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Seriöse Heimarbeit: Nachgefragt bei der Verbraucherzentrale

Von Nebenjob am 29-01-2010
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Vorsicht, wenn Sie für Heimarbeit Vorkasse leisten sollen


Scheinbar gibt es fast unzählige Angebote für Nebenjobs mit seriöser Heimarbeit – dies ist aber tatsächlich mehr Schein als Sein. Sie sollten diesen Angeboten mit äußerster Vorsicht gegenüber stehen, wenn Sie Ihr Portemonnaie schonen möchten. Denn gerade über das Internet haben es fragwürdige Unternehmen leicht, ihre leeren Versprechungen mit seriöser Heimarbeit  unter gutgläubige Nebenjob-Suchende zu streuen.

Viele dieser Geschädigten, die bei der Suche nach einer Heimarbeit Geld im Voraus bezahlten und im Gegenzug von den dubiosen Unternehmen lediglich wertlose Informationen, Datenbank-Einträge oder Abonnements erhielten, haben sich in der Vergangenheit bereits an uns gewendet.

Der Überblick über die fragwürdigen Angebote für Heimarbeit ist nicht leicht


Es ist nicht leicht, einen Überblick über die schwarzen Schafe zu bekommen bzw. zu behalten. Denn oftmals erscheinen Angebote der gleichen dubiosen Masche unter ganz unterschiedlichen Domainadressen. Wenn dann in Internet-Foren, auf Websites wie beispielsweise der Verbraucherzentralen oder Blogs zu viele negative Stimmen über diese Website laut werden, ist es für den Betreiber ein Leichtes, unter einer neuen Internet-Adresse mit der gleichen oder ähnlichen Masche quasi „neu anzufangen“.

Seriöse Heimarbeit mit Kugelschreibermontage, Wundertüten füllen etc.: Wir haben bei der Verbraucherzentrale nachgefragt


Besonders viele Nachfragen bekommen wir hinsichtlich solcher Websites, auf welchen Heimarbeits-Möglichkeiten wie beispielsweise Wundertüten füllen, Kugelschreiber montieren, dem Basteln von Briefmarken-Schaupackungen oder auch dem Kopieren von CDs in Aussicht gestellt werden.

Die vielen Nachfragen nach solchen Angeboten und die Berichte geschädigter Heimarbeits-Suchender haben wir zum Anlass genommen, bei der Verbraucherzentrale in Hamburg nachzufragen, welche Informationen und Tipps die Verbraucherzentrale zum Thema Heimarbeit und Vorkasse hat. Wir sprachen dort mit Frau Rehberg, die in der Rechtsberatung der Verbraucherzentrale ebenfalls regelmäßig Nachfragen zum Thema Heimarbeit bekommt.

Heimarbeit im Internet: Wer nichts verspricht, muss auch nichts halten


Häufig schon wurden wir gefragt, warum Seitenbetreibern, auf deren Angebote bereits viele an Heimarbeit interessierte Menschen hereingefallen sind, nicht ihr Geschäft untersagt wird. Wie Frau Rehberg uns sagte, liegt dies ganz einfach daran, dass diese zweifelhaften Angebote rechtlich nur schwer angreifbar sind, da die Aussagen sehr geschickt formuliert sind.

Wer genau hinsieht, so Frau Rehberg weiter, der kann auf diesen Seiten lesen, dass weder eine Tätigkeit in Heimarbeit noch ein bestimmter Verdienst garantiert wird.

Durch beispielhafte Einkommensberechnungen wird aber suggeriert, dass man als zukünftiger Heimarbeiter mit dem Füllen von Wundertüten oder mit Kugelschreiber-Montage monatlich mehrere Hundert Euro oder sogar noch mehr verdienen KÖNNTE. Wer solche Zahlen liest, läuft Gefahr, alle Vorsicht über Bord zu werfen und ist bereit, in Vorkasse zu treten. Eine solche Zahlung allerdings garantiert im Regelfall nicht, dass Sie nun tatsächlich eine seriöse Heimarbeit – in welcher Form auch immer -  bekommen werden.

Den Betreibern dieser Seiten macht es auch nichts weiter aus, dass mit ihren Namen im Internet jede Menge negative Kommentare und wenig schmeichelhafte Aussagen von geschädigten Personen verbunden sind. Die Vorkasse ist geleistet und wird nur schwerlich zurückzufordern sein, so Frau Rehberg. Denn wie gesagt: Solange auf den Seiten nichts versprochen wird, muss auch nichts gehalten werden.

Ebenso wie wir rät auch Frau Rehberg von der Verbraucherzentrale dringend davon ab, Vorauskasse zu leisten – insbesondere wenn es vermeintlich um Arbeit von zu Hause aus geht oder wenn das Geld allzu leicht zu verdienen scheint. „Viel Geld für wenig Arbeit ist zwar schön, aber doch eher theoretisch“, wie Frau Rehberg es ausdrückte.

Unsere Tipps, wenn Sie auf der Suche nach Heimarbeit sind


Wie gesagt: Es gibt eine Menge von verlockenden Angeboten für Tätigkeiten, mit welchen Sie Geld von zu Hause aus verdienen können – sei es nun als Bastler mit Kugelschreibermontage, dem Füllen von Wundertüten. etc., für Heimarbeit am PC, als Produkttester, als Umfrageteilnehmer oder durch das Bekleben Ihres Fahrzeugs mit Werbefolien.

Doch selbst wenn die Angebote auf den ersten Blick sehr überzeugend klingen: Wenn Vorabkasse von Ihnen erwartet wird, sollten Sie sehr vorsichtig sein, bevor Sie sich auf das Angebot einlassen.

Versuchen Sie, mehr über den Anbieter heraus zu finden. Googeln Sie nicht nur die Domainadresse, um mehr über das Angebot in Erfahrung zu bringen. Denn im Impressum der Anbieterseite muss auch der Name des Betreibers bzw. der vertretungsberechtigten Person angegeben sein. Auch nach diesem Namen sollten Sie in den Suchmaschinen recherchieren.

Weiterhin: Falls im Impressum keine Telefonnummer oder unter der Anschrift nur ein Postfach angegeben ist, hat dies unter Umständen seinen guten Grund, denn laut Telemediengesetz ist jeder Seitenbetreiber zu diesen Angaben verpflichtet. Aber selbst wenn eine Telefonnummer angegeben ist bedeutet dies noch lange nicht, dass Sie dort tatsächlich jemanden erreichen können. Mitunter läuft dort auch während der angeblichen Sprechzeiten ausschließlich eine Bandansage, dass alle Mitarbeiter im Gespräch sind. Wir haben jedenfalls trotz tagelanger Bemühungen nie jemanden erreichen können.

Und nicht zuletzt unser Tipp: Die meisten Verbraucherzentralen betreiben Beratungs-Hotlines. Obwohl die Rechtsberatung der Verbraucherzentrale kostenpflichtig ist, kann eine kurze telefonische Nachfrage Sie davor bewahren, Geld (und Nerven) für ein fragwürdiges Angebot zu lassen. Denn die telefonische Beratung bei der Verbraucherzentrale wird vermutlich nur wenige Minuten in Anspruch nehmen und weitaus günstiger sein als die Vorauszahlung, die Sie leisten sollen.

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