach Angaben der Agentur für Arbeit bleibt die Zahl der geringfügig entlohnten Arbeitskräfte seit rund zehn Jahren relativ stabil. Im Juli 2018 belief sich deren Anzahl auf insgesamt 7,56 Millionen, darunter sind die ausschließlich und im Nebenjob geringfügig Beschäftigten zusammengefasst. Im Vergleich dazu gab es zur gleichen Zeit rund 32,83 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigte.

Gerade für KMUs bedeutet die Anstellung dieser Arbeitnehmer eine kostengünstigere und risikoärmere Alternative zu Vollzeitangestellten. Selbstverständlich erhalten auch Minijobber einen ordentlichen Arbeitsvertrag und eine korrekte monatliche. Mit geeigneter Unternehmenssoftware sind Lohn- und Gehaltsabrechnung ganz einfach in die Buchhaltung integrierbar. In einer Komplettlösung ergänzen sich diese Module übersichtlich zu anderen Tools wie Auftragsbearbeitung oder Warenwirtschaft.

Damit alle Mitarbeiter auch pünktlich ihre Lohnabrechnungen erhalten, können Arbeitgeber eine Online-Banking-Software für ihre Überweisungen nutzen. Diese funktionieren ohne Installation und monatliche Laufzeiten für alle Bankkonten und sind von überall her zu nutzen. Auch eine Anbindung zum Online-Finanzdienst PayPal ist dabei möglich.

 

Was ist zu beachten bei verschiedenen geringfügigen Beschäftigungsformen?

Alle geringfügig Beschäftigten haben eine maximale Verdienstgrenze von 450 Euro brutto im Monat. Anfallende Sozialversicherungsbeiträge sowie Lohnsteuer werden pauschal anteilmäßig berechnet, darunter fallen folgende Sätze: Krankenversicherung 13 Prozent, Rentenversicherung 15 Prozent, Lohnsteuer zwei Prozent sowie einen pauschalisierten Umlagensatz von circa 1,2 Prozent für Lohnfortzahlungen, Schwangerschaft oder Insolvenz. Ein individueller Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung ist ebenfalls vom Arbeitgeber abzuführen.

Jeder Arbeitgeber, der einen geringfügig Beschäftigten einstellt, sollte bestimmte Regelungen kennen, bevor er einen Arbeitsvertrag verfasst. Dieser ist immer schriftlich erforderlich, damit in einem Streitfall nachweisbar ist, was gemeinsam ausgehandelt wurde.

Klassischer Minijob

Grundsätzlich gibt es die Unterscheidung zwischen kurzfristigen, befristeten Minijobs und unbefristeten Minijobs. Ein Minijob auf 450-Euro-Basis ist der Klassiker unter den Nebentätigkeiten. Dabei ist festgelegt, dass dieser Verdienst monatlich nicht überschritten werden darf. Wie viele Stunden die Tätigkeit regelmäßig in der Woche oder im ganzen Monat abzurechnen sind, ist dabei sehr unterschiedlich. Jeder Beschäftigte darf mehrere Minijobs im Monat ausüben, sofern sie die 450 Euro-Grenze gemeinsam nicht übersteigen. Wichtig ist dabei, dass die Jahresentgeltgrenze von insgesamt 5.400 Euro ebenfalls nicht überschritten wird.

Eine maximale Arbeitszeit von 15 Stunden in der Woche für Minijobs ist mit der Neuregelung im Jahr 2003 weggefallen. Bei einer Einhaltung des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohns ist eine höhere wöchentliche Arbeitszeit ohnehin nicht möglich.

Kurzfristige oder saisonbedingte Minijobs

Die kurzfristigen oder saisonbedingten Minijobs haben eine definierte Zeitgrenze, in der der monatlich erzielte Lohn 450 Euro übersteigen kann. Handelt es sich um nur um einen einzigen Minijob und eine kürzere Einstellungszeit von beispielsweise nur drei Monaten, kann deswegen kurzfristig auch ein höheres Entgelt als 450 Euro herauskommen.

Minijob neben der Hauptbeschäftigung

Wenn ein Angestellter hauptberuflich bei einem anderen Arbeitgeber beschäftigt ist, darf er als Minijobber eine Nebentätigkeit ausüben. Dann ist allerdings nur ein einziger Minijob nebenher erlaubt. Gesetzlich zulässig ist dies außerdem nur in einer anderen Firma. Bei dieser Konstellation gilt folgende Regelung: Es gibt in den meisten Arbeitsverträgen standardmäßig eine Klausel, die besagt, dass ein Nebenjobber seine Tätigkeit bei seinem Haupt-Arbeitgeber anzeigen muss. Diese Informationspflicht besagt allerdings nicht, dass ein Arbeitgeber diesen Nebenjob verbieten darf. Der Arbeitgeber muss jedoch darauf achten, dass durch diesen Nebenjob nicht der Hauptjob leidet, sei es durch Fehlzeiten oder entstehende Fehler.

Laptop

Mehrere Minijobs

Minijobber im Arbeitslosengeldbezug oder in Elternzeit dürfen mehrere Minijobs im Jahr ausüben, vorausgesetzt, sie überschreiten auch hier nicht die Jahresentgeltgrenze von 5.400 Euro. Bei Beziehern von ALG II wird ihnen der Verdienst auf ihr Arbeitslosengeld gestaffelt angerechnet. Beschäftigte in Elternzeit können einen besonderen Vorteil ausnutzen: Sie dürfen in dieser Zeit einen Minijob sogar bei ihrem Hauptarbeitgeber annehmen.

Beschäftigung von Freelancern

Bei der Beschäftigung von freiberuflichen Mitarbeitern sind eher Honorarverträge üblich, die den Projektrahmen und die Tätigkeiten beziehungsweise die Honorarhöhe festlegen. Hier ist der Arbeitgeber von Sozialversicherungsbeiträgen komplett befreit, für alle anfallenden Kosten in diesem Bereich ist der Freelancer selbst verantwortlich. In Rahmenverträgen können Auftraggeber und Freiberufler auch eine regelmäßige Beschäftigung im Monat festlegen, sie gelten dann als sogenannte „feste Freie“. Solange der Freelancer mehrere Auftraggeber hat, stellt dies kein Problem dar. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es sich hier um eine Scheinselbstständigkeit handelt.

 

Rechte von Nebenjobbern

Egal, ob Minijobber oder Teilzeitbeschäftigte, alle Mitarbeiter haben in einem Unternehmen ähnliche Rechte. Arbeitsrechtliche Regelungen gelten für sie genauso wie für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, sie haben ebenfalls Ansprüche auf Urlaub, Entgeltfortzahlungen im Falle von Krankheit oder etwaige Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld. Allerdings fallen solche Zahlungen für Minijobber meist weg, weil dann schnell die maximalen Einkommensgrenzen überschritten sind.

Seit Anfang 2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn von aktuell 8,84 Euro für alle geringfügig Beschäftigten in Deutschland, wobei nur für Praktikanten, Minderjährige ohne Berufsausbildung oder Auszubildende Sonderregelungen in Kraft treten. Die gute Nachricht: Ab 1. Januar 2019 wird der Mindestlohn auf einen Stundensatz von 9,19 Euro angehoben. Die Mindestlohn-Kommission des BMAS hat entschieden, die Lohnuntergrenze weiter zu erhöhen. Zum 1. Januar 2020 steigt der stündliche Zeitlohn weiter an auf 9,35 Euro.

Der Mindestschutz von ArbeitnehmerInnen soll durch die schrittweise Anhebung dazu beitragen, fairere Entlohnungen zu gewährleisten. Für Minijobber oder geringfügig Beschäftigte bedeutet dies, dass sie unterm Strich weniger Arbeitszeit investieren müssen, für Arbeitgeber ändert dies in der Verwaltung grundsätzlich nichts Neues, lediglich die Zahlen werden geändert. Eine Wertschätzung ihrer Mitarbeiter vermittelt diese neue Regelung allemal.

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