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Ich habe meinem Arbeitgeber meinen Minijob verschwiegen. Bei wem kann er sich danach erkundigen?

Von Nebenjob am 23-02-2017
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Diese Frage beschäftigt viele unserer Leser. Früher oder später plagt diese Befürchtung alle Minijobber, die ihrem Chef ihre Nebentätigkeit "unterschlagen" haben


Den Hauptarbeitgeber über den Minijob zu informieren, das ist für einige Nebenjobber ein heißes Eisen. Und wie uns die vielen Anfragen zeigen, die in unserer Redaktion per Mail oder telefonisch eingehen, hat das Thema die unterschiedlichsten Aspekte.

Mal wird der Nebenjob verschwiegen, weil der Hauptarbeitgeber grundsätzlich jede Art von Nebentätigkeit untersagt hat (was übrigens nicht zulässig ist, wie wir ausführlich im Artikel Darf Ihnen Ihr Arbeitgeber im Arbeitsvertrag verbieten, einen Nebenjob auszuüben? dargestellt haben). In anderen Fällen hätte der Minijobber den Arbeitgeber laut Arbeitsvertrag informieren müssen, es aber unterlassen und fürchtet nun, dass alles auffliegen könnte. Wieder andere haben ihren Chef von vornherein im Dunkeln gelassen, weil sie sich darüber bewusst sind, dass die Nebenbeschäftigung eigentlich nicht erlaubt ist, da der Chef gute Gründe hat, etwas gegen den Nebenjob einzuwenden. Ganz mutig sind diejenigen Nebenjobber, denen der Nebenjob nicht genehmigt wurde, dieses Verbot aber missachten.

All diese Zweitjobber wollen wissen, ob ihr Arbeitgeber selbst die Initiative ergreifen und sich bei der Knappschaft (also der Minijob-Zentrale) danach erkundigen kann, ob sie einen Nebenjob ausüben. Die Antwort auf diese Frage lesen Sie hier.

Wenn der heimlich ausgeübte Minijob durch Zufall auffliegt...


Unabhängig davon, welche Beweggründe dazu führen, einen Minijob heimlich auszuüben: Früher oder später kommen den meisten Arbeitnehmern Bedenken, dass alles auffliegen könnte und sie massive Schwierigkeiten mit ihrem Chef bekommen könnten. Und wer will schon seinen Hauptjob für einen Zusatzverdienst riskieren?

Diese Bedenken sind ganz und gar nicht abwegig. Vor allem, wenn nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in der Öffentlichkeit gejobbt wird, ist es denkbar, dass der Minijob rein zufällig auffliegen könnte - zum Beispiel, weil man vom Arbeitgeber oder Kollegen dabei gesehen wird.

"Kommissar Zufall" kann also alles ans Licht bringen. Geht's auch ohne Zufall?

Kann sich Ihr Arbeitgeber gezielt danach erkundigen, ob Sie einen Nebenjob haben?


In dieser Hinsicht können wir alle "Heimlichjobber" beruhigen, denn eine solche Möglichkeit hat Ihr Chef definitiv nicht. Zwar werden alle Minijobber offiziell bei der Bundesknappschaft angemeldet und auch dort abgerechnet. Es gibt also eine offizielle Meldestelle. Da aber ein Minijob eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung ist, hat die Minijob-Zentrale absolut keine Veranlassung dazu, Ihren Hauptarbeitgeber von sich aus über Ihre Nebenbeschäftigung zu informieren.

Das hat seinen Grund. Für geringfügige, sozialversicherungsfreie Beschäftigungen gilt das sogenannte "Sozialgeheimnis" nach § 35 SGB I. Die Minijob-Zentrale muss sicherstellen, dass die Daten nur Befugten zugänglich sind - und Ihr Arbeitgeber hat eben keine gesetzliche Befugnis. Ohne Ihr Einverständnis dürfen Ihre Sozialdaten von der Minijob-Zentrale weder verwertet noch an Dritte weitergegeben werden.

Damit ist definitiv geklärt, dass die Knappschaft Ihrem Arbeitgeber keinerlei Informationen zu Ihrem Minijob erteilen wird – auch nicht, wenn dieser sich dort eigeninitiytiv nach Ihnen erkundigt.

So fliegen Sie trotzdem auf: In diesem Fall erfährt Ihr Chef automatisch von Ihrem Minijob


In dem Fall jedoch, dass Sie mit Ihrem Minijob die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat überschreiten sollten, wird aus Ihrem sozialversicherungsfreien Minijob eine versicherungspflichtige Beschäftigung. Und wenn das so ist, wird der Verdienst aus Ihrer Nebenbeschäftigung mit Ihrem versicherungspflichtigen Hauptjob zusammengerechnet.

Das hat zur Folge, dass, wenn Sie Ihrem Hauptarbeitgeber bisher nichts von Ihrem Nebenjob gesagt haben, er nun durch die Überschreitung der Verdienstgrenze automatisch davon erfährt. Denn die Beiträge, die für den Zweitjob abgeführt wurden, waren zu gering. Entsprechend wird die Knappschaft die fehlenden Beiträge nachträglich bei Ihrem Hauptarbeitgeber erheben – und Sie sind beim Nebenjobber ertappt worden.





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