NEBENJOB ZENTRALE RATGEBER

Wie kann man sich auf einen Job bewerben, der eigentlich gar nicht existiert? Und was sind die
Unterschiede zur klassischen Bewerbung?

Der eine oder andere von euch wird vielleicht schon mal von der sogenannten Initiativbewerbung gehört haben. Dabei handelt es sich um eine sehr spezielle Form der Bewerbung, da sich der Jobaspirant auf eine Stelle bewirbt, die von dem Unternehmen selbst gar nicht offiziell ausgeschrieben wurde. Das mag auf den ersten Blick zwar in gewisser Weise paradox klingen, doch gehört die Initiativbewerbung in der heutigen Arbeitswelt schon fast zum guten Ton. Denn laut der Bundesagentur für Arbeit werden mittlerweile nur noch rund 40 Prozent der potenziell verfügbaren Stellen öffentlich ausgeschrieben, während der Großteil der Jobs unter der Hand vergeben wird. Dieser sogenannte verdeckte Stellenmarkt ist im Normalfall meist nur über persönliche Kontakte und Empfehlungen zugänglich, doch kann eine Initiativbewerbung hier trotzdem für den bekannten Fuß in der Tür sorgen. Aber wir funktioniert so etwas eigentlich genau? Welche Dinge solltest du beachten? Und was unterscheidet die Initiativbewerbung von einer normalen Bewerbung?

Tipps und Tricks für eine erfolgversprechende Initiativbewerbung

Vorab sei gesagt, dass für eine Initiativbewerbung ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein und viel Eigeninitiative gefragt sind. Denn während du bei einer normalen Stellenanschreibung einfach auf die Vorgaben und Anforderungen des jeweiligen Unternehmens reagieren und eingehen kannst, steht bei einer Initiativbewerbung erst mal eine umfangreiche Recherche an. Hier gilt es im ersten Schritt herauszufinden, wie das Wunschunternehmen aufgebaut ist und ob es überhaupt eine Abteilung beziehungsweise Position gibt, die zu deinen Vorstellungen und Fähigkeiten passt. Darüber hinaus ist es wichtig, den passenden Ansprechpartner zu finden, an den du deine Initiativbewerbung richten kannst. Ein kleiner Tipp: Falls du im Netz keine konkreten Informationen finden kannst, reicht häufig ein kurzer Anruf aus, um alle deine Fragen zu beantworten. 

Die Bewerbung an sich sollte sehr direkt aufgebaut sein, in einem aktiven Schreibstil verfasst werden und dem Ansprechpartner auf den ersten Blick zeigen, dass du konkrete Vorstellungen hast und genau weißt, in welcher Abteilung du zukünftig arbeiten möchtest und warum du eine gute Wahl dafür wärst. Dabei kann es nicht schaden, wenn du über die Firmenphilosophie und die Produkte oder Dienstleistungen genau Bescheid weißt, denn das zeigt dem Entscheider vor Ort, dass du dich ausführlich mit dem Unternehmen beschäftigt hast (und vielleicht sogar über Insiderwissen verfügst). Außerdem zeigst du damit deine Motivation und deinen Tatendrang – was übrigens bei den meisten Personalchefs ziemlich gut ankommt. Darüber hinaus solltest du deine Fähigkeiten und Qualifikationen selbstbewusst darstellen, ohne dabei zu übertreiben. Und weil du dich an keine klar definierten Vorgaben einer offiziellen Stellenausschreibung halten musst, kannst du sämtliche deiner Vorzüge ungeniert präsentieren. 

Auf diese Dinge solltest du bei einer Initiativbewerbung auf jeden Fall achten

Wenn du dich im Internet zu dem Thema Initiativbewerbung umsiehst, findest du zwar zahlreiche Infos – wie zum Beispiel bei den Job-Experten der Süddeutschen Zeitung –, doch sind diese häufig leider sehr allgemein gehalten. Aus diesem Grund haben wir die wichtigsten Informationen für dich gesammelt und in der folgenden Auflistung übersichtlich zusammengefasst.

- Damit dein Ansprechpartner auch direkt weiß, worum es geht, solltest du darauf achten, dass klar erkennbar ist, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt – beispielsweise durch eine Erwähnung in der Betreffzeile.

- Deine Bewerbung sollte individuell auf das Unternehmen und die damit verbundenen Gegebenheiten angepasst sein. Verzichte also auf jeden Fall auf einen zu allgemeinen Schreibstil und gehe stattdessen konkret auf deine Wünsche und Ziele ein.

- Außerdem ist es wichtig, dass aus deiner Initiativbewerbung deutlich hervorgeht, warum du dich überhaupt bei dieser Firma bewirbst, wie du auf das Unternehmen aufmerksam wurdest und was deine genauen Zukunftspläne sind.

 - Zu einer potenziell erfolgreichen Initiativbewerbung gehört ein kurzes und aussagekräftiges Anschreiben (maximal eine DIN-A4-Seite) und ein ausführlicher Lebenslauf (dahingehend optimiert, dass die Inhalte möglichst perfekt zu der angestrebten Position passen). Zeugnisse, Referenzen und sonstige Zertifikate oder Beispielarbeiten sind bei einer solchen Bewerbung grundsätzlich nicht notwendig – allerdings erhöhen diese Dokumente deine Chancen, da sich der Entscheider so ein viel besseres Bild von dir und deinem bisherigen Karriereweg machen kann.

- Sei direkt, kreativ und vielleicht sogar etwas „salopp“, wenn du das Anschreiben formulierst. So eine frische und offene Schreibweise wird in der Regel – und gerade bei Initiativbewerbungen – eher positiv aufgenommen. Achte dabei aber auf jeden Fall darauf, dass du Rechtschreibfehler jeglicher Art vermeidest. 

Teile diesen Artikel

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.

Beliebte Beiträge