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Sätze, die kein Nebenjobber hören möchte. Auf keinen Fall

Von Nico Fittkau am 28-05-2015
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Wer einen Nebenjob ausübt und von seinem Chef mit solchen Sätzen konfrontiert wird, reagiert allergisch – meistens auch zu Recht.

Es gibt Sätze, die jeder Nebenjobber sicherlich gern hört, wie beispielsweise „Ab morgen bekommen Sie mehr Gehalt“ oder „Gut gemacht, dafür dürfen Sie heute Ihre Mittagspause verlängern“ etc. 

Doch es gibt auch Aussagen, die niemand, der einen Nebenjob ausübt, gern von seinem Chef hören möchte. Wir haben in diesem Beitrag die Klassiker zusammengestellt.

 

„Unsere Aushilfskräfte bekommen nicht den gleichen Lohn wie die Kollegen, die eine Festanstellung haben.“

Hierzu lässt sich nur eines sagen: „Gleiches Recht für alle“ – diese Maxime gilt auch für Nebenjobber. Bedenke, dass wenn dein Arbeitgeber mit einer solchen Aussage auftrumpft, du unter Umständen noch ganz andere Dinge erwarten könntest. Vielleicht ist es besser, wenn du dir gleich einen anderen Nebenjob suchst.

Mehr Infos: Nebenjob oder Vollzeitjob - Gleiches Recht für alle

 

 „Bevor wir uns entscheiden, ob wir Sie einstellen, müssen Sie erst einmal auf Probe bei uns arbeiten“

Natürlich möchte jeder, der sich um einen Nebenjob beworben hat, am liebsten sofort „richtig“ anfangen. Auch bei Nebenjobs kommt es jedoch immer häufiger vor, dass die Arbeitgeber wissen möchten, wie die Bewerber sich in der Praxis anstellen – denn Papier ist ja bekanntlich geduldig.

Ärgere dich also nicht über die „Einladung“ zum Probetag, sondern sehe das Ganze positiv. Denn auch für dich bietet sich auf diese Weise die Möglichkeit, den Nebenjob, Ihren Chef und die Kollegen unverbindlich kennenzulernen. Unter Umständen bist es ja sogar du, der sich nach der Probearbeit gegen den Nebenjob entscheidet.

Mehr Infos: Nebenjob und Probearbeiten: So klappt der Probetag

 

… nun aber die Steigerung: „Würden Sie auch morgen noch einmal zum Probearbeiten kommen?“

Wenn du einen oder vielleicht sogar auch zwei Tage Probearbeit vereinbarungsgemäß hinter dich gebracht hast und dein Chef dich bittet, auch am nächsten Tag noch einmal testweise zu kommen, solltest du dich ernsthaft fragen, ob du nicht vielleicht nur als billige (oder schlimmstenfalls sogar als unbezahlte) Arbeitskraft ausgenutzt wirst.

 

 „Können Sie heute bitte eine halbe Stunde länger bleiben?“

Klar - wenn es einmal wirklich viel zu tun gibt, ist wohl jeder Mitarbeiter dazu bereit, kurzfristig einmal länger zu arbeiten, zumal, wenn das Betriebsklima richtig gut ist und der Chef auch ansonsten fair im Umgang mit dir ist. Wenn man aber laufend mit einer solchen Bitte an dich herantritt, solltest du deinen Arbeitgeber darauf aufmerksam machen, dass er deine (bezahlte!) Arbeitszeit am besten einfach etwas länger veranschlagt.

 

 „Wenn Sie krank werden sollten, können wir leider während dieser Zeit Ihr Gehalt nicht weiterzahlen.“

Das musst und solltest du dir nicht gefallen lassen, denn krank zu werden passiert wohl jedem einmal. Dass in diesem Fall folgerichtig niemand seinem Job nachgehen kann, steht außer Zweifel. Während deiner Fehlzeiten muss dein Arbeitgeber dir dein gewohntes Gehalt weiterzahlen. Denke jedoch daran, dich unverzüglich krank zu melden und spätestens am vierten Tag ein ärztliches Attest vorzulegen.

 

„Sie sind gekündigt. Morgen brauchen Sie gar nicht mehr zu kommen“.

Die Kündigungsregeln sind natürlich auch für Nebenjobs einzuhalten – so einfach kann es sich Ihr Arbeitgeber keinesfalls machen.

Mehr Infos für den umgekehrten Fall, dass du kündigen möchtest: Nebenjob kündigen -  so machen Sie es richtig

 

„Während Ihrer Urlaubstage wird Ihnen Ihr Gehalt aber nicht automatisch weiter gezahlt.“

Immer noch ein Unding, dass Arbeitgeber ihren Minijobbern die Gehaltszahlung verweigern, wenn sie Urlaubstage nehmen. Jeder angestellte Nebenjobber hat Recht auf bezahlten Urlaub, nur eben nicht im gleichen Umfang wie die Kollegen in Vollzeit.

Mehr Infos Ihr Urlaubsanspruch im Nebenjob

 

„All unsere Mitarbeiter bekommen ihr erstes Gehalt erst nach sechs Wochen ausbezahlt“

Klar: Diese Kröte ist nicht unbedingt leicht zu schlucken, denn immerhin üben die meisten Menschen gerade wegen des Geldes einen Nebenjob aus. Trotzdem: Wenn der Nebenjob ansonsten deinen Vorstellungen entspricht, solltest du versuchen, diese Aussage mit Gelassenheit hinzunehmen.

 

„Mitarbeiterrabatte bekommen nur unsere festangestellten Mitarbeiter.“

Stimmt nicht! Wenn deinen Kollegen Rabatte beim Personaleinkauf gewährt werden, stehen diese auch dir als Aushilfe zu.

 

„Ihre Kollegin hat sich gestern krank gemeldet. Ihren geplanten Urlaub müssen Sie leider verschieben, weil wir Sie hier als Ersatz brauchen“.

Selbst wenn du das jetzt nicht gern hörst: Auch bereits genehmigter Urlaub kann aus wichtigen betrieblichen Gründen wieder gestrichen werden. Ob nun die Krankheit einer Kollegin tatsächlich einen solchen Ausnahmezustand verursacht, dass er die Zurücknahme deines Urlaubs rechtfertigt, bleibt jedoch gegebenenfalls zu klären.

Denn einfach so, ohne dass eine Ausnahmesituation eingetreten ist, die die betrieblichen Abläufe ins Stocken bringt, darf kein Arbeitgeber einmal genehmigten Urlaub zurücknehmen.

 

„Selbstverständlich zahlen wir Mindestlohn – aber Sie als Aushilfskraft haben darauf keinen Anspruch“.

Unsinn. Bis auf einige wenige Ausnahmen haben seit 2015 alle Arbeitnehmer in Deutschland (egal ob in Vollzeitkraft oder Teilzeit beschäftigt) Anspruch auf Zahlung des Mindestlohns. Sage das deinem Chef und bestehe darauf, mindestens 8,84 Euro pro Stunde (Anm. Stand 2018) zu verdienen. Anderenfalls riskiert dein Chef eine Menge Ärger.

 

„Guten Morgen! Können Sie heute kurzfristig bei uns einspringen?“

Mit einer solchen Frage morgens unerwartet am Telefon wurden schon eine Menge Nebenjobber konfrontiert. Trotzdem hat nicht jeder immer sofort Lust oder auch Zeit, kurzfristig und ohne Absprache einzuspringen. Musst du auch nicht: Auch ein Arbeitseinsatz „auf Abruf“ muss mindestens vier Tage vor dem Einsatz abgesprochen worden sein. Wer jedoch spontan Lust und Zeit zum Jobben hat, kann das natürlich trotzdem gern machen.

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