NEBENJOB ZENTRALE
RATGEBER


​Artikel

Nebenjob als "kurzfristige Beschäftigung" oder "Saisonbeschäftigung"

Von Nebenjob am 28-04-2007
0 Kommentare | 1156 Aufrufe

Eine ebenfalls oft in der in der Praxis angewandte Variante der geringfügigen Beschäftigung ist die sogenannte kurzfristige Beschäftigung

Ein Minijob als "kurzfristige Beschäftigung" oder "Saisonbeschäftigung" ist zum Beispiel für Ferienjobs oder Saisonjobs eine beliebte Variante geringfügigen Beschäftigung. Das liegt vor allem daran, dass ein "kurzfristiger Minijob" sozialversicherungsfrei ist.

Sozialversicherung und Steuern bei kurzfristigen Minijobs

Wie gesagt: Kurzfristige Beschäftigungen sind sozialversicherungsfrei - und zwar für beide Seiten: Sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber. Das bedeutet, dass keine Beiträge zur Sozialversicherung abgeführt werden müssen: Auch für den Arbeitgeber fallen, anders als bei einem Minijob auf 450-Euro-Basis, keine Pauschalbeiträge an.

Im Grundsatz erfolgt die Versteuerung des Gehalts unter Vorlage der Lohnsteuerkarte des kurzfristig Beschäftigten. Dennoch kann auch der kurzfristige Minijob unter bestimmten Voraussetzungen pauschal und ohne dass eine Lohnsteuerkarte vorliegt, versteuert werden. Allerdings liegt der Steuersatz für die pauschale Steuer mit eine Steuersatz von 25 % über der zweiprozentigen Pauschalsteuer, die für 450-Euro-Minijobs erhoben wird.

Müssen Verdienstgrenzen beachtet werden?

Nein, für kurzfristige Beschäftigung gibt keine Obergrenzen, die hinsichtlich des Verdienstes zu beachten sind. Wer möchte und wem sich die Gelegenheit bietet, kann also über den vertraglich festgeschriebenen Zeitraum so viel verdienen wie nur möglich.

Rechtliche Definition des kurzfristigen Minijobs (Saisonbeschäftigung)

Bei der kurzfristigen Beschäftigung handelt es sich um ein bereits im Vorfeld befristetes Arbeitsverhältnis. Entsprechend den ab dem 1.1.2015 geltenden Regelungen liegt eine Befristung dann vor, wenn...

  • Die Beschäftigung seit ihrem Beginn nicht mehr als drei Monate im Kalenderjahr erfolgt

ODER

  • Die Beschäftigung nicht länger als 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres beträgt

UND

  • sie nicht "berufsmäßig" ausgeübt wird Infos zur Berufsmäßigkeit bei Studenten lesen Sie im Ratgeber Welche Regelungen Sie als Student bei Ihrem Nebenjob beachten sollten

Ein Beispiel für Berufsmäßigkeit bei einer kurzfristigen Beschäftigung

Ein Beispiel für eine "berufsmäßige Ausübung" ist der Schulabgänger Marcel K., der bis zum Beginn seiner Ausbildung ein sozialversicherungsfreies, kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis annehmen möchte. Da Marcel K. jedoch mit der Beendigung seiner Schulzeit zum Kreis der berufsmäßigen Arbeitnehmer gehört und diese Beschäftigung somit auch berufsmäßig ausübt, ist eine kurzfristige sozialversicherungsfreie Beschäftigung nicht möglich. Marcel K. hat aber die Möglichkeit, auf Basis eines geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnisses, also in einem Minijob bis 450 Euro Monatseinkommen zu arbeiten.

Berufsmäßigkeit bei Studenten

Auch bei Studenten gibt es den Begriff berufsmäßig. Hier gilt als berufsmäßig, wenn der Student im Laufe eines Jahres an mehr als 26 Wochen (bzw. 182 Kalendertagen) mit einer Wochenarbeitszeit von jeweils über 20 Stunden bei verschiedenen Arbeitgebern tätig ist.

Eine Befristung ist nur dann erforderlich, wenn die Grenzen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung überschritten werden (also einem monatlichen Verdienst von über 400 Euro).

Die Befristung muss klar zu Beginn der Tätigkeit festgelegt werden. Das bedeutet, dass sich die Befristung zum einen aus dem Arbeitsvertrag oder auch aus der Eigenart der Beschäftigung (zum Beispiel eine Aushilfstätigkeit bei einem Räumungsverkauf) ergeben muss.

Ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis ist sozialversicherungsfrei. Es werden im Gegensatz zum geringfügig entlohnten Minijob keine pauschalen Sozialversicherungsbeiträge fällig.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.


Kommentar hinzufügen