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Ihr Recht auf den Zweitjob bzw. Nebenjob

Von S. Egger am 27-09-2018
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Glücklicher Angestellter

Der Nebenjob ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber darfst auch du einen Nebenjob annehmen?

Grundsätzlich darf jeder Bundesbürger selbst entscheiden welchen Beruf er bei welchem Arbeitgeber er ausübt - das nennt man auch das Recht der freien Berufsausübung, welches im Grundgesetz festgelegt ist.

Das bedeutet für dich, wenn du einen Nebenjob annehmen möchtest, dass es dir freisteht das zu tun. Es ist völlig egal ob du Student, Schüler, Rentner, Hausfrau/-mann, arbeitslos oder Vollzeitangestellter bist: Du hast ein Recht darauf einen Nebenjob anzunehmen. Aber bevor du jetzt voller Eifer in unserer Jobbörse deinen Nebenjob suchst, solltest du dir noch die Maßregeln und Vorschriften, die bei einen Nebenjob beziehungsweise Zweitjob auf dich zukommen, durchlesen.

 

Noch bevor du in deinen Nebenjob startest, solltest du deinen Arbeitsvertrag deines Hauptjobs genau durchlesen.

Du wirst dir jetzt die Frage stellen, warum du jetzt doch die Genehmigung deines Arbeitgebers einholen musst, wenn du doch laut Gesetz das Recht zu einem Nebenjob hast. Das stimmt natürlich, dieses Recht hast du grundsätzlich und du bist also nicht verpflichtet deinem Hauptarbeitgeber irgendetwas zu sagen. Es kann aber in deinem Arbeitsvertrag vereinbart sein, dass du deinen Arbeitgeber über die Aufnahme einer Nebentätigkeit informieren musst. Wenn das der Fall ist, solltest du dies natürlich unbedingt tun! Die sogenannte “Nebentätigkeitsklausel” ist in vielen Arbeitsverträgen enthalten. Wenn dein Arbeitsvertrag diese beinhaltet, muss dein Arbeitgeber deiner Nebentätigkeit zustimmen. Das gilt auch für UNENTGELTLICHE Nebenjobs wie Ehrenämter, Feuerwehr etc.

Dennoch gilt, dass der Arbeitgeber im Regelfall deinen Nebenjob nicht verbieten kann. Er kann jedoch einen Einwand haben, wenn seine Interessen dadurch berührt werden.  Wenn das Interesse des Arbeitgebers jedoch unberührt bleibt, muss dieser nicht zustimmen.

Wann darf nun dein Arbeitgeber dir deinen Nebenjob verbieten?

Es gibt einige Fälle, in denen dein Arbeitgeber dir deinen Nebenjob verbieten kann, weil du seine Interessen verletzt. Hier sind einige Beispiele für dich aufgelistet:

Du überschreitest die Gesamtarbeitszeit oder hältst die Ruhezeiten nicht ein

Laut dem Arbeitsgesetz darf die Gesamtarbeitszeit, das heißt die Zeit, die du in der Arbeit verbringst, pro Werktag (Montag bis Samstag) acht Stunden nicht überschreiten. Das bedeutet folglich, dass du nicht mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten darfst. Die tägliche Arbeitszeit kann auf bis zu 10 Stunden ausgedehnt werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass die durchschnittliche Arbeitszeit von 8 Stunden innerhalb von 6 Monaten beziehungsweise 24 Wochen nicht überschritten wird. Wenn du also 10 Stunden pro Tag arbeitest musst du das innerhalb eines Halbjahres wieder ausgleichen. Außerdem musst du darauf achten, dass du die vorgeschriebenen Pausenzeiten einhältst. Du darfst nicht länger als 6 Stunden ohne Pause durcharbeiten. Bei einer Arbeitszeit von 9 Stunden musst du eine Pause von 30 Minuten einlegen. Solltest du mehr als 9 Stunden arbeiten, musst du mindestens 45 Minuten Pause machen. Täglich muss nach der Feierabend eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden eingehalten werden, damit du ausgeruht deiner Arbeit nachgehen kannst.

 

Deine Arbeitsfähigkeit leidet unter deinem Nebenjob.

Wenn du beispielsweise einen Nebenjob als Kellner in einer Bar angenommen hast und dir die Nächte um die Ohren schlägst, bekommst du nicht genügend Schlaf. Du bist also folglich unausgeruht und unkonzentriert in deinem Hauptjob. Es ist also nur eine Frage der Zeit, dass dein Job unter deiner Nebentätigkeit leidet.

 

Du nutzt deinen Urlaub nicht zur Erholung.

Der Urlaub sollte Urlaub bleiben. Der Jahresurlaub dient dazu, dass du dich erholst und wieder voller Motivation in deinen Job starten kannst. Wenn du aber beispielsweise deinen gesamten Urlaub nur dazu nutzt deinem Nebenjob nachzugehen, kann dir der Arbeitgeber diesen verbieten.

 

Du gehst deinem Nebenjob trotz Krankenstand nach.

Wenn du krankgeschrieben bist, aber trotzdem deinem Nebenjob nachgehst, behindert dass ganz klar deinen Genesungsprozess. Neben der Schädigung deiner Gesundheit, kann das auch durchaus deiner Karriere schaden, denn du riskierst damit eine fristlose Kündigung.

 

Du wirst durch deinen Nebenjob zum Konkurrenten für deinen Hauptarbeitgeber.

Du darfst durch deinen Nebenjob auf gar keinen Fall durch deine Nebentätigkeit für deinen Hauptarbeitgeber zum Konkurrenten werden. Du darfst also auch nicht in einem Betrieb arbeiten, der als potentieller Konkurrent gesehen wird.

 

Unser Tipp, wenn du einen Nebenjob annehmen willst, aber nicht mit deinem Arbeitgeber in Konflikt geraten willst.

Daumen hoch

Die meisten Arbeitgeber haben nichts dagegen, wenn ihre Angestellten einen Nebenjob haben. Häufig wollten sie nur gefragt werden, um sich nicht hintergangen zu fühlen.

Informiere deinen Arbeitgeber und hol dir eine Genehmigung für deinen Nebenjob ein, selbst wenn du nicht die “Nebentätigkeitsklausel” in deinem Vertrag hast und somit dazu nicht verpflichtet wärst. Es lohnt sich nicht, dass du durch deinen Nebenjob riskierst deinen Hauptjob zu verlieren. In einem kleinen Unternehmen kannst du das Gespräch zu deinem Nebenjob durchaus persönlich führen. Es ist jedoch immer wichtig die Vereinbarung schriftlich festzuhalten, um klarzustellen, dass dein Arbeitgeber auch wirklich mit der Nebentätigkeit einverstanden ist.

 

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