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Nebenjob als Minijob auf 450-Euro-Basis

Von S. Egger am 05-10-2018
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Minijobber

 

Der Minijob, welcher auch 450 Euro Job genannt wird, ist eine klassische Form des Nebenjobs.

Sowohl der Job, bei dem du maximal 450 Euro pro Monat verdienen darfst, als auch die kurzfristige Beschäftigung gehören zu den sogenannten geringfügigen Beschäftigungen. Der 450 Euro Job ist auch als geringfügig entlohnter Minijob bekannt. Auch die kurzfristige Beschäftigung ist eher unter einem anderen Namen bekannt. Sie wird meist Saisonbeschäftigung oder kurzfristiger Minijob genannt.

 

Geringfügige Beschäftigung und Minijob - was heißt das?

Die geringfügige Beschäftigung ist nichts anderes als eine Teilzeit Beschäftigung. Teilzeit ist - wie der Name bereits sagt - ein Beschäftigungsverhältnis, in dem du weniger als die Regelarbeitszeit der Branche beziehungsweise des Unternehmens arbeitest. Zu den Teilzeitjobs zählen Nebenjobs und Minijobs.

Also gehört auch die geringfügige Beschäftigung, egal ob du nun einem geringfügig entlohnten Minijob beziehungsweise einem 450 Euro Job oder einer kurzfristigen Beschäftigung nachgehst, zu den Teilzeitjobs. Die Varianten der Teilzeit Beschäftigungen sind sehr unterschiedlich und sie reichen von Jobs mit wenigen Stunden pro Woche bis hin zu nahezu Vollzeitjobs.

Grundsätzlich gilt, dass jede Beschäftigung, bei der du Geld verdienst, versicherungspflichtig ist. Das heißt, du musst Lohnsteuer bezahlen. Wenn es jedoch um die Sozialversicherung und das Steuerrecht geht, nimmt die geringfügige Beschäftigung eine Sonderstellung ein.

Ein Minijob bedeutet, dass du nicht mehr als 450 Euro pro Monat verdienst. Du kannst auch mehrere Minijobs annehmen, jedoch darfst du, wenn alle zusammengerechnet werden, die Verdienstgrenze von 450 Euro nicht überschreiten. Solltest du jedoch bereits einen sozialversicherungspflichtigen Hauptjob haben, darfst du nur einen Minijob annehmen.

Gut zu wissen: Hinsichtlich der maximalen Arbeitszeit pro Woche gibt es keine Beschränkungen, denn die Begrenzung auf maximal 15 Arbeitsstunden pro Woche ist schon vor geraumer Zeit mit der Neuregelung der geringfügigen Beschäftigung im Jahr 2003 ersatzlos entfallen.

Minijobs gibts übrigens nicht nur bei Unternehmen, sondern werden durchaus auch im Privathaushalt angeboten!

 

Minijob und Sozialversicherung

Wenn du die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro nicht überschreitest, ist ein Minijob von der Krankenversicherung und der Arbeitslosenversicherung befreit. Du musst also in deinem Minijob keine Beiträge abführen.

Die Sozialversicherungsfreiheit der Krankenversicherung bedeutet übrigens nicht, dass du keine Beiträge zur Sozialversicherung abführen musst. Das mag paradox klingen, ist aber so. Sozialversicherungsfreiheit bedeutet hier, dass die Möglichkeit besteht, dass dein Arbeitgeber für dich, sofern du krankenversichert bist, nur einen pauschalen Beitrag an die Krankenversicherung von derzeit 13% auf deinen Arbeitslohn abführt. Du selbst bezahlst jedoch keinen Krankenversicherungsbeitrag. Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung entfallen für dich im Minijob zur Gänze.

Die Arbeitsverhältnisse, die nach der Neuregelung der Minijobs von 2013 neu aufgenommen wurden oder deren Verdienst nach der Regelung auf 450 Euro erhöht wurde, sind grundsätzlich zur Rentenversicherung verpflichtet. Das heißt für dich, dass dein Arbeitgeber den pauschalen Beitrag zur Rentenversicherung von 15% abführt. Du musst als Arbeitnehmer den Differenzbetrag bis zum Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bezahlen. Zurzeit (Stand 2018) sind das 3,6% bei einem Gehalt von 450 Euro - also 16,20 Euro pro Monat. Dadurch erwirbst du in deinem Minijob die vollen Rentenansprüche, wie beispielsweise auf Erwerbsminderungsrente und Riester-Förderung. Wenn du das jedoch nicht willst, kannst du dich ganz einfach von der Rentenversicherung befreien lassen, indem du es deinem Arbeitgeber schriftlich mitteilst.

 

Minijob und Lohnsteuer

Auch im Hinblick auf die Lohnsteuer werden die Minijobs anders als die regulären Arbeitsverhältnisse behandelt.

Für das Versteuern deines 450 Euro Jobs gibt es grundsätzlich 2 Möglichkeiten:

  • Die Pauschale Besteuerung des Einkommens
  • Die Besteuerung nach Lohnsteuerkarte

Im Normalfall entscheidet man sich für die Pauschalbesteuerung. Bei dieser Art wird das Einkommen mit 2% pauschal versteuert. Dein Arbeitgeber führt die Lohnsteuer an die Minijob-Zentrale ab. Theoretisch kann er zwar von dir verlangen, dass du diese Kosten übernimmst, aber die wenigsten Arbeitgeber machen von diesem Recht Gebrauch.

Übrigens: Im Regelfall musst du den Minijob nicht in der Steuerklärung angeben.

 

Vorsicht bei Sonderzahlungen im Minijob

So sehr du dich auch über die Sonderzahlungen zunächst freuen magst, sie können im Minijob zu einem Problem werden. Durch die Sonderzahlung kann es sein, dass dein Verdienst im Durchschnitt über den 450 Euro im Monat liegt. Dadurch wird dein Beschäftigungsverhältnis nicht mehr als geringfügig angesehen. Somit fallen auch deine sozialversicherungsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorteile des Minijobs weg.

Frau

Sonderzahlungen im Nebenjob, wie beispielsweise ein vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld, sind beim Errechnen des Durchschnittes zu berücksichtigen. Denn diese Zahlungen sind “mit hinreichender Sicherheit mindestens einmal jährlich” zu erwarten (lt. BSG).

 

Beispiel zum Berechnen des Durchschnittes bei Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld) im Minijob

Annahme: Du verdienst monatlich 450 Euro in deinem Minijob. Im Dezember erhältst du zusätzlich zu deinem Gehalt eine Sonderzahlung (Weihnachtsgeld) von 150 Euro.

 

Verdienst im Laufe des Jahres: 450 Euro x 12 Monate = 5.400 Euro + 150 Euro (Weihnachtsgeld) = 5.550 Euro

Du hast mit deinem Job 5.500 Euro in diesem Jahr verdient.

 

Verdienst pro Monat: 5.550 Euro : 12 Monate = 462,50 Euro pro Monat

Du hast im Durchschnitt 462,50 Euro pro Monat verdienst. Du liegst also folglich über der Verdienstgrenze für Minijobs von 450 Euro pro Monat. Das hat zur Folge, dass dein Job versicherungspflichtig wird. Außerdem wird er steuerpflichtig und zwar für die gesamte Dauer. So wie Sonderzahlungen dem Verdienst zugerechnet werden, sind umgekehrt unbezahlte Pausenzeiten oder nur teilweise bezahlter Bereitschaftsdienst von der Arbeitszeit abzuziehen.





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