NEBENJOB ZENTRALE RATGEBER

Nebenjob

Die Arbeitszeit für Haupt- und Nebenjob ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Durch das sogenannte Arbeitszeitgesetz werden die Rahmenbedingungen für die Gestaltung der betrieblichen Arbeitszeit festgelegt.

Besonders für die vielen Arbeitnehmer, die einen Vollzeitjob haben und  sich zusätzlich bei einem Nebenjob noch etwas dazuverdienen wollen oder müssen, sind die Regelungen des Arbeitszeitgesetz von großer Bedeutung. Denn die geleisteten Stunden aus Haupt- und Nebenjob werden zusammengerechnet. Ebenfalls müssen die Pausenzeiten unter Berücksichtigung beider Stellen eingehalten werden.

Mindestlohn löst Arbeitszeit-Debatte aus

Das Thema Arbeitszeit in Haupt- und Nebenjob ist immer schon von großer Bedeutung gewesen. Aber auch durch die Einführung des Mindestlohns, hat sich die Grenze der maximalen Arbeitszeit nicht verschoben. Aufgrund des Mindestlohngesetzes sind Arbeitgeber auch bei Minijobbern dazu verpflichtet, detailliert Buch über die geleisteten Stunden im Nebenjob zu führen. Das sorgt sowohl bei Nebenjobbern als auch deren Arbeitgebern für  viel Verwirrung. Das zeigen unter anderem Fragen die uns täglich erreichen. Ein typisches Beispiel hierfür ist:

Ich arbeite im Nebenjob in der Gastronomie, sporadisch, wenn eine Veranstaltung stattfindet. Durch die Mindestlohn- und Arbeitszeitdebatte stellt sich mir die Frage: Darf ich zusammen mit Haupt- und Nebenjob wirklich nur zehn Stunden am Tag arbeiten?

Daher gehen wir im nächsten Abschnitt darauf ein, wie lange du laut Arbeitszeitgesetz im Nebenjob tätig sein darfst, wenn du bereits 8 Stunden in deinem Hauptjob gearbeitet hast.

Für Arbeitnehmer mit Hauptjob und Nebenjob gelten diese Arbeitszeiten

Wortwörtlich heißt es im Arbeitszeitgesetz:

“Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann nur auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.”

Daraus folgt: 

  • Man darf in der Regel maximal 48 Stunden die Woche arbeiten. 
  • Wenn man (zeitweilig) die Stunden pro Tag erhöht, ist eine wöchentliche Arbeitszeit von bis zu 60 Stunden möglich, wenn innerhalb eines halben Jahres die Wochenarbeitszeit auf durchschnittlich 48 Stunden ausgeglichen wird.

 

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Kann man täglich 10 Stunden arbeiten?

Also, wer an fünf Tagen in der Woche einer Vollzeitbeschäftigung nachgeht, darf noch acht Stunden pro Woche einen Nebenjob ausführen. Da die maximale Stundenzahl pro Tag auf zehn Stunden verlängert werden darf, wenn man die maximale Regelstundenzahl von 48 Stunden pro Woche nicht überschreitet, könnte man sogar direkt im Anschluss noch vier Mal pro Woche zwei Stunden im Nebenjob arbeiten. 

Eine Ausweitung der täglichen Höchstarbeitszeit auf zehn Stunden wäre also möglich, wenn du die Pausen- und Ruhezeiten einhältst.

maximale arbeitszeit

Zwei Stunden pro Tag für den Nebenjob. Ist das wirklich praktikabel?

Nein, eine tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden kann kaum zweckmäßig sein. Selbst, wenn man 40 Stunden im Hauptjob arbeitet und es dann auch noch mit dem Arbeitszeitgesetz konform wäre, wenn du auch acht Stunden pro Woche im Nebenjob tätig wärst, würde es kaum einer so machen. 

Sofern dein Vollzeitjob also auf einer Fünf-Tage-Woche basiert, kannst du am eigentlich freien Samstag deinem Nebenjob nachgehen.

Pausen und Ruhezeiten müssen zwingend beachtet werden

Dabei gilt: Zwischen Arbeitsende und dem Arbeitsbeginn müssen mindestens elf Stunden Ruhepause eingehalten werden. Fakt ist also: Ob du am Tag zuletzt im Nebenjob oder im Vollzeitjob arbeitest – nach Feierabend musst du dich elf Stunden lang ausruhen, bevor es wieder auf die Arbeit gehen darf.

Was passiert wenn du die Grenzen nicht einhältst?

Wenn du mit Haupt- und Nebenbeschäftigung zusammen die maximal möglichen Arbeitszeiten nicht einhältst, kann das unter Umständen schwerwiegende Folgen für dich haben. Denn dein Hauptarbeitgeber hat dafür Sorge zu tragen, dass die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes eingehalten werden und kann dir entsprechend deinen Nebenjob verbieten.

Falls dies nicht der Fall sein sollte, drohen deinem Arbeitgeber zum Teil empfindliche Bußgelder.

 

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