NEBENJOB ZENTRALE
RATGEBER


​Artikel

Nebenjob als Testfahrer

Von Nebenjob am 21-09-2009
0 Kommentare | 1921 Aufrufe

20180905-30461-1gapven_1536128471.jpg

Lässt sich wirklich als Autotester auf 450-Euro-Basis Geld verdienen?


Was gäbe es Schöneres, als fürs Autofahren bezahlt zu werden oder zumindest kostenfrei ein Auto zur Verfügung gestellt zu bekommen? Weil viele so denken, gibt es kaum einen Job, dessen Bezeichnung allein so viel Interesse beim Nebenjob-Suchenden hervorruft wie der Job als Testfahrer.

Zahlreiche vermeintliche Stellenangebote für Testfahrer


So finden sich auch im Internet immer wieder Nebenjob-Angebote, bei welchen Autotestern ein Verdienst in Höhe von bis zu 250 Euro für einen 5-Stunden-Test in Aussicht gestellt wird. Oder es wird versprochen, dass man einen Neuwagen über mehrere Monate hinweg fahren darf – und das kostenlos.

Die meisten derjenigen, die auf der Suche nach einem Nebenjob sind, würden bei solchen Angeboten am liebsten sofort zuschlagen. Doch bevor Sie das tun, sollten Sie – wie bei so vielen allzu verlockenden Angeboten auch – Vorsicht walten lassen.

Denn oftmals geht es gar nicht darum, Ihnen zu einem Nebenjob als Testfahrer zu verhelfen, sondern vielmehr darum, dass Sie Geld für die Eintragung in eine Datenbank oder sonstige Nutzungsgebühren bezahlen sollen, ohne dass Sie eine entsprechende Gegenleistung dafür bekommen. Oder aber Ihre Daten werden für Werbezwecke genutzt und Sie erhalten anschließend Angebote für den Abschluss einer günstigen Kfz-Versicherung oder Angebote für Probefahrten von Autohäusern aus Ihrer Umgebung, die Ihnen gern ein Auto verkaufen möchten.

Dennoch ist eines gewiss: Bevor neue Automodelle auf den Markt kommen, werden diese getestet – und das eben auch in der Praxis. Entsprechend muss es ihn also geben – den Job als Testfahrer. Wir wollten es wissen und haben bei verschiedenen Automobilherstellern und Reifenherstellern in Deutschland nachgefragt.

Unsere Nachfrage: Welches seriöse Unternehmen bietet Nebenjobs als Testfahrer an?


Auf unsere Nachfrage erklärte uns Herr Schilker aus der Personalabteilung der Ford-Werke in Köln, dass bei Ford die Tätigkeit als Testfahrer nicht als Nebenjob angeboten wird. Zwar gibt es Testfahrer bei Ford, diese üben die Tätigkeit allerdings als Mitarbeiter in Vollzeit aus. Zudem muss, wer sich in diesem Job betätigt, auch das fachliche Wissen haben.

Ganz ähnlich war die Information, die wir bei VW in Wolfsburg erhielten. Auch dort werden Jobs als Testfahrer nach außen nicht vergeben, sondern von VW-Personal übernommen – und dies auch nicht als Nebenjob. Wie bei Ford müssen auch bei VW die Autotester für den Job geschult und fachlich ausreichend qualifiziert sein.

Auch beim ADAC sind Autotester beschäftigt, wie wir im Gespräch mit Dino Silvestro aus dem Test- und Technikzentrum in Landsberg erfuhren. Allerdings handelt es sich bei den Testfahrern des ADAC um ein speziell ausgebildetes Team, in dem Ingenieure in Vollzeit Autotests durchführen und hierzu journalistische Texte verfassen. Dass jemand die Tätigkeit als Testfahrer im Nebenjob ausübt, ist Dino Silvestro nicht bekannt.

Zu guter Letzt fragten wir bei Pirelli Deutschland in Hoechst nach. Dort erklärte uns Tina Klenk aus der Abteilung Personalmarketing und Recruiting, dass bei Pirelli Testfahrer beschäftigt sind, die die Aufgabe haben, ihre subjektiven Fahreindrücke beim Testen festzuhalten. An diese Mitarbeiter allerdings werden gehobene Ansprüche gestellt, entsprechend müssen die Testfahrer spezielle Qualifikationen erfüllen. Dauerläufe bzw. Langzeittests werden übrigens oftmals indoor und maschinell auf einer Anlage durchgeführt, erklärte uns Tina Klenk weiter. Das Ergebnis unserer Nachfrage bei Pirelli lautet also ebenfalls, dass dort keine Nebenjobs als Testfahrer vergeben werden, sondern dass diese dort in Vollzeit angestellt sind.

Vorsicht bei vollmundigen Versprechen für Testfahrer auf Websites im Internet


Bereits vor einiger Zeit warnte der ADAC vor zwei dubiosen Websites, über die Testfahrer für die deutsche Automobilindustrie gesucht wurden. Als Vergütung für ihren Arbeitsaufwand wurde den Bewerbern die Nutzung eines Fahrzeuges der gehobenen Klasse für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren versprochen. Die Angebote hatte den Haken, dass der Bewerber zunächst einmal fast 100 Euro dafür bezahlen sollte, dass seine Anmeldedaten weitergeleitet werden sollten, eine erfolgreiche Vermittlung war dabei aber keineswegs garantiert. Ebenso wie der ADAC warnt auch die Verbraucherzentrale Hamburg explizit vor einigen Anbietern.

Dennoch: Domains sind schnell eingerichtet und ebenso schnell auch wieder gekündigt. So waren beispielsweise die Adressen, vor denen der ADAC und die Verbraucherzentrale warnten, zum Zeitpunkt unserer Recherche nicht mehr online.

Fazit: Bevor Sie ein allzu verlockendes Angebot annehmen, sollten Sie immer das Kleingedruckte lesen, ob Sie dort nicht die Verpflichtung zur Zahlung einer Gebühr eingehen oder Ihre Daten zur Weitergabe an Dritte freigeben.

Wer sich nicht als Autotester, sondern als Produktester oder als Teilnehmer an Online-Umfragen Geld oder Gutscheine verdienen möchte, findet in der Rubrik Geld verdienen mit Umfragen oder als Produkttester  Anbieter, die Online-Marktforschung betreiben, ohne dass Sie als Teilnehmer dafür Geld bezahlen müssen.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.


Kommentar hinzufügen