Wie lange dürfen Studenten in den Semesterferien arbeiten, wie viel dürfen sie dabei verdienen und wo ist Vorsicht geboten? Hier gibt es alle Infos rund um den Ferienjob als Werkstudent.

Für die meisten Studenten ist das Ende eines Semesters ein Grund zum Feiern: Die Klausuren sind geschrieben, Prüfungen absolviert und die letzten Seminararbeiten oder Hausarbeiten abgegeben. Nun beginnt die vorlesungsfreie Zeit und diese kann auf verschiedene Arten genutzt werden. Während die einen entspannen und in vollen Zügen genießen, bereiten andere sich schon einmal auf das nächste Semester vor und wieder andere (und darum geht’s in diesem Artikel) nutzen die Zeit, um richtig Geld zu verdienen und das Studentenbudget aufzufrischen. Wobei natürlich auch alle drei Alternativen bestens miteinander kombinierbar sind.

Ein Semesterferienjob kann sich durchaus von einem regelmäßig bzw. langfristig ausgeübten Studentenjob unterscheiden und das liegt vor allem daran, dass während der vorlesungsfreien Zeit Verdienst und Arbeitszeit deutlich höher liegen dürfen.

Arbeitszeit: Wie lange dürfen Studenten während der Semesterferien arbeiten?

Ganz grundsätzlich gilt für Studenten die 20-Stunden-Regel. Das heißt, dass Studenten nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten dürfen, um weiterhin als “ordentlich Studierender” zu gelten. Wer sich nicht daran hält, verliert den sozialversicherungsrechtlich bevorzugten Studentenstatus (mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Ratgeber-Beitrag Welche Regelungen Sie als Student bei Ihrem Nebenjob beachten sollten.)

Doch während der Semesterferien ist dieser Grundsatz aufgehoben: Die Beschränkung hinsichtlich der Arbeitszeit müssen Studenten nur während des laufenden Semesters einhalten. In der vorlesungsfreien Zeit sind darf gearbeitet werden, was das Arbeitszeitgesetz hergibt. Wer also während der Semesterferien richtig viel Geld verdienen möchte, kann jetzt richtig ranklotzen. Der Semesterferienjob bleibt sozialversicherungsfrei – und das unabhängig von der Höhe des Verdienstes und der geleisteten Arbeitszeit. „Sozialversicherungsfrei“ heißt, dass der Semesterferienjob abgerechnet wird, ohne dass Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung anfallen.

Info Voraussetzung ist, dass Studenten Mitglied in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung, also entweder über die Eltern oder den Ehepartner familienversichert sind oder dass sie über die studentische Krankenversicherung (Kosten rund 90 Euro monatlich) versichert sind.

Wenn der Semesterferienjob über die Ferien hinaus weiterlaufen soll, geht das in Ordnung, sofern der Job weiter im Rahmen eines Werkstudentenjobs ausgeübt wird. Allerdings ist in diesem Fall hinsichtlich der Arbeitszeit wieder die Maximalgrenze von 20 Wochenstunden zu beachten.

Gibt es bei einem Ferienjob Grenzen beim möglichen Verdienst?

Wer in den Semesterferien als 450-Euro-Minijobber arbeitet, muss natürlich genau diese Verdienstgrenze von 450 Euro einhalten. Viele Studenten möchten aber gerade die vorlesungsfreie Zeit nutzen, um deutlich mehr Geld zu verdienen. Und wie gerade schon erwähnt: Während der Semesterferien ist das auch ohne weiteres möglich.

Achtung BAföG-Empfänger sollten beachten, dass ein Verdienst, der innerhalb des Bewilligungszeitraums über 5.416 Euro hinaus geht, beim BAföG angerechnet wird

Ein Ferienjob, der im Kalenderjahr maximal drei Monate bzw. 70 Arbeitstage dauert, bleibt unabhängig vom Verdienst als kurzfristiger Minijob völlig sozialversicherungsfrei. Wichtig dabei ist, dass die Beschäftigung im Vorfeld befristet ist. In unserem Ratgeber lesen Sie detaillierte Infos zum kurzfristigen Minijob: Nebenjob als „kurzfristige Beschäftigung“ oder „Saisonbeschäftigung“

Tipp Um ganz sicher zu gehen, wie viel Sie während des Semesterferienjobs verdienen dürfen, ohne die kostenlose Mitversicherung über die Familienversicherung zu riskieren, sollte sich vor dem Ferienjob kurz bei der Krankenversicherung der Eltern oder des Ehepartners informieren, ob der Nebenjob ohne negative Auswirkungen bleibt

Und wie sieht es mit den Steuern bei einem Semesterferienjob aus?

Ein 450-Euro-Minijob wird in der Regel pauschal mit zwei Prozent versteuert – die Abgabe einer Lohnsteuerkarte bzw. Steuer-ID ist nicht erforderlich. Wenn der Semesterferienjob als kurzfristiger Minijob abgerechnet wird, ist der Student quasi normaler Arbeitnehmer und entsprechend steuerpflichtig. Das ist übrigens unabhängig davon zu betrachten, ob ausschließlich während der Semesterferien oder auch während des Semesters gearbeitet wird.

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Dennoch dürften für die meisten Studenten normalerweise keine Steuern auf den Verdienst anfallen. Denn wenn der Verdienst nach Abzug des Arbeitnehmer-Pauschbetrags und der Vorsorge-Pauschale unter dem steuerlichen Grundfreibetrag liegt (im Jahr 2018 liegt dieser bei 9.000 Euro für Ledige), fällt unterm Strich keine Steuer an. Sie erhalten dann im folgenden Jahr die für Ihren Studentenjob gezahlte Lohnsteuer im Rahmen einer Einkommensteuerveranlagung zurück.

Info Voraussetzung für die Rückerstattung ist die Abgabe einer Einkommensteuererklärung

Gut zu wissen: Mindestlohn, Urlaub, Krankheit – auch bei Ferienjobs müssen Arbeitnehmerrechte eingehalten werden

Natürlich steht auch Werkstudenten der als absoluter Minimalverdienst der Mindestlohn zu (zurzeit liegt er bei 8,84 Euro). Auch im Fall, dass man während des Ferienjobs krank wird, gilt der Grundsatz der Lohnfortzahlung – dies allerdings mit der Einschränkung, dass Sie bereits mindestens vier Wochen gearbeitet haben. Und auch bezahlten Urlaub gibt es während eines solchen Jobs. Alle Regeln können Sie im Detail im Artikel Ferienjobs und die Rechtslage: 11 Fragen und die Antworten nachlesen.

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