NEBENJOB ZENTRALE RATGEBER

Am 01. Januar 2015 wurde der Mindestlohn in Deutschland eingeführt mit dem Ziel, faire und würdige Arbeitsbedingungen für jeden zu schaffen und Lohnarmut zu verhindern. Damit wurde der erste Schritt gemacht, um gegen die Ausbeutung von Arbeitskräften und Lohndumping vorzugehen. Hier erfährst du, wie hoch der aktuelle allgemeine und branchenspezifische Mindestlohn ist, wie er sich im kommenden Jahr entwickelt und wer keinen Anspruch darauf hat.

Höherer Mindestlohn 2019

Zu Beginn der Einführung des Mindestlohns betrug dieser noch 8,50 € Brutto pro Stunde. Nachdem der Mindestlohn 2017 auf 8,84€ pro Stunde angehoben wurde, beträgt er nun seit dem 01. Januar 2019 9,19 € pro Stunde. Für 2020 ist eine weitere Erhöhung auf 9,35 € geplant. Darüber hinaus gibt es für verschiedene Branchen, wie z.B. Leiharbeiter, Pflege, Reinigung, etc. andere Mindestlohnregelungen, die von den gesetzlichen Festlegungen abweichen können. Im Mindestlohngesetz ist festgehalten, dass alle zwei Jahre über den Mindestlohn neu entschieden wird. Das heißt über 2020 hinaus ist bisher noch keine Prognose möglich.

Deutschland zieht damit im europaweiten Vergleich erst sehr spät nach. 21 von 28 Ländern hatten bereits zuvor die gesetzliche Festlegung gefordert und implementiert. Mit der Höhe des Mindestlohns liegt Deutschland allerdings im oberen Drittel. Nur Belgien, Irland, Niederlande, Frankreich und Luxemburg zahlen den Beschäftigten mehr (Stand 2018).

 

In diesen Fällen gilt der Mindestlohn nicht:

  • Jugendliche unter 18 Jahren, die über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen
  • Auszubildende im Rahmen der Berufsausbildung
  • Berufseinsteiger in den ersten 6 Monaten, die vorher arbeitslos waren
  • Pflichtpraktika während der schulischen Ausbildung oder des Studiums
  • Freiwillige Praktika für einen Zeitraum von 3 Monaten oder weniger, die zur Orientierung dienen
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Freiwilligendienst
  • Selbständige
  • Personen im Rahmen einer Einstellungsqualifizierung

 

In diesen Branchen gelten andere Mindestlöhne:

  • Baugewerbe: 12,20 €
  • Aus- und Weiterbildung: 15,26 € / Pädagogische Mitarbeiter (mit Bachelorabschluss) 15,72 € (15,79 €)
  • Dachdeckerhandwerk: Ungelernte 12,20 € / Gesellen 13,20 €
  • Elektrohandwerk (Montage): 11,40 €
  • Gebäudereinigung: Innen- und Unterhaltsreinigung 10,05 €-10,56 € / Glas- und Fassadenreinigung 12,83 €-13,82 €
  • Geld- und Wertdienste: Zwischen 10,38 € und 16,53 € (abhängig vom Bundesland & Tätigkeit)
  • Gerüstbauerhandwerk: 11,35 €
  • Maler- und Lackierhandwerk: Ungelernte 10,60 € / Gesellen 12,40 €-13,30 €
  • Pflegebranche: 10,55 €-11,05 €
  • Schornsteinfegerhandwerk: 13,20 €
  • Steinmetz- und Steinhauerhandwerk: 11,40 €

 

Auch wenn in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn besteht, gibt es, wie die obenstehenden Beispiele zeigen, auch einige Ausnahmen. Deshalb sollte man sich unbedingt im Voraus über den branchenspezifischen Mindestlohn informieren, bevor man sich auf einen Job in der jeweiligen Branche bewirbt. Somit bereitet man sich zugleich bestens auf ein bevorstehendes Bewerbungsgespräch vor. 

 

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