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Das Gamingportal Twitch.tv startete als kleine Plattform für Zocker - doch nachdem es größer und zu einer echten Geldquelle für Gamer geworden ist, wurden Wirtschaftsgiganten wie Google und Amazon auf die Gaming-Seite aufmerksam.

Im August 2014 war es dann so weit: Amazon setzte sich durch und kaufte das vielversprechende Portal für die gewaltige Summe von 970 Millionen US-Dollar. Dieser Tag steht für eine der wenigen Rückschläge, die die Wirtschaftsmacht Google bis dato hinnehmen musste.

Google reagierte genau ein Jahr nach diesem Misserfolg, indem es seine Tochtergesellschaft YouTube mit einer neuen Funktion ausstattete: Ende August stellte das Unternehmen mit YouTube Gaming ein neues Portal vor, das sich ausschließlich an Gamer richtet. Die neue Plattform soll vor allem den Effekt haben, die Zocker von dem immer beliebter werdenden Twitch.tv wieder zu YouTube zurückzuholen. Durch welche neuen Funktionen YouTube das erreichen möchte und welche Möglichkeiten es gibt, mit dem neuen Gaming-Portal Geld zu verdienen, zeigen wir dir in diesem Artikel.

 

Als "Let's Player" Geld verdienen

Schon seit Langem gibt es unzählige YouTube-Kanäle, auf denen Zocker Games spielen und diese dabei kommentieren - sogenannte Let's Player. Der Erfolgreichste unter ihnen ist der Schwede Felix Kjellberg alias PewDiePie. Der Gamer hat über 100 Millionen Abonnenten und sein Einkommen für das Jahr 2019 wird auf 15 Millionen Dollar geschätzt. 

Wie bei allen YouTube-Videos, sind auch bei Let's Play-Videos Klicks die Währung. Je mehr Klicks und Abonennten ein Gamer also hat, desto höher die Einnahmen.

Zur Crème de la Crème der deutschen Let's Player zählen zum Beispiel PietSmiet oder Gronkh. Letzterer verzeichnet fast 5 Millionen Abonnenten und soll jährlich zwischen 720.000 und 1,2 Millionen Euro mit seinen Videos verdienen.

Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass Gronkh seinen Kanal bereits im Jahr 2010 startete, als die Let's Play-Szene noch relativ jung war. Mittlerweile gibt es unzählige YouTuber, die Games kommentieren - und zu jedem Spiel gibt es zahllose Videos. 

YouTube-Videos sind mittlerweile für Gamer ziemlich überholt, heute sind Livestreams angesagt - sowohl bei Zuschauern, als auch bei anstrebenden Berufs-Gamern. Solche Streams sind im großen Stil auf Twitch.tv zu finden.

 

YouTube baut jetzt auf Streams 

Die sogenannten Livestreams sind eine Funktion, die es vorher in dieser Form nicht auf YouTube gab. Zuvor war es auf dem Videoportal lediglich möglich, Streams zu einem vorher geplanten und angekündigten Datum zu starten. Auf YouTube Gaming ist das nun jederzeit möglich. Die Zuschauer können live einschalten und mitfiebern – genau wie bei Twitch.tv. Der Stream wird dann später als Video auf dem Kanal des YouTubers veröffentlicht.

Der größte und aus Google-Sicht wohl vielversprechendste Unterschied zu Twitch.tv ist die Rückspulfunktion: Wer den Anfang eines Streams verpasst hat, muss nichts mehr verpassen - er kann den Stream auch mittendrin zurückspulen oder anhalten.

Jedoch ist eine andere Funktion dann hinfällig: Der Live-Chat. Während der Let's Player zockt und kommentiert, können die Viewer im Chat ihre Meinung äußern und Anregungen geben. 

Auch das birgt Vorteile für den jeweiligen YouTuber: Während er bei herkömmlichen Videos erst im Nachhinein anhand der Kommentare nachverfolgen kann, wie sein Video ankommt, geht das nun auch schon während der Aufnahme. Das gibt dem Gamer einerseits die Möglichkeit, Anregungen sofort umzusetzen. Andererseits kann der YouTuber seinen Zuschauern im Live-Chat auf Augenhöhe begegnen und die Community stärken. 

Neben dem Livestream hat YouTube Gaming aber noch weitere Funktionen zu bieten. 

 

Neue Funktionen von YouTube Gaming

Die Nutzer von YouTube Gaming können wie gewohnt Kanäle ihrer favorisierten YouTuber abonnieren – neu ist allerdings, dass nun auch bestimmte Spiele abonniert werden können. YouTube Gaming trägt dann automatisiert Inhalte zusammen, die etwas mit den Games zu tun haben. 

Diese Möglichkeit wird allerdings eher kritisch gesehen: Viele befürchten, dass die Startseite voll von qualitativ minderwertigen Amateurvideos sein könnte, die etwas mit einem abonnierten Game zu tun haben.

Neben der Rückspulfunktion ist ein weiterer Unterschied zu Twitch.tv, dass die Videos schon während des Streams auf Urheberrechtsverletzungen gescannt werden. Bei Twitch.tv hingegen werden ausschließlich bereits archivierte Videos überprüft. Wenn im Laufe des Streams bei YouTube Games urheberrechtlich geschützte Musik läuft, wird der Streamer gewarnt. Reagiert er nicht auf die Warnung, wird der Stream unterbrochen.

 

Mit dem YouTube Stream Geld verdienen

Geld verdienen mit YouTube Gaming funktioniert im Grunde genauso, wie mit normalen YouTube-Videos. Je mehr Viewer und Abonnenten, desto höher sind die Einnahmen für den Player. Der Vorteil von Streams: Da diese meist länger sind, als konventionelle YouTube-Videos, lässt sich während des Streams mehr Werbung schalten.

 

YouTube Gaming ist mit attraktiven Funktionen ein ernst zu nehmender Konkurrent für Twitch.tv. Gamer können mit dem YouTube Livestream Geld verdienen und gleichzeitig einen besseren Draht zu ihrer Community bekommen. Dennoch: Der Weg dahin ist lang. Nur, wer tausende Zuschauer hat, kann von den Einnahmen durch YouTube Gaming leben. 



 

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