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Im Minijob mehr als 450 Euro verdienen: Wann ist das erlaubt?

Von S. Egger am 19-11-2018
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Denken

Wenn du die Verdienstgrenze von 450 Euro bei einem Minijob überschreitest kann, das Konsequenzen haben, muss es aber nicht

Der Minijob ist geringfügig entlohnt, das bedeutet, dass du maximal 450 Euro pro Monat verdienen darfst. Es kann aber durchaus sein, dass du mehr pro Monat verdienen darfst. Bei der Festlegung ob es sich um einen Mini Nebenjob handelt, wird der Zeitraum von 12 Monaten betrachtet und nicht jedes Monat einzeln. Grundsätzlich liegt ein Job auf 450 Euro Basis vor, wenn das Gehalt regelmäßig die monatliche Verdienstgrenze nicht überschreitet. Diese Art des Nebenjobs ist sozialversicherungsfrei und das Gehalt wird nahezu ohne Abzüge ausgezahlt. Es gibt aber einige Ausnahmen, bei denen dein Nebenjob selbst bei der Überschreitung der Jahresverdienstgrenze nicht sozialversicherungspflichtig wird.

Wir bekommen rund zu diesem Thema regelmäßig anfragen, daher haben wir in diesem Artikel einige Praxisbeispiele zusammengestellt.

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Beispiel 1: Was passiert, wenn du in deinem Minijob einige Monate (beispielsweise saisonbedingt) mehr als 450 Euro verdienst?

Es gibt viele Nebenjobs, bei denen du saisonbedingt in einigen Monaten mehr Stunden arbeitest. Beispielsweise arbeiten Mitarbeiter, die einen Minijob im Einzelhandel haben, während der Weihnachtszeit mehr, als in der übrigen Zeit des Jahres. Aus diesem grund ist das monatliche Einkommen nicht ständig das selbe. Es schwankt saisonal. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall bereits vorher das Gehalt innerhalb eines Beschäftigungsjahres (Achtung: nicht Kalenderjahr) schätzen. Wenn die Schätzung das maximale Jahreseinkommen von 5.400 Euro nicht überschreitet, ist der Nebenjob ein Minijob auf 450 Euro Basis, selbst, wenn du in einigen Monaten die monatliche Verdienstgrenze überschreitest.

Rechenbeispiel mit saisonale Schwankungen des Gehalts

Verdienst im Zeitraum   Verdienst
Februar bis Oktober (= 9 Monate à 410 Euro) 3.690 Euro
November bis Januar (= 3 Monate à 480 Euro) 1.440 Euro
Gesamtverdienst (12 Monate) 5.130 Euro
Recherischer Monatsverdienst   427,30 Euro

Der durchschnittliche Monatsverdienst liegt unter 450 Euro. Diese Beschäftigung ist daher, trotz der zeitweisen Überschreitung der Verdienstgrenze, ein Minijob.

 

Beispiel 2: Dein Kollege ist unvorhergesehen krank geworden und du vertrittst ihn. Während dieser Zeit verdienst du in deinem Minijob viel mehr als 450 Euro pro Monat. Welche Folgen hat das?

Keine Sorge, du darfst für deinen Kollegen einspringen. Wenn es unvorhersehbar ist, dass du gelegentlich mehr arbeiten wirst und damit auch mehr verdienen wirst, ist das Arbeitsverhältnis trotz der Überschreitung der Verdienstgrenze sozialversicherungsfrei. Dein zusätzlicher Verdienst muss nicht unbedingt durch einen geringeren Verdienst in den Folgemonaten ausgeglichen werden. Wenn die unvorhergesehene Mehrarbeit nur gelegentlich, das heißt in der Praxis maximal 2 Monate innerhalb eines Beschäftigungsjahres ist, darfst du die Jahresverdienstgrenze für Minijobs von 5.400 Euro ausnahmsweise überschreiten.

Du verdienst innerhalb des Zeitraums unvorhergesehen mehr als 2 Monate mehr als 450 Euro? In diesem Fall musst du den Mehrverdienst ausgleichen, in dem du in den Folgemonaten weniger verdienst, denn ansonsten ist dein Nebenjob kein Minijob mehr. Dein Verdienst pro Beschäftigungsjahr darf in diesem Fall nicht mehr als 5.400 Euro sein.

 

Beispiel 3: Gilt bei einem Minijob, der nur 3 Monate andauert, auch die Jahresverdienstgrenze?

Wenn dein Minijob nicht ganzjährig sondern bespielsweise auf nur 3 Monate begrenzt ist, darfst du innerhalb von diesem Zeitraum natürlich nicht die vollen 5.400 Euro verdienen. Der maximale Verdienst sinkt, wenn du weniger als 12 Monate arbeitest. Die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro findet nur bei einem Job, der durchgehend 12 Monate ausgeübt wird, Anwendung.

 

Beispiel 4: Wie beeinflussen Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Zulagen wie Essensgeld, Fahrgeld und Co. die Jahresverdienstgrenze?

Wenn dein Arbeitgeber dir Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld bezahlt, musst du diese Sonderzahlungen zu deinem Gehalt dazurechnen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Diese zahlungen sind nicht unerwartet, sondern vorhersehbar.

Bei Zuschlägen, wie für Nachtarbeit und Feiertagsarbeit, aber auch Trinkgeld und Mitarbeiterrabatten, sieht das Ganze ganz anders aus. Alle Zuschläge sind steuerfrei. Sie haben keinen Einfluss auf die Jahresverdienstgrenze und müssen dem Einkommen aus dem Minijob nicht zugerechnet werden.

 

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