NEBENJOB ZENTRALE RATGEBER

Die Gründe für eine längere Job-Pause sind vielseitig. Ob berufliche Neuorientierung oder nicht – wir zeigen, wie der Wiedereinstieg erfolgreich gelingt.

 

Gründe für eine längere Job-Pause

Wer sich dafür entscheidet, eine Familie zu gründen, hat einen Anspruch auf Elternzeit. Diese ist dafür gedacht, in den ersten Lebensmonaten viel Zeit mit seinem Nachwuchs verbringen und dadurch die Bindung stärken zu können. Doch irgendwann hat auch diese schöne Zeit ein Ende und es gilt, sich über seine berufliche Zukunft Gedanken zu machen. Wie soll mein Berufsalltag in Zukunft aussehen? Kann und möchte ich überhaupt wieder in meinen alten Beruf zurück? Oder möchte ich mich umorientieren? Außerdem muss die Frage beantwortet werden, wie viel Zeit man künftig mit der Familie und im Job verbringen möchte. Denn nicht immer muss der Wiedereinstieg für Mütter und Väter wieder in eine Vollzeitstelle münden.

Ist man bereits längere Zeit aus dem Job raus, kann es schwer sein, wieder in einen geregelten Alltag zu finden. Noch dazu sind die Chancen für einen beruflichen Wiedereinstieg bei länger dauernder Arbeitslosigkeit um einiges schlechter als beispielsweise für frisch gebackene Eltern nach der Elternzeit. Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Langzeitarbeitslose, um wieder attraktiv für den Arbeitsmarkt zu sein?

Auch körperliche und seelische Erkrankungen können für eine längere Auszeit im Job sorgen. Für Betroffene halten Bund und Länder zahlreiche Wiedereingliederungsprogramme bereit. So gelingt der schrittweise Wiedereinstieg ins Berufsleben. Selbstverständlich muss hierbei darauf geachtet werden, Betroffene nicht zu überlasten. Und wie sieht es aus, wenn es aufgrund der Erkrankung keine Chance auf Rückkehr in den ehemals ausgeübten Job gibt? Welche Umschulungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten stehen einem zur Verfügung?

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg?

Ob Wiedereinstieg nach der Elternzeit, nach einer schweren Krankheit oder längerer Arbeitslosigkeit – woran erkennt man eigentlich, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, beruflich wieder durchzustarten?

In vielen Fällen gibt es einen äußeren Rahmen – etwa indem im Vorfeld geklärt wurde, wann der Endtermin für die Elternzeit ist. Im Krankheitsfall wird man von seinem Arzt irgendwann wieder vollständig oder eingeschränkt gesundgeschrieben. Doch neben diesen äußeren Rahmenbedingen gibt es spezielle, persönliche Merkmale, anhand derer man erkennt, dass der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg gekommen ist und man sich beispielsweise für eine Berufliche Rehabilitation entscheiden möchte. 

Sie...

  • finden Ihren Alltag zunehmend langweilig – der Wunsch nach Aufgaben und Herausforderungen steigt
  • wünschen sich Anerkennung und fachlichen Respekt 
  • möchten Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen engagiert einsetzen
  • wünschen sich einen klar strukturierten Tag
  • möchten wieder ein eigenes Einkommen haben
  • wollen nicht den beruflichen Anschluss verlieren

 

Einstieg in Teilzeit oder Vollzeit?

Unabhängig von den Gründen für die längere Job-Pause, stellt sich bei einem Wiedereinstieg die Frage: Vollzeit oder Teilzeit? Eine Teilzeitstelle bedeutet mehr Freizeit – die zum Beispiel mit der Familie genutzt werden kann. Viele nutzen dieses Arbeitszeitmodell auch, um parallel ein Studium zu absolvieren oder die Grundlagen für die berufliche Selbständigkeit zu legen. Dafür punkten Vollzeitstellen mit einem höheren Einkommen. Flexible Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit sind ein guter Mittelweg. Sie helfen zum Beispiel dabei, Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Wer feststellt, dass er in seinem alten Beruf keine Perspektive mehr hat oder aber neue Herausforderungen sucht, hat auch die Möglichkeit, eine Weiterbildung zu absolvieren. Eine weitere Alternative: eine Umschulung. Dies bietet sich etwa dann an, wenn aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im alten Beruf gearbeitet werden kann.

Beratende Unterstützung dazu, wie der berufliche Wiedereinstieg aussehen kann, gibt es bei der Agentur für Arbeit. Dank zahlreicher Beratungs- und Informationsangeboten kann eine individuelle Strategie erarbeitet werden. Zum Angebot gehören etwa Informationsveranstaltungen der/des Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA). In den Berufsinformationszentren der Agentur für Arbeit kann man sich auch selbsttätig über einzelne Berufsfelder informieren, Bewerbungsunterlagen erstellen und ausdrucken.

 

Fördermöglichkeiten von Bund und Ländern

Geht es um die Rückkehr ins Berufsleben, können sich Betroffene über viele Fördermöglichkeiten freuen. Eine davon ist die Perspektive Wiedereinstieg, die sich an Frauen richtet, die nach einer längeren Familienphase zurück ins Berufsleben möchten. Aber auch deren Lebenspartner sowie Familien werden hier beraten. 

Wer aus gesundheitlichen Gründen seinen Arbeitsplatz verloren hat, kann eine berufliche Rehabilitation in Anspruch nehmen. Bei dieser unterstützen die Agentur für Arbeit, Berufsgenossenschaften und Rentenversicherungen betroffene Personen mit verschiedenen Leistungen. Das kann die Vermittlung eines neuen Jobs sein, ein Gründungszuschuss, eine Anpassungsqualifizierung oder eine Bildungsmaßnahme.

 

Fazit: Selbstbewusst zurück ins Berufsleben

Für die Jobrückkehr stehen Betroffenen zahlreiche Hilfsprogramme zur Verfügung. Diese müssen nur in Anspruch genommen und sinnvoll genutzt werden.

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