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Vorüberlegungen zur Existenzgründung: Motivation, Gründertypen, Geschäftsidee

Von Nebenjob am 30-09-2007
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Selbstständigkeit beginnt im Kopf


Start up - das heißt ja bekanntlich nicht anderes als "starten" oder "in Gang setzen". Doch vor den ersten konkreten Schritten, also dem Einstieg in die Vorbereitungsphase einer Existenzgründung stehen wichtige Vorüberlegungen. Denn Selbstständigkeit beginnt im wahrsten Sinne des Wortes im Kopf.

Also selbst wenn Sie eine gute Geschäftsidee haben und sich damit selbstständig machen möchten, sollten Sie trotzdem nicht überstürzt vorgehen. Der Schritt zum Aufbau einer eigenen Existenz will schließlich gut überlegt - und vorbereitet - sein.

Bevor ein Existenzgründer seine Ideen und Visionen in die Tat umsetzen kann, sollte er sich einige grundlegende Fragen stellen (und auch beantworten). Noch vor der konkreten Planung stehen einige grundsätzliche Vorüberlegungen, mit denen sich jeder Gründer – auch wenn er sein Start-Up im Nebenjob realisiert - gewissenhaft auseinander gesetzt haben sollte.

Im Wesentlichen betreffen diese Punkte die Motivation, die Eignung zum Gründer und die Wahl der Geschäftsidee - nachfolgend finden Sie Anregungen und Infos zu diesen Aspekten.

Ihre Motivation: Zu aller erst sollten Sie Ihre Motivation hinterfragen


Beispielsweise ist die Motivation ein entscheidender Faktor, ob ein Gründungsvorhaben Erfolg hat oder zum Scheitern verurteilt ist.

Fakt ist: Je stärker und fundierter die Beweggründe sind, sich auf die eigenen Beine zu stellen, desto besser wirkt sich dies auf die Motivation und das Durchhaltevermögen des Gründers aus.

Denn eines ist sicher: Im Zuge Ihrer Existenzgründung werden vielleicht auch Sie die ein oder andere Durststrecke zu überwinden haben. Vielleicht werden Sie sich nach einem erfolglosen Kundengespräch, von dem Sie sich so viel versprochen hatten oder nach zermürbenden Verhandlungen mit diversen Behörden das ein oder andere Mal fragen, ob Sie die richtige Entscheidung getroffen haben. Gerade in diesen Situationen kann es von ausschlaggebender Bedeutung sein, sich die eigene Motivation für den Start in die Selbstständigkeit noch einmal vor Augen zu führen. Denn wer genau weiß, warum er sich selbstständig gemacht hat, der wirft erfahrungsgemäß die Flinte nicht so schnell ins Korn.

Welches also sind die Gründe, die einen Existenzgründer dazu bewegen, sich selbstständig zu machen?


Als Selbstständiger möchte man...

  • eigenverantwortlich und selbstbestimmt handeln können
  • sich und anderen beweisen, dass man es "einfach kann"
  • ein höheres Einkommen erzielen bzw. sein Einkommen selbst bestimmen können
  • eine eigene gesicherte Existenz aufbauen, die nicht von einem Arbeitgeber abhängt
  • das Feedback für geleistete Arbeit direkt selbst verbuchen können und nicht an Vorgesetzte abtreten müssen.

 

Sind Sie ein Gründertyp?


Ganz gleich, in welche Geschäftsidee Sie Ihre Überzeugung, Arbeit und Hoffnungen investieren - eine Frage sollten Sie noch vor dem kritischen Check der Geschäftsidee beantworten: Sind sie ein Gründertyp?

Wer sich dafür entscheidet, als Unternehmer tätig zu werden, wird bedeutend weniger freie Zeit haben als bisher. Und das gilt für nebenberuflich Selbstständige genau so wie für hauptberuflich Selbstständige. Selbstständige im Nebenjob sind nicht mehr "Nur-Arbeitnehmer", sondern als Unternehmer beruflich und persönlich ganz anders gefordert. Der Begriff "Selbstständigkeit" ist wörtlich zu verstehen, denn von der ersten Minute an ist der Gründer fast ganz auf sich selbst gestellt. Die Persönlichkeit des Selbstständigen ist ein entscheidender Faktor für Erfolg oder Misserfolg.

Die Persönlichkeit des Gründers ist von entscheidender Bedeutung


Eine Geschäftsidee kann noch so gut sein - wer als Existenzgründer nicht zu den Gründerpersönlichkeiten gehört, läuft Gefahr, dass das Gründungsvorhaben trotz gutem Geschäftskonzept scheitert.

Prüfen Sie also zunächst sich selbst. Denn vor allem Sie selbst sind für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich. Gerade wer die eine oder andere Niederlage einzustecken hat – und diese Situationen treffen wahrscheinlich jeden Existenzgründer – muss in der Lage sein, sich selbst zu motivieren.

Checkliste für Existenzgründer


Unsere Checkliste kann Ihnen dabei helfen, herauszufinden, ob Sie zu den Gründermenschen gehören. Nehmen Sie sich also die Zeit für die Beantwortung der Fragen und seien Sie so ehrlich wie möglich. Den Test machen Sie nur für sich selbst – nicht für andere. Es geht nicht darum, «gut» oder "schlecht" abzuschneiden. Jedes Ergebnis ist richtig. Der Test soll Ihnen dabei helfen, sich besser einzuschätzen und herauszufinden, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen.

Je häufiger Sie die Fragen mit "Ja" beantworten, desto besser. Wenn Sie oft mit "Nein" geantwortet haben, sollten Sie schauen, welche Fragen Sie verneint haben. Stellen Sie fest, wo Ihre Defizite liegen. Denn einiges können Sie unter Umständen durch Disziplin und Umdenken ausgleichen oder sich in Seminaren aneignen.

Schließen Sie dennoch keine Kompromisse, die Sie überfordern könnten. Seien Sie sich selbst gegenüber immer ehrlich. Immerhin treffen Sie eine Entscheidung, die Ihr Leben gravierend beeinflussen wird.

Checkliste: Sind Sie ein Gründertyp?


Ihr privates Umfeld

  • Findet Ihr Partner Ihre Geschäftsidee gut?
  • Wird Ihr Partner Sie bei der Umsetzung Ihrer Idee unterstützen?
  • Wird Ihr Partner Sie im Privatleben entlasten? (zum Beispiel in Haushalt und Familie)
  • Wird Ihr Partner dafür Verständnis haben, wenn Sie länger arbeiten müssen?
  • Werden die Menschen, die Ihnen wichtig sind, positiv auf Ihre Existenzgründung reagieren?


Ihr Selbstbewusstsein

  • Sind Sie mit sich selbst zufrieden?
  • Können Sie auf Menschen zugehen?
  • Können Sie Ihre Interessen durchsetzen?
  • Reagieren Sie gelassen oder sogar positiv, wenn Sie jemand auf Defizite aufmerksam macht oder Verbesserungsvorschläge anbringt?
  • Können Sie mit Konfliktsituationen umgehen und auch einmal "nein" sagen?


Ihre Disziplin

  • Nehmen Sie auch unangenehme Dinge sofort in Angriff?
  • Können Sie sich selbst organisieren und diszipliniert arbeiten, wenn Sie sich Ihre Zeit frei einteilen können oder erledigen Sie erst den Hausputz, bevor Sie an die Arbeit gehen?
  • Können Sie sich ohne Druck, den Sie sonst vielleicht von Ihrem Chef bekommen, Prioritäten setzen und organisieren?


Verantwortung

  • Gestehen Sie sich selbst verschuldete Fehler ein und sind Sie bereit, die Verantwortung zu übernehmen?


Motivation

  • Sind Sie von Ihrer Idee überzeugt?


Positives Denken

  • Können Sie sich von negativen Erlebnissen schnell freimachen?
  • Sind Sie ein Typ, der nach vorne blickt, anstatt an Vergangenes zu denken?


Ihre Belastbarkeit

  • Können Sie damit umgehen, 10 bis 15 Stunden am Tag zu arbeiten?
  • Bringen Sie entsprechendes Durchhaltevermögen für eine Existenzgründung mit? Es könnte ein Marathon werden!
  • Können Sie spontan reagieren?
  • Bewahren Sie auch in Stresssituationen einen kühlen Kopf?Halten Sie Doppelbelastungen stand?


Ihre kaufmännischen Kenntnisse

  • Haben Sie eine kaufmännische Ausbildung absolviert?
  • Haben Sie Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich?
  • Falls Sie Defizite im kaufmännischen Bereich haben: Sind Sie bereit, nach Möglichkeiten zu suchen, um diese Defizite auszugleichen?


Ihre Kreativität

  • Sind Sie ein kreativer Kopf - denken Sie auch einmal quer?
  • Haben Sie eigene Ideen, die Sie umsetzen könnten?

 

Ihre Geschäftsidee: Ein Gründungsvorhaben setzt immer eine gute Idee voraus.


Bei dieser Idee zur Geschäftsgründung muss es sich nicht immer um etwas Neues handeln, womit Sie auf den Markt treten möchten. Auch altbewährtes kann das richtige sein – das hängt ganz vom jeweiligen Einzelfall ab.

Wie steht es mit Ihrer Idee – ist die Zeit reif?


Ob nun die Geschäftsidee für Ihr Gründungsvorhaben von Ihnen selbst kommt oder ob es sich um eine fremde Idee handelt – auf jeden Fall sollte sie zu Ihnen passen. Das Konzept muss Ihnen sowohl fachlich als auch persönlich gut liegen. Denn nichts ist schwieriger, als sich in einem Bereich selbstständig zu machen, in dem Sie sich nicht auskennen und in den Sie sich erst mühsam einarbeiten müssen.

Fakt ist: Je besser Sie sich mit dem Grundkonzept, auf dem Ihre Idee basiert, auskennen, desto leichter wird Ihnen der Schritt in die Selbstständigkeit fallen.

Das heißt nicht, dass Quereinsteiger einer Branche sich hier nicht selbstständig machen könnten. Es hängt ganz davon ab, wie es sich der individuellen Lern- und Einsatzbereitschaft verhält. Und selbstverständlich gibt es auch Ideen, die so brandneu und innovativ sind, dass es noch gar keine Erfahrungen in diesem Geschäftsbereich geben kann.

Ideenfindung


Wie kommen sie nun also zu «Ihrer» Idee? Der Antrieb zum Einstieg in die Selbstständigkeit findet bei jedem anders statt. Der eine beschließt erst den Schritt in die Selbstständigkeit und sucht dann nach der geeigneten Idee. Andere bekommen quasi über Nacht die Idee – quasi als "Erleuchtung" – und überlegen dann, ob sich aus dieser Idee ein tragfähiges Konzept schnitzen lässt.

Ganz gleich wie – vor dem Start in die Selbstständigkeit muss erst einmal etwas zum Gründen da sein. Ein Startup beginnt also immer mit der Idee. Diese Idee lässt sich auf verschiedenen Wegen finden.

Haben Sie eigene Ideen?


Vielleicht finden Sie auch ohne fremde Inspiration Ihre eigene Idee. Seien Sie aufmerksam und beobachten Sie Ihre Umwelt.

Fragen Sie sich, welche Trends sich abzeichnen, wo die Bedürfnisse der Menschen liegen oder auch einfach Ihre Bedürfnisse liegen und welche Dienstleistungen am Markt fehlen oder verbessert werden könnten. Beobachten Sie die Menschen um sich herum und auch sich selbst sehr genau. Vielleicht finden Sie die Marktlücke oder -Nische, in der noch ein Platz für Sie ist.

So banal oder vermeintlich einfach Ihr Einfall vielleicht auch sein mag – es lohnt sich, jeder Idee nachzugehen und sie auf den Prüfstand zu stellen.

Übrigens: Wenn man eine brandneue Geschäftsidee "erdacht" hat, fragt man sich vielleicht, warum nicht schon viel früher jemand auf diese Ihrer Meinung nach bahnbrechende Idee gekommen ist. Das kann schon verunsichern – dennoch: Einer ist immer der Erste. Haben Sie das Selbstvertrauen und sagen Sie sich: Warum sollten nicht einmal Sie ein Innovator, ein Pionier sein?

Lassen Sie sich bei der Ideenfindung anregen


Recherchieren Sie auch in Zeitschriften, Magazinen und in Büchern. Nicht nur in der Fachpresse, die sich mit dem Thema Geschäftsideen und Gründung beschäftigt, findet sich eine Vielzahl von Anregungen. Auch in Publikumszeitschriften, die sich an die breite Masse wenden, finden sich eine Vielzahl von Anregungen – man muss sie nur richtig lesen.

Halten Sie die Augen offen und sammeln Sie alles, was Ihnen zu diesem Thema in die Hände fällt. Die ein- oder andere Anregung wird sich unter Umständen zur Idee und zum tragfähigen Konzept ausbauen lassen.

Die Ideen anderer nutzen: Einstieg in ein Franchisesystem


Franchise ist der sanfte Einstieg in die Selbstständigkeit über ein bestehendes Konzept am Markt. Denn eine Idee muss nicht unbedingt brandneu sein, um den Gründer zum erfolgreichen Unternehmer zu machen.

Falls Ihnen selbst also die zündende Idee noch fehlen sollte, lohnt sich unter Umständen die Recherche unter den bereits existierenden Franchisesystemen – in der Regel ist dieser Weg in die Selbstständigkeit mit geringeren Risiken verbunden, da es sich um bereits am Markt erprobte Geschäftskonzepte handelt. Allerdings ist der Franchisenehmer nicht so frei in seinen Entscheidungen wie ein unabhängiger Gründer, der sich ohne die Unterstützung durch einen Franchisegeber selbstständig macht.

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