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Als Streamer mit Twitch Geld verdienen: So geht's

Von Nebenjob am 15-09-2015
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Was als Portal für begeisterte Zocker begann, ist mittlerweile eine Plattform für erfolgreiche und gut verdienende Gamer geworden


Der Traum eines jeden jugendlichen und junggebliebenen Gamers: Bequem von Zuhause aus sein Lieblingsspiel zocken, und dabei ganz mühelos Geld verdienen - ein Nebenjob ohne viel Aufwand, ermöglicht durch “Twitch” und die eigenen, spendenbereiten Fans. Doch kann wirklich jeder auf Twitch.tv Geld verdienen? Wir haben uns die Gaming-/Streamingplattform einmal genauer angeguckt.

Twitch ist die beliebteste Streamingplattform im Internet: Immer mehr Gamer und ihre Zuschauer nutzen das Portal


Angefangen hat das Ganze 2007 mit der Gründung von “Justin.tv”, einem Streamingportal für jegliche Form von Content. Die Gründer, Justin Kan, Emmett Shear, Michael Seibel und Kyle Vogt, waren selbst überrascht von dem Andrang, gerade auch im Bereich eSport. In der Konsequenz richteten sie als zweites Standbein ein Streamingportal ein, auf welchem nur spieleorientierte Inhalte gesendet werden sollten: Das war die Geburtsstunde von Twitch.

Justin.tv verlor an Beliebtheit, Twitch dagegen wurde immer beliebter, so dass sich die Führungskräfte von Justin.tv Inc 2011 entschlossen, sich in Twitch.tv Inc umzubennen und Justin.tv einzustampfen.

Was als Portal für begeisterte Zocker begann, ist mittlerweile eine Plattform für immer mehr erfolgreiche und gut verdienende Gamer geworden. Aus maximal einhundert Zuschauern in den Anfangszeiten sind mittlerweile Zehntausende Zuschauer geworden: Sie sind live dabei, wenn ein Pro-Gamer in “Minecraft” seine Welt erkundet oder in sogenannten eSport-Games seine Gegner fertigmacht.

Durch Spenden der Zuschauer Geld verdienen


Diese Zuschauer sind auch bereit zu zahlen: Die Anhänger der Let’s-Player und Pro-Gamer können ihrem Twitch-Star per Klick auf einen “Donate”-Button mithilfe von Online-Diensten wie PayPal einen Betrag von einem oder zwei Dollar bis unbegrenzt als Spende zukommen lassen.

Wie eifrig die Fans beim Spenden sind fällt sofort auf, wenn man sich so einen Streaming-Kanal anguckt: Gefühlt alle drei Minuten hört man einen Soundeffekt, welcher eine Spende oder ein (bezahltes) Abonnement eines Zuschauers ankündigt.

Twitch als Fernseh-Alternative


Fragte man 2005 einen Jugendlichen, ob er einen Fernseher besäße, so lautete die Antwort überwiegend: “Klar!”. Und auf diesen Fernsehern lief meistens RTL, Pro7 und Sat1 in Dauerschleife. Heutzutage besitzen laut der “JIM-Studie” aus dem Jahr 2012 nur noch 60 % der Teenager einen Fernseher, während 87 % der befragten Halbwüchsigen einen Internetzugang besitzen.

Dass Unterhaltung heutzutage überwiegend im Internet stattfindet, ist keine Neuheit. Was jedoch den einen oder anderen überraschen könnte: Viele Jugendliche ließen früher den Fernseher als angenehmes Hintergrundrauschen laufen - mittlerweile läuft oft Musik vom PC, oder eben auch Twitch. Die Streams lassen sich nämlich ebenso gut wie eine Dokusoap als Hintergrundrauschen benutzen. Dies wiederum bedeutet, dass die Streams von den Nutzern gerne angeschaltet werden; eine gute Möglichkeit für die Streamer also, ihr Geld zu verdienen.

ZDF für Gamer: Rocketbeans TV


Doch auch anspruchsvolle Formate wie Talkshows, Morningshows oder News sind auf Twitch vertreten: Der im Januar 2015 ins Leben gerufene 24/7-Live-Kanal “Rocketbeans TV” der in Hamburg ansässigen Produktionsfirma Rocket BEANS bietet einen komplett auf das Internet beschränkten Fernsehsender an, welcher kostenlos für jeden auf twitch.tv/rocketbeanstv verfügbar ist.

Auf Rocketbeans TV laufen Formate wie “Almost Daily”, eine Live-on-Tape-Talkshow über alle möglichen Themen, welche nicht unbedingt gamingorientiert sein müssen, oder “Bohn Jour”, die Prime-Time Liveshow, in der Gäste wie Smudo (von Die Fantastischen 4), Rapper Rockstah oder der für schräge Comedy bekannte Buddy Ogün auftreten. Ebenfalls im Programm ist eine Call-In-Show, in der verschiedenste Themen mit dem Host Gunnar Krupp und den Zuschauern diskutiert werden.

Auch totale Gaming-Formate bietet Rocketbeans TV an. So werden in “After Dark” Horrorspiele von verschiedenen Moderatoren des Teams angezockt, während in “Knallhart durchgenommen” ausgewählte Games komplett durchgespielt werden, was meistens mehrere Folgen in Anspruch nimmt.

Gamescom, E3, Archon Cup…


...die “Bohnen” sind sehr vielfältig im Einsatz und durften 2015 erstmals als “Offizieller Deutscher Gamescom-Kanal” auf Twitch live von der Gamescom berichten. Dass diese Vielfalt der Themen und die Qualität, mit der die Sendungen vorbereitet werden Erfolg hat, zeigen die Zahlen: 31 Millionen Views hat ihr Twitch-Kanal, 92.000 Likes ihre Facebook-Seite und 250.000 Abonnenten ihr YouTube-Kanal.

Auch bei den Kritikern kommen Rocket BEANS gut an. So gewannen die Hamburger Bohnen 2015 den Deutschen Webvideopreis in der Kategorie “Person Of The Year - Male”.

Durch Community-Einbindung ans Ziel


Ein großer Vorteil des Streaming-Portals Twitch ist eindeutig der Livechat, der stets rechts vom Livestream vor sich hin diskutiert. Wichtig dabei: Die Streamer gehen auf die Wünsche, Fragen und Anmerkungen ihrer Fans ein, was zu einer einzigartigen Interaktion zwischen Content-Produzent und Konsumenten sorgt.

Außerdem spielen viele Streamer zusammen mit ihren Fans Matches über Online-Netzwerke wie zum Beispiel Steam, X-Box Live oder Playstation Network. Auch die Einbindung von Viewer-Meinungen über Umfragen auf zum Beispiel Strawpoll.com werden von vielen Streamern genutzt.

Solche Projekte fördern die Bindung der Fans an ihre Streamhelden stark und sorgen für eine konstante Zuschauerschaft.

Geld verdienen? Klar!


Alles schön und gut, aber kann man mit Twitch tatsächlich Geld verdienen? Ein paar Fan-Almosen werden wohl kaum den eigenen Lebensunterhalt decken – könnte man meinen.

Doch dass die Realität ganz anders aussieht, zeigen immer wieder „Ausrutscher“ der bekanntesten Streamer, wie zum Beispiel der des Amerikaners Andrey Yanyuk aka “Reynad” - er zeigte (ob aus Versehen oder nicht, darüber lässt sich streiten) ganz überraschend seine täglichen Einnahmen, indem er auf seine persönlichen und privaten Statistiken klickte. Der eine oder andere Zuschauer war bestimmt baff, als er sah, wie viel “Reynad” täglich durch Spenden verdient: 3.353 US-Dollar an dem Tag waren abzulesen.

Dass solche Summen kein Einzelfall sind, zeigt der Fehltritt seines schwedischen Kollegens Sebastian Fors aka “Forsen”: Auch er zeigte versehentlich während eines Streams, dass er ebenfalls mehrere tausend Dollar täglich verdient.

Mist, Stream verpasst…


Sobald man die internationale Reichweite von Twitch versteht, kommen erste Fragen auf: Was mache ich, wenn mein Lieblingsstreamer aus den USA erst um 00:15 Uhr meiner Zeit zu streamen anfängt, ich aber morgen zur Schule oder zur Arbeit muss? Auch die koreanischen Starcraft-Übertragungen sind wirklich spannend, laufen aber höchstwahrscheinlich während der deutschen Arbeitszeit.

Die Antwort auf solche Probleme sind sogenannte “VODs”. VOD – das bedeutet Video On Demand, zu deutsch “Video auf Abruf”. Mit diesem Prinzip können Streamer Teile ihres bereits gesendeten Streams auswählen und auf Twitch als ganz normale Videos hochladen, ähnlich wie auf YouTube, MyVideo, Dailymotion oder ähnlichen Websites.

Und YouTube ist genau das richtige Stichwort, denn…

...wer will noch ein Stück vom Kuchen?


Ja, Twitch ist wirklich ein Durchstarterprojekt und bietet jedem Interessierten die Möglichkeit, durchs Zocken und das Quatschen mit einem virtuellen Publikum Geld zu verdienen.

Dass Twitch funktioniert, haben aber nicht nur die Streamer oder die Viewer mitbekommen. Giganten wie Google mit ihrem Videoportal YouTube und der Onlineshop-Riese “Amazon” haben die Erfolgsstory des Streamingportals mehr als nur zur Kenntnis genommen.

Anfang des Jahres 2014 ging das Gerücht um, Google würde “Twitch Inc” kaufen wollen, für eine starke Summe von einer Milliarde Dollar. Dies erwies sich (wahrscheinlich aus kartellrechtlichen Gründen) als falsch, doch nichtsdestotrotz wurde Twitch Inc. August des Jahres 2014 für einen Batzen Geld (970 Millionen US-Dollar!) durch den Onlineshop “Amazon” gekauft.

Dass man, um mithalten zu können, solche Beträge nicht bezahlen muss, verdeutlichen neue, von Twitch inspirierte Seiten: Ustream.tv, hitbox.tv oder Azubu.tv wurden erst kürzlich ins Leben gerufen, aber zeugen bereits von einer starken Qualität und einer großen Zuschauerzahl. Hitbox ist besonders interessant: Das Startup-Unternehmen aus Wien bietet schon jetzt eine ernstzunehmende europäische Alternative zu Twitch.

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