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Als Rentner mit einem Minijob Geld verdienen: So geht's

Von Nebenjob am 02-09-2016
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Rentner und Nebenjob – wer denkt, dass das nicht zusammenpasst, liegt ziemlich daneben. Hier erfahren Sie alles, was Sie zum Thema wissen müssen – und wie Sie auch als Rentner den passenden Job finden

Rente beziehen und trotzdem noch arbeiten – für immer mehr Rentner in Deutschland ist das Realität. Der Anteil der über 65 Jahre alten Rentner an der Gesamtzahl der 450-Euro-Minijobber liegt inzwischen bei immerhin mehr als 13 Prozent: Fast eine Million über 65-Jährige (Ende 2015 waren es genau 943.000) legen noch nicht die Füße hoch, sondern sind arbeitstechnisch noch aktiv. Nicht immer gab es derart viele jobbende Pensionäre, denn laut Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist die Zahl seit dem Jahr 2010 um 22 Prozent angestiegen. Über die Gründe wird viel spekuliert und polemisiert – kein Wunder, denn die Gründe, auch im Alter noch einem Nebenjob nachzugehen, könnten unterschiedlicher nicht sein.

 

Nicht alle Rentner mit Nebenjob leiden unter Geldnot, manchmal gibt auch der Spaß an der Sache den Ausschlag

Natürlich gibt es - leider – eine beachtliche Zahl älterer Menschen, die ihren wohlverdienten Ruhestand zwar eigentlich gern aus vollen Zügen genießen würden und sich nur noch ihren Hobbys, der Familie und Freunden widmen würden, die sich aber aus rein finanziellen Gründen dazu gezwungen sehen, ihre Rente durch einen Minijob aufzubessern.

Es gibt aber auch Senioren, die sich den Ruhestand – zumindest in Fulltime – noch gar nicht herbeigewünscht haben und in einer Nebenbeschäftigung die Möglichkeit gefunden haben, um noch aktiv mitzumischen. Denn längst nicht jeder kommt damit klar, plötzlich aus dem Job auszusteigen und den gesamten Tag sinnvoll mit Freizeit auszufüllen. Und selbst wenn mancher Berufseinsteiger das vielleicht gar nicht so gern hört ist es gerade die Erfahrung, das Know-How und die Abgeklärtheit der älteren, ehemaligen Arbeitnehmer, die bei vielen Arbeitgebern hoch im Kurs stehen. Rentner sind eben oft doch noch kein "altes Eisen", sondern vielmehr hochgeschätzte Mitarbeiter und Kollegen.

Doch unabhängig davon, aus welchem Grund Menschen im Rentenalter noch arbeiten gehen: In diesem Artikel haben wir alle wichtigen Infos für Rentner mit Nebenjob und die Möglichkeiten, wie sich ein passender Job finden lässt, zusammengestellt.

 

Das Alter ist ein entscheidender Faktor, wie viel Geld Rentner ohne Rentenkürzung mit einem Nebenjob verdienen dürfen

Wer die Regelaltersgrenze (also das gesetzliche Rentenalter) erreicht hat, darf so viel hinzuverdienen, wie er möchte – die Rente wird nicht gekürzt - unabhängig vom Einkommen, das nebenbei erzielt wird. Je nach Geburtsjahr liegt die Regelaltersgrenze zwischen dem 65. und dem 67. Lebensjahr.

Wer noch nicht Regelaltersrentner ist, also noch unter 65 Jahre alt ist, kann mit einem Nebenjob monatlich bis zu 450 Euro ("rentenunschädlicher Hinzuverdienst") verdienen, ohne dass sich dies auf seine Rente auswirkt - zusätzlich hierzu sogar zweimal pro Kalenderjahr doppelt so viel, also 900 Euro.

Wie sieht es mit der Steuer aus, wenn Rentner einen Nebenverdienst erzielen?

Abgesehen davon, inwieweit sich ein Nebenverdienst auf die Höhe des Rentenbezugs auswirkt: 450 Euro im Monat sind steuerfrei (abgesehen von der 2%igen Pauschalsteuer bei Minijobs). Alles, was darüber hinaus geht, muss versteuert werden – und zwar nicht nur von "Frührentnern", sondern auch von Altersrentnern. Allerdings gibt es den steuerlichen Grundfreibetrag, der für alle Steuerzahler in Deutschland gilt. Das heißt, dass sobald das Gesamteinkommen eines ledigen Rentners den steuerlichen Grundfreibetrag von zurzeit 9.000 Euro (Stand 2018, bei Verheirateten sind es 18.000 Euro) übersteigt, Steuern fällig werden.

Der steuerliche Grundfreibetrag ist also nicht der Betrag, die Sie anrechnungsfrei hinzuverdienen dürfen, sondern er wird durch den zu versteuernden Anteil Ihrer Rente reduziert. Wer als Rentner einem Minijob auf 450-Euro-Basis nachgeht, muss keine Auswirkungen auf den steuerlichen Grundfreibetrag beachten. Denn ein 450-Euro-Minijob erhöht das zu versteuernde Einkommen nicht und muss auch nicht in der Steuererklärung angegeben werden; zumindest in dem (Regel-)Fall, dass der Minijob pauschal versteuert und nicht über eine Lohnsteuerkarte abgerechnet wird.

Wie sieht es mit der Sozialversicherung aus,wenn Rentner nebenbei jobben?

Als Altersvollrentner sind Sie versicherungsfrei in der Rentenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung und Sie müssen entsprechend keine Beiträge leisten.

Wer jedoch die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht und eine Teilrente (oder Erwerbsminderungsrente) bezieht, ist versicherungspflichtig in der Rentenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung. Sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer müssen ihren Beitrag abführen.

Anders verhält es sich, wenn Rentner einen über einen 450-Euro-Minijob hinausgehenden Nebenjob ausüben: Auch Altersrentner müssen auf ihren Nebenverdienst Krankenversicherungsbeiträge leisten.

 

Wo können Sie als Rentner passende Nebenjobs finden?

Wie bereits eingangs beschrieben, sind bei einigen Arbeitgebern insbesondere das Fachwissen und die Erfahrung von Senioren sehr gefragt. In einem ersten Schritt bei der Suche nach einem Nebenjob könnten Sie also darüber nachdenken, durch welche besonderen Kenntnisse und Erfahrungen Sie sich auszeichnen und Arbeitgeber recherchieren, die an Ihrem speziellen Know-How interessiert sein könnten. Selbst wenn Sie dort zum Zeitpunkt Ihrer Suche keine aktuelle Ausschreibung finden sollten, sollten Sie sich nicht scheuen, selbst initiativ zu werden und nachzufragen, ob es Bedarf an solcherart erfahrenen Mitarbeitern gibt, wie Sie es einer sind. Zahreiche Infos und Anregungen zu möglichen Arbeitgebern finden Sie auch in unserem Stellenmarkt – häufig mit direktem Link zu den Stellenangeboten der Unternehmen.

Darüber hinaus ist nicht ganz einfach, pauschal zu sagen, welche Art von Nebentätigkeiten sich besonders für Rentner eignen, denn so verschieden Menschen (und damit natürlich auch Rentner) sind, so unterschiedlich sind die Jobs, die sich für einen Nebenverdienst eignen. Zu den Klassikern zählt sicherlich, wenn sich aktive Ruheständler beispielsweise als Leih-Omi oder Leih-Opi in der Kinderbetreuung oder alternativ auch als stundenweiser Tierbetreuer engagieren – hier helfen Online-Babysitterbörsen wie beispielsweise Betreut.de dabei, Familien mit Bedarf zu finden.

Aber auch für ausgefallenere Tätigkeiten wie beispielsweise für den Job als On-Board-Kurier werden gern Rentner engagiert, denn bei solchen ebenso verantwortungsvollen wie interessanten Jobs spielen zeitliche Flexibilität und Zuverlässigkeit eine große Rolle. Weiterhin gibt es Senioren, die ihre jahrzehntelange Fahrpraxis bei der Jobsuche in den Vordergrund stellen und sich als Überführungsfahrer betätigen, wer es lieber etwas ruhiger mag, arbeitet als Pförtner oder als Telefonist, beispielsweise in einem Call-Center, beim telefonischen Inkasso oder als Testanrufer – es gibt viele unterschiedliche Jobs, die sich in diesem Bereich auch für Rentner anbieten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keine Nebenjobs gibt, die sich für Rentner besonders eignen, denn vieles hängt von den individuellen Interessen und Fähigkeiten ab – und natürlich auch davon, wie junggeblieben man noch ist.

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