NEBENJOB ZENTRALE RATGEBER

Studieren ist teuer. Selbst wenn BAföG, elterliche Unterstützung oder Stipendium den Lebensunterhalt decken, braucht es für die kleinen und großen Extras des Lebens einen Nebenjob. Jurastudenten sollten bei der Jobauswahl daran denken, nicht nur die Kasse, sondern am besten auch den Lebenslauf aufzubessern. Hier erfährst du, welche Tätigkeiten Dein Jurastudium sinnvoll ergänzen.

Jura Absolvent


Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Nebenjob?

Gleich nach der Immatrikulation auf die Suche nach einem Nebenjob gehen? Besser nicht. Die Umstellung vom durchstrukturierten Alltag in der Schule auf das freie, selbstbestimmte Studentenleben benötigt seine Zeit. Gerade das Jurastudium fordert am Anfang deine gesamte Aufmerksamkeit, da du hier die Weichen für deine späteren Erfolge stellst. Denn du hast noch keine Klausur geschrieben und somit kein Feedback über deinen Leistungsstand. Nimmst du jetzt einen Nebenjob an, übersiehst Du vielleicht wichtige Details und verpasst später den Anschluss. Gebe dir daher im ersten Semester bewusst die Zeit, dein Studium richtig zu organisieren. Später im Studium sollten auch die heißen Examensphasen tabu sein. Du brauchst Zeit zum Lernen, für Übungsklausuren und um dein Wissen zu wiederholen und zu festigen. Bleibt dir dann noch Freizeit, nutzt du diese besser, um deine Energiereserven aufzuladen.

Die Ziele klar definieren

Wenn der Zeitpunkt passt, gilt es zunächst, die Ziele zu definieren, die mit diesem Job erreicht werden sollen. Da wäre zum einen der Zeitaufwand für den Nebenjob, damit es keine Konflikte mit dem Studium gibt. Auch der Verdienst spielt eine Rolle. Sollte deine Arbeit dir mehr als 450 Euro im Monat einbringen, wirst Du unter Umständen steuerpflichtig. Geht es einfach nur darum, schnell Geld als Jurastudent zu verdienen, kommen einfache Hilfstätigkeiten oder Kellnerjobs infrage. Diese Arbeiten sind einfach und bringen den Vorteil mit sich, dass dein Kopf vom fordernden Jurastudium etwas abschalten kann. Bedenke jedoch auf der anderen Seite: Diese typischen Studentenjobs bringen dich in deiner Karriere nicht weiter.

Der Klassiker: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni

Beliebt bei Studenten ist die Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Diese Jobs sind in der Regel besser bezahlt als Aushilfstätigkeiten und erlauben es dir, das Jurastudium aus der gegenüberliegenden Perspektive kennenzulernen. Als Hilfswissenschaftler, kurz HiWi, wird bezeichnet, wer an einem Lehrstuhl arbeitet, aber noch keinen Abschluss hat. Das Tätigkeitsfeld kann sehr vielseitig sein, hängt aber letzten Endes vom Zeitpunkt deines Einstiegs sowie den Bedürfnissen des Professors ab. Steckst du bereits in der Promotion, darfst du damit rechnen, dass du den Lehrstuhlinhaber bei Forschungs- und Unterrichtstätigkeiten, dem Mitverfassen von Aufsätzen und Kommentaren, Konzeption und Korrektur von Klausuren oder der Leitung von Arbeitsgemeinschaften unterstützt. Planst du eine akademische Laufbahn, kann Dich dieser Job durchaus nach vorne bringen. Steigst du jedoch im Grundstudium als HiWi ein, solltest du dir die Nachteile dieses Jobs bewusstmachen:

  • eher simple Aufgaben
  • häufig nur zum Kopieren eingesetzt
  • Botendienste für den Professor
  • ab und zu kleine Rechercheaufträge
  • das Gefühl, jeden Tag so viel Juristisches zu erledigen, dass eigenes Lernen zu kurz kommt

Bibliothek

Für Aufsteiger: Der Nebenjob in einer Kanzlei

Nebenjobs in einer Kanzlei oder einem Unternehmen mit einer eigenen Rechtsabteilung sind passgenau auf Jurastudenten zurechtgeschnitten. Denn die überwiegende Mehrheit der Absolventen wird später genau in diesem Bereich arbeiten. Daher bietet ein derartiger Nebenjob für dich einen hervorragenden Blick in die Zukunft und du bekommst eine Idee davon, wie dein Leben nach Mensa und Hörsaal aussehen kann. Gibt es bereits ein bestimmtes Fachgebiet, in das du hineinschnuppern willst, solltest du dich bei einer Kanzlei mit diesem Schwerpunkt bewerben. Dabei gilt: Je renommierter die Kanzlei ist, desto spannender und vielfältiger werden die Fälle sein, in die du Einblicke bekommst. Schließlich macht es einen großen Unterschied, ob du in einer regional tätigen Kanzlei jobbst oder es mit Anwälten zu tun hast, bei denen Verfassungsbeschwerden zum Alltag gehören.

Diese Aufgaben hast du bei einem Jurastudentenjob in einer Anwaltskanzlei

Die Tätigkeiten, die dich bei einem Nebenjob in einer Kanzlei erwarten, richten sich natürlich auch nach dem Stand des Studiums. Trittst du den Job beispielsweise nach dem vierten Semester an, wirst Du viele Recherchetätigkeiten durchführen. Du recherchierst für den Anwalt Sachverhalte und Fragestellungen, die dieser aus Zeitgründen alleine nicht managen kann. Dabei wirst du ganz nebenbei vertraut mit den gängigen juristischen Datenbanken und lernst, Wichtiges von Nebensächlichkeiten zu unterscheiden. Schließlich musst du nach Urteilen suchen, die den Anwalt im konkreten Fall weiterbringen. In einer großen Kanzlei hast du zudem den Vorteil, Einblick in sehr spannende Mandate zu erhalten, auch wenn du mit den Mandanten selbst nicht in Kontakt kommst. Traut der Anwalt dir mehr zu oder bist du bereits am Ende des Studiums angelangt, kann es sein, dass du in Tätigkeiten eingebunden wirst, die eigentlich von Referendaren erledigt werden.

Nebenjob beim Anwalt - mehr als Kanzleiluft schnuppern

Ein Nebenjob in einer Anwaltskanzlei ist mehr als das Schnuppern von Kanzleiluft. Du erhältst dabei eine exakte Vorstellung, wie dein Beruf später aussehen kann. Durch die praktische Arbeit eignest du dir praxisnahe Fähigkeiten an, die dir an der Uni nicht vermittelt werden. Gleichzeitig entwickelst du eigene Soft Skills, die dir später in Bewerbungsgesprächen ebenso Vorteile bringen werden, wie die Tätigkeit in der Kanzlei in deinem Lebenslauf. Von unschätzbarem Wert können zudem die Kontakte sein, die du dabei in deinem Nebenjob knüpfst.

Teile diesen Artikel

Beliebte Beiträge