NEBENJOB ZENTRALE
RATGEBER


​Artikel

Geringfügige Beschäftigung: Nichts anderes als ein Minijob?

Von Nebenjob am 20-04-2018
0 Kommentare | 592 Aufrufe

20180905-30461-1yvr9jc_1536128933.jpgÜber den Minijob wird viel geredet, was jedoch hinter dem Begriff geringfügige Beschäftigung steckt, ist dagegen weniger bekannt. Inwieweit die geringfügige Beschäftigung mit dem Minijob zusammenhängt und was es mit den Begrifflichkeiten auf sich hat, klären wir in diesem Artikel.

In diesem Artikel lesen Sie:

  • Die Formen der geringfügigen Beschäftigung
  • Infos zu Sozialversicherungsbeiträgen, Krankenversicherung und Rentenversicherung
  • Steuer bei geringfügiger Beschäftigung
  • Wie viele Stunden im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung gearbeitet werden dürfen
  • Wer muss den Minijob anmelden?
  • Ansprüche auf Urlaub, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

 

Geringfügige Beschäftigung ist ein Synonym für den Minijob - allerdings gibt es zwei Minjob-Variationen

Wer „geringfügige Beschäftigung“ sagt, meint im Regelfall den Minijob auf 450-Euro-Basis, bei dem der monatliche Verdienst, (der Name sagt es) 450 Euro nicht überschreiten darf. In diesem Fall spricht man von einer „geringfügig entlohnten Beschäftigung“. Der Maximalverdienst von 450 Euro ist die so genannte Geringfügigkeitsgrenze, also die Obergrenze für den Verdienst aus einer geringfügigen Beschäftigung.

Ein Sonderfall der geringfügigen Beschäftigung ist die kurzfristige Beschäftigung. Solche Jobs müssen von vornherein auf 70 Tage bzw. drei Monate im Jahr befristet sein und werden auch als Saisonbeschäftigung oder kurzfristiger Minijob bezeichnet. Die Entlohnung spielt keine Rolle, allein die zeitliche Befristung macht den kurzfristigen Minijob zu einer geringfügigen Beschäftigung.

 

Sozialversicherung, Krankenversicherung und Rentenversicherung bei geringfügiger Beschäftigung

Sowohl für den Minijob auf 450 Euro Basis wie auch für den befristeten Minijob fallen für den Beschäftigten keine Beiträge zur Sozialversicherung an. Bei einem 450-Euro-Minijob allerdings besteht Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Was das für den Mitarbeiter bedeutet und viele detaillierte Infos zum Thema Rentenversicherung und Minijob können Sie im Artikel Minijob und Rente: Lohnt es sich, bei einem Minijob in die Rentenversicherung einzuzahlen? nachlesen.

Während der Arbeitgeber auf das Gehalt aus dem 450-Euro-Minijob pauschale Sozialversicherungsbeiträge abführt, sind befristete, kurzfristige Minijobs für beide Seiten (und nicht nur für den Minijobber) gänzlich sozialversicherungsfrei.

 

Die Steuer bei der geringfügigen Beschäftigung

Die steuerliche Behandlung der geringfügig entlohnten Beschäftigung (450-Euro-Minijob) und der kurzfristigen Beschäftigung ist sehr unterschiedlich. Im Regelfall werden 450-Euro-Minijobs pauschal mit 2% versteuert, die Steuer wird vom Arbeitgeber abgeführt, kann jedoch auf den Beschäftigten abgewälzt werden (tatsächlich von dieser Möglichkeit nur die wenigsten Arbeitgeber Gebrauch, da die Steuer nur einen niedrigen Betrag ausmacht). In diesem Fall übrigens muss der Minijob in der Steuererklärung nicht angegeben werden.

Eine alternative Möglichkeit zur Versteuerung des Gehalts aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung ist die Abrechnung über Lohnsteuerkarte unter Angabe der Steuer-Identifikationsnummer der Mitarbeiters.

Wer eine befristete geringfügige Beschäftigung in Form eines kurzfristigen Minijobs ausübt, muss diesen im Regelfall über die Lohnsteuerkarte abgerechnet werden. Zwar gibt es seit 2013 keine Lohnsteuerkarte aus Papier mehr, aber natürlich gibt es diese Abrechnungsform noch, nur dass dies jetzt digital läuft. In ganz bestimmten Ausnahmefällen ist es auch möglich, das Gehalt pauschal mit 25 Prozent zu versteuern. Details zur hierzu lesen Sie im Artikel Nebenjob als „kurzfristige Beschäftigung“ oder „Saisonbeschäftigung“

 

Gibt es bei der geringfügigen Beschäftigung eine Begrenzung hinsichtlich der Stunden?

Nein, die Begrenzung auf maximal erlaubtes Maß von Arbeitsstunden ist bereits vor Jahren weggefallen. Allerdings setzt bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung der Verdienst pro Stunde eine Grenze nach oben, denn natürlich dürfen nur so viele Stunden pro Monat gearbeitet werden, bis höchstens 450 Euro verdient wurden. Wer den Mindestlohn von zurzeit 8,84 Euro in der Stunde verdient, darf beispielsweise nicht länger als 50 Stunden arbeiten.

Bei der kurzfristigen Beschäftigung gibt es keine Verdienstgrenze und damit keine Begrenzung der Stunden, die gearbeitet werden darf.

 

Wer muss eine geringfügige Beschäftigung anmelden?

Die Anmeldung übernimmt der Arbeitgeber. Alle Minijobs, egal ob geringfügig entlohnt oder kurzfristig, werden bei der Minijob-Zentrale (der Bundesknappschaft) offiziell angemeldet und auch dort abgerechnet. Mehr Infos: Minijob-Zentrale und Nebenjob: Was Minijobber wissen sollten.

 

Urlaub, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung bei Krankheit, Sonderzahlungen

All die genannten Arbeitnehmerrechte stehen jedem Arbeitnehmer in Deutschland zu – und „jedem“ umfasst eben auch genau alle geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer. Denn die geringfügige Beschäftigung ist nichts anderes als eine Sonderform der Teilzeitbeschäftigung – und Arbeitnehmer, die in Teilzeit arbeiten, haben genau die gleichen Rechte wie ihre in Vollzeit beschäftigten Kollegen. Ob Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung bei Krankheit, Kündigungsschutz, Sonderzahlungen und anderes mehr - auch für Minijobber gilt: Gleiches Recht für alle!

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.


Kommentar hinzufügen