Hat es Konsequenzen für das Kindergeld, wenn Sie neben Ihrer Ausbildung einen Minijob ausüben? Müssen Verdienstgrenzen beachtet werden?

Fleiß zahlt sich aus – und es gibt genügend junge Menschen, die neben ihrer Ausbildung einen Nebenjob ausüben. Wer noch unter 18 Jahre alt ist, muss wissen, dass das Jugendschutzgesetz für sie Anwendung findet und dass damit maximal 40 Stunden in der Woche gearbeitet werden darf.

Wer bereits volljährig ist, darf in der Woche acht Stunden länger arbeiten: 48 Stunden beträgt die wöchentliche Gesamtarbeitszeit. Wer also sein Gehalt, das er in der Ausbildung verdient, mit einem Nebenjob aufstocken möchte und über 18 Jahre alt ist, kann das in genau dem gleichen Rahmen machen wie jeder andere Arbeitnehmer auch.

Was aber ist in dem Fall, wenn die Eltern für ihr Kind in der Ausbildung Kindergeld bekommen?

Zu dieser Fragestellung erreichte uns kürzlich die Mail einer 21-jährigen Auszubildenden. Konkret stellte sie uns die folgenden drei Fragen:

Zitat„Wird ein Nebenjob mit höchstens 450 Euro Verdienst zum Ausbildungsgehalt hinzugerechnet“

Zitat„Ab wann würde meinen Eltern das Kindergeld gestrichen?“ und

Zitat„Ab welchem Jahresgehalt muss Lohnsteuer gezahlt werden?“

Wird das Einkommen aus dem Nebenjob mit dem Verdienst aus der Ausbildung zusammen gerechnet?

Der Verdienst, den die junge Frau aus ihrem Minijob auf 450-Euro-Basis erzielt, wird nicht mit dem Verdienst, den sie im Rahmen ihrer Ausbildung erzielt, zusammengerechnet.

Für den Nebenjob fällt lediglich eine Pauschalsteuer in Höhe von zwei Prozent an, die in der Regel vom Arbeitgeber getragen werden. In der Kranken- und Arbeitslosenversicherung ist ein Minijob nach wie vor sozialversicherungsfrei: Für den Arbeitnehmer fallen keine Beiträge an. Allenfalls für die Rentenversicherung fallen geringe Beiträge für den Arbeitnehmer an (zurzeit sind es 3,7 Prozent) – den Rest trägt der Arbeitgeber allein.

Gibt es ein maximales Einkommen für das Kind, ab dem den Eltern das Kindergeld gestrichen wird?

Für Kinder, die zwar älter als 18 Jahre alt sind, sich aber noch in der Ausbildung befinden, haben Eltern auch weiterhin Anspruch auf Zahlung von Kindergeld. Eine Einkommensgrenze für den Hinzuverdienst der Kinder gibt es heute nicht mehr. Die Einkommensgrenze (bis dahin waren es 8004 Euro) wurde im Rahmen des Steuervereinfachungsgesetzes zum 1. Januar 2012 ersatzlos gestrichen.

Wichtig Was allerdings nach wie vor Gültigkeit besitzt, ist, dass das Kind neben seiner Ausbildung nicht mehr als 20 Wochenstunden erwerbstätig ist. Diese Regelung ist wichtig für Studenten (Stichwort „Berufsmäßigkeit“).

Ab welchem Brutto-Jahresgehalt fällt Lohnsteuer an?

Der so genannte Grundfreibetrag liegt im Jahr 2018 bei 9.000 Euro. Wer ein höheres Jahreseinkommen erzielt, muss Steuern zahlen.

Tipp Das Einkommen aus dem Minijob zählt nicht zum zu versteuernden Einkommen. Denn sofern er, wie oben beschrieben pauschal versteuert wurde, wird das Gehalt nicht in der Einkommensteuererklärung aufgeführt.

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